Wie man Purzelbäume und Trailrunning verbinden kann – ein Bericht über Etappe 2 des Gore Tex Transalpine-Run

von Tabitha

Fast 50 Kilometer, noch mehr Höhenmeter und ein paar Beulen

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Ehrlich gesagt war nach der ersten abenteuerlichen Etappe der Start um 7 Uhr nicht gerade ein Traum – vor allem weil ich weder Frühaufsteher bin noch in der ersten Nacht genug Schlaf bekommen hatte. Aber es war wunderschön: die Landschaft, die freundlichen Leute – und es hat nicht geregnet! Wir genossen das geniale Panorama, Schafherden kamen uns entgegen und wir trafen ein anderes deutsch-französisches Team mit denen wir einige Zeit zusammen liefen und uns über Franzosen, Triathlon und unsere Heimat unterhielten.

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Die ersten Kilometer lagen mir sehr – ich durfte mich über einen recht flachen Einstieg freuen und im Gegensatz zu den Spaniern, Franzosen und Tirolern waren mir die ersten 30 Kilometer sehr sympathisch. Thibaud dagegen wartete sehnsüchtig auf die Berge. Und die kamen auch – zusammen mit Regen, Hagel, Wind und Nebel. Es wurde unheimlich kalt und teilweise wieder matschig.

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Während der Franzose mit viel Freude und Saft in den Beinen nach oben rannte, erinnerte ich mich selbst eher an Goofys lustige Sportschau… meine Technik mit Stöcken umzugehen ist ungefähr genauso gut wie mein Downhill-Verhalten. Das sollte sich später zeigen – denn die letzten ca. 10 Kilometer ging es steil bergab. An den Verpflegungsstellen nahm ich immer nur etwas Obst, Suppe und Salz.  Thibaud war so lieb, meine Wasserbehälter aufzufüllen und nahm sich reichlich Zeit, während ich schon mal weiter lief und meine Ultra Sports Riegel aß. Eine super Strategie – denn so verloren wir keine Zeit, da Thibaud mich in kurzer Zeit wieder eingeholt hatte. Als wir dann den Berg wieder runter mussten, graute es mir schon etwas. Wie gesagt: ich stolpere bergab vor mich hin und habe für einige Lacher gesorgt. Mein absolutes Kunststück kam ca. bei Kilometer 46, wo ich es schaffte, einige Purzelbäume zu machen und dann wie eine umgekippte Schildkröte auf dem Rücken zu liegen, die Beine und Arme nach oben gestreckt. Thibaud hat sich kaputt gelacht – es muss wirklich komisch ausgesehen haben. Ich stand auf und es ging natürlich weiter. Mein Schmerz, den ich seit gestern im Sprunggelenk und am Schienbein fühlte, wurde immer stärker, so dass die letzten Kilometer echt eine Überwindung wurden. Doch wir schafften es erfolgreich und fröhlich ins Ziel – wo wir sehr herzlich von Zuschauern und unserem Physio Hems und Johanna empfangen wurden. Thibaud sprang mit Bier in den Brunnen.

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Ich dagegen humpelte zu Hems. Er machte mir Mut: „Das kriegen wir schon hin, mach dir keine Sorgen.“ Als wir dann ins Hotel kamen, klitschnass und frierend, voller Dreck und Matsche – da beschloss ich, samt Rucksack und Klamotten zu duschen. Anders hätte ich wahrscheinlich den ganzen Schlamm im Hotelzimmer verteilt. Und dann humpelte ich zu Hems, ängstlich, weil ich doch morgen wieder starten will – aber nicht mit solchen Schmerzen. Hems ist der Hammer – er hat die Blockade im linken Sprunggelenk gelöst und irgendwie so lang an mir rumgebastelt, bis es am Schienbein nicht mehr so weh tat. Ich weiß, dass ich mit ihm einen echten Vorteil habe, denn er kennt meine körperlichen Schwachstellen und kann sie „beheben“, damit ich gesund weiter machen kann. Nur die Knochenhautreizung tut noch etwas weh – also denkt morgen an mich: ich hoffe, es klappt alles…

Schnee und Sturm – was morgen kommt ist noch offen!

Vor der Pasta Party haben wir erfahren, dass es morgen sehr sehr spannend wird – denn erst eine Stunde vor dem Start wird entschieden, ob wir die geplante Etappe laufen können. Denn hier ist es sehr kalt und stürmisch – und da wir morgen noch höher laufen als bisher, wird mit Schnee und extremer Kälte gerechnet. Es gibt 3 Möglichkeiten und wir erfahren kurz vorm Start, welche Route wir nun zu laufen haben. Ich werde euch dann berichten, wie es war. Danke für eure Unterstützung. Nun heißt es wieder: Füße mit Allpresan einschmieren, Sachen bereit legen und dann ab ins Bett. Bis morgen!

 

 


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Kategorien : Erlebnisberichte & Events


Tabi Du bist echt der Hammer, weiterhin viel Erfolg! Ich denke an Dich!

Hi Lexi – Weltenbummlerin. Es würde dir hier gefallen 🙂 Danke dass du an mich denkst. Ich hoffe, wir sehen uns bald endlich mal wieder!!!

Hallo Tabitha,
„der Schmerz vergeht – der Stolz bleibt“
weiter so!! Genieße das Abenteuer, so gut es geht.

Hi Roland – danke dir , das stimmt und ich bin sicher, wenn ich die 8. Etappe geschafft habe ist aller Schmerz nur noch ein kleiner Schatten eines gewaltigen Abenteuers. Danke dass du die ganze Rennerei verfolgst, das ist echt toll.

Hallo Bitha, Dein Franzose scheint ja ein perfekter Laufpartner zu sein! Passt auf euch auf!

Danke Micha. Ich habe echt einen sehr guten Teampartner für diesen Lauf, er schiebt mich die Berge hoch und passt immer auf, dass ich mich nicht verlaufe 🙂 Liebe Grüße an Simeon und die anderen!

Hey, noch als alte Oma im Seniorenheim am Meer wirst du davon erzählen 🙂
Ich bin ein bisschen neidisch auf dich- nicht auf die Schmerzen, aber auf die tollen Erfahrungen!

Huhu Boba – danke dir!!! Du würdest begeistert sein von der Natur hier! Es ist echt genial wie schön diese Welt gemacht wurde – das ist echt ein Wunder. Bis bald!

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