Sie galten lange Zeit als Füllstoff des Körpers oder als Verpackungsmaterial für Muskeln und Organe – die Faszien. Bereits vor Jahrhunderten entdeckten Ärzte diese weißliche Fasersubstanz, die sich durch unseren Körper zieht. Heutzutage ist man da anderer Ansicht. Was Faszien sind, welche Aufgaben sie haben und wie du dank Selbstmassage deinem Körper zu Hause etwas Gutes tun kannst, dass erfährst du hier.

Faszien – ein Fasergeflecht für Festigkeit und Stabilität

Manchmal durchziehen Faszien den Körper wie Stränge. Und manchmal umhüllen sie Muskeln und Organe, ja sogar Knochen, wie eine milchig-weiße Haut. Das ist euch sicher schon einmal bei Hähnchenfleisch aufgefallen – da ist diese dünne Schicht oft gut zu erkennen. Fun Fact: wusstest du, dass die weiße Schicht zwischen Schale und Fruchtfleisch bei Zitrusfrüchten Fasziengewebe ist? Das Geflecht verleiht unseren Muskeln – es umhüllt sowohl Muskelzellen, als auch Faser, Bündel und den Muskel selbst – Stabilität und Festigkeit. Damit verbinden Faszien auch einzelne Körperbestandteile und leiten sogar Kräfte weiter.

Ein eigenständiges Organ – das Fasziengewebe

Heutzutage ist man weit davon entfernt, Faszien als Verpackungsmaterial oder Füllstoff des Körpers anzusehen. Mittlerweile wird sogar darüber diskutiert, ob es als eigenständiges Organ bzw. Sinnesorgan gelten soll. Denn sowohl die Eigenschaften als auch die Tatsache, dass sich über 100 Millionen Rezeptoren in dem Netz aus Fasern befinden, zeugen von der Wichtigkeit und der Menge an Aufgaben, die die Faszien übernehmen. Vor allem bei der Körperwahrnehmung (Propriozeption) spielen sie eine wichtige Rolle. Gerade bei Sportlern sorgen sie dafür, dass unser Körper innerhalb von Millisekunden seine Position bestimmen kann und somit auf die kommenden Herausforderungen und Schritte eingestellt ist.

Beweglichkeit hängt auch mit den Faszien zusammen

Da Faszien die Muskeln umhüllen und die Kraft zwischen ihnen übertragen ist es logisch, dass sie auch eine wichtige Rolle bei der Beweglichkeit und der Kraft spielen. Interessant ist, dass sie sich selbstständig kontrahieren und Energie speichern können. Fakt ist aber auch, dass Faszien verkleben und verfilzen können. Dies kann altersbedingt sein, aber auch durch Stress, Überbelastung oder Bewegungsmangel passieren. Da Sitzen das neue Rauchen ist, sind die daraus entstehenden Verspannungen und Schmerzen vor allem im Nacken, Schulter und Rückenbereich zu spüren. Und bei Sportlern melden sich gerne die Oberschenkel und Waden.

Kräftigung oder Regeneration

In der aktuellen Situation kannst du natürlich alleine oder mit deinem Laufpartner draußen laufen gehen. Du kannst aber auch dein Wohnzimmer zum Trainingsstudio umfunktionieren. Und mit einer Massagerolle – die es in unterschiedlichen Größen, Strukturen und Härtegraden gibt – kannst du dir eine Selbstmassage angedeihen lassen. Durch die Massage deines Bindegewebes kannst du Verklebungen lösen, das Fasernetz kräftigen und die Durchblutung fördern. Und eine gesteigerte Durchblutung unterstützt die Regeneration. Das ist doch eine clevere Sache, oder?

Du möchtest wissen, welche Übungen du auf der Massagerolle machen kannst? Dann freu dich auf den kommenden Beitrag, in dem wir dir ein paar Trainingstipps geben. Bis dahin – bleib gesund!


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