Eigentlich will man doch den Frühling genießen, tief einatmen und sich über das neuerwachende Leben in den Gärten, Bäumen und Wiesen freuen – doch für Allergiker ist es eine schwere Zeit. Hier gibt es ein paar Tipps für alle, die den Pollen am Liebsten davon laufen würden.

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Gerade Läufer stehen vor einer Herausforderung: wie gelingt das Training trotz juckenden Augen, Schlappheit und Schnupfen? Läuft in dieser Jahreszeit nur die Nase? Hier kommen einige Anregungen, wie man als Läufer mit den Pollen umgehen kann.

Was passiert eigentlich?

Eine Allergie ist eine mehr oder weniger heftige Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und meist harmlose Substanzen und Umweltstoffe. Oft äußert sie sich mit entzündlichen Prozessen, die sich dann mit bestimmten Symptomen zeigen – wie tränenden Augen, Niesen oder Ausschlag. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie anstrengend und belastend Allergien sein können und dass man gerade als Läufer die Lage nicht unterschätzen sollte. Denn anders als eine Erkältung verschwindet die Allergie nicht nach einer absehbaren Zeit. Daher gilt es, sich auch langfristig mit ihr auseinanderzusetzen.

Die häufigste Allergie ist der Heuschnupfen.

Was hilft?

1) Fluch und Segen: der Regen… Viele Pollenallergiker freuen sich über eine Folge von Regentagen – denn ein längerer Regenschauer oder gar ein Gewitter reinigt die Luft und wäscht Pollen, Staub und andere Allergene fort. Und doch hat der Regen nicht nur Vorteile – laut Allergologen bringt er Pollen aus oberen Luftschichten nach unten – so werden verstärkt Allergene freigesetzt, die sich mit Feinstaub verbinden und leicht eingeatmet werden.

Tipp: Erst eine halbe Stunde nach einem Regenschauer oder Gewitter warten und dann ab auf die Laufstrecke. Dann macht das Atmen auch wieder Spaß. Auch die Wohnung sollte in dieser Phase durchlüftet werden.

2) Morgens oder abends laufen? Wenn es nicht regnet, sollte der Pollenflugkalender geprüft werden. Der ideale Zeitpunkt für Sport an der frischen Luft hängt davon ab, wo wir wohnen: so ist in der Stadt die Pollenbelastung morgens geringer, wer ländlich wohnt sollte abends laufen gehen.

3) Heuschnupfen nicht ignorieren! Denn hier kann ein „Etagenwechsel“ für heftige Folgen sorgen. Von den oberen Atemwegen geht die Belastung in die unteren Atemwege – so sind dann neben Augen und Nase auch die Bronchien betroffen. Chronischer Husten und Asthma können sich entwickeln.

4) Behandlungen: Es werden verschiedene Behandlungen empfohlen. Ich selbst mache gerade eine spezifische Immuntherapie, wo gleich zwei Bereiche behandelt werden können. Dem Patienten werden kleine, stetig steigende Dosen des Allergens per Spritze oder Tabletten/Tropfen verabreicht. So soll der Körper sich auf den Allergieauslöser gewöhnen und eine Überreaktion vermieden werden. Es dauert zwar eine gewisse Zeit, bis man Besserung erfährt – aber die Therapie hilft vielen Betroffenen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass auf diese Weise einem „Etagenwechsel“ und Asthma vorgebeugt werden kann. Das ist ja gerade für uns Sportler ein wichtiger Punkt!

Einige Allergiker berichten auch von Linderung mit Akupunktur und Homöopathie.

5) Ernährung: Es gibt auch noch eine andere Strategie, die vor allem bei Heuschnupfen zu greifen scheint: Entzündungssenkende Ernährung. In der Fachliteratur habe ich immer wieder gelesen, dass Weizen und Zucker Allergien „fördern“. Außerdem zeigen Studien (z.B. von Dr. Feil), dass eine Stabilisierung der Schleimhäute und Senkung von Entzündungswerten durch eine gewisse Nährstoffkombination aus probiotischen Bakterien, Kalzium, Zink, Mangan und hochwertigen Omega-3 Fettsäurequellen (wie Speiseleinöl oder Hanfsamen) erreicht werden kann. Demnach soll ein Viertel der Personen einer Verbesserung über 90% gespürt haben.

6) Sportbrillen fürs Laufen und Radfahren: Ich habe den Tipp von meinem HNO-Arzt bekommen und mir gleich eine Laufbrille bestellt, die meine Augen vor Sonnnenlicht und anderen Umwelteinflüssen schützt. Sie schließt sanft ab – meine Augen jucken seitdem nicht mehr und es geht mir während und nach dem Sport sehr viel besser! Ich nutze die Brille jeden Tag auf meinem Radweg zur Arbeit und kann es nur empfehlen. Meine Rudi Project Sportbrille ist selbsttönend – so kann ich sie zu jeder Zeit einsetzen.

7) Nasensalbe nutzen: Einige Feinstpartikel, Blüten- und Pollenstäube können durch die Filterwirkung abgefangen werden – denn die unsichtbaren Allergene sollen an der Gelschicht haften bleiben. Die Salbe kann beliebig oft eingenommen und auch von Kindern, Babys und Schwangeren genutzt werden.

8) „Richtige“ Bettwäsche und Kissen nutzen und waschen – am Besten geeignet sind für Allergieanfällige Menschen hygienisch waschbare Kopfkissen, Bettdecken und Bezüge. Bei regelmäßiger Wäsche (mindestens 40 Minuten) sollen Milben abgetötet und allergene Stoffe herausgewaschen werden. Tägliches Lüften des Bettzeugs hilft ebenfalls.

9) Vorm Schlafen duschen und Haare waschen: So kommen die Pollen nicht mit ins Bett.

10) Es sportlich etwas ruhiger angehen lassen: Während der starken Pollenbelastung keine intensiven Einheiten machen, sondern lieber Grundlagentraining vorziehen – oder mal im Schwimmbad eine Runde Aqua-Joggen.

Ich wünsche euch und mir einen beschwerdefreien und fröhlichen Frühling und Sommer!

 

 

 


Kategorien : Gesundheit


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