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Mit dem Nike Zoom Vaporfly 4% fing 2017 alles an. Oder gab es den Hoka One One Evo Carbon Rocket schon früher? Ist eine Carbonplatte in der Zwischensohle von Laufschuhen ein Wettbewerbsvorteil? Und wenn, dann für jeden oder nur für Profis? In diesem Beitrag beschäftige ich mich ausführlicher mit dem Thema „Laufschuhtechnologien“. Viel Spaß beim Lesen.

High-Tech in Laufschuhen

Die Entwicklung von Neuheiten im Laufschuhbereich schreitet weiter rasant voran. 2004/2005 erschien mit dem Nike Free der Vorreiter im Bereich „Natural Running“ auf den Laufstrecken. Ihm folgte ein komplett neues Konzept – die Minimalschuhe. Flache Laufschuhe mit geringer Sprengung, wenig zusätzlicher Dämpfung und viel Flexibilität, um die Füße wieder Richtung „barfuß“ zu bringen. Allerdings stellte diese ungewohnte Belastung so manche Muskulatur vor eine Herausforderung, die mitunter auch schmerzhaft sein konnte. Sich auf die natürliche bzw. bevorzugte Bewegung des Körpers und die Füße zu fokussieren machte aber durchaus Sinn.

So natürlich wie möglich und so komfortabel und stabil wie nötig

Die recht flache Sprengung – so wird der Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß genannt – blieb ein Thema (und ist es auch immer noch). Doch der Zwischensohlenaufbau wurde angepasst. Hoka One One war hier als einer der Ersten am Start. Sie bauen Schuhe mit recht voluminösen Zwischensohlen, die eine aktive und gleichmäßige Abrollbewegung mit Dämpfungskomfort kombinieren. Und mittlerweile sind viele andere Hersteller nachgezogen. Auch die Laufschuhe, die deinen Fuß in der Abrollbewegung unterstützen, haben sich deutlich verändert. Brooks verzichtet komplett auf fester aufgeschäumtes Material auf der Innenseite und setzt auf GuideRails. Diese führen den Fuß auf seinem bevorzugten Bewegungspfad, ohne stark in den Abrollvorgang einzugreifen. Bei Saucony ersetzt ein TPU-Element die zweite Härte innen und adidas packt mehr Boost-Kügelchen auf gleiche Fläche, um mehr Stabilität zu erreichen.

Boost, EverRun, ZoomX, DNA Amp und Co.

Apropos Boost: 2013 präsentierte adidas seine innovative Boost-Zwischensohlentechnologie. In Kooperation mit BASF entstand das expandierte thermoplastische Polyurethan. Dieses Dämpfungsmaterial versprach ein neues Laufgefühl und bis dato ungeahnte Energierückführung – und die Schuhe hielten dieses Versprechen. „Energy return“ wurde das Schlagwort der kommenden Jahre. Neu entwickelte Materialien hielten Einzug in die Schuhe der Hersteller. Von Saucony über Brooks bis hin zu Nike waren alle dabei, der Revolution von adidas Paroli zu bieten. Und Stillstand ist noch lange nicht angesagt, denn die Materialien werden stetig weiterentwickelt.

Carbonplatte in der Sohle – der nächste Push

Seit knapp drei Jahren gibt es Carbonplatten in manchen Laufschuhen. 2017 erschien mit dem Nike Vaporfly 4% ein Laufschuh, der aufgrund seiner Konstruktion das Laufen 4% effizienter machen sollte. Studien konnten dies sogar belegen. Eine Besonderheit im Aufbau war die Carbonplatte, die den Schuh von der Ferse bis zum Vorfuß durchzog. Sie führt den Fuß nicht nur, sondern bietet nochmals einen höheren „energy return“.

Seit seinem Erscheinen liefen viele Athleten mit ihm an den Füßen auf die Podien vieler Marathons dieser Welt. Auch der Nachfolger – der Zoom Vaporfly Next% – schlug richtig ein und beide Modelle zeichnen auf irgendeine Art und Weise mitverantwortlich für die drei schnellsten, jemals gelaufenen, offiziell gültigen Marathonzeiten von Eliud Kipchoge, Kenenisa Bekele und Birhanu Legese. Und es geht noch flotter. Denn mit einem Prototyp des Zoom Alphafly Next % lief Kipchoge unter „künstlich optimierten Bedingungen“ in Wien am 15.10.2019 die Marathonsdistanz unter zwei Stunden in 1:59:40.

Wettbewerbsverzerrung und unlauterer Vorteil?

Schon früh wurde die Frage laut, ob die Schuhe durch oder mit diesem Aufbau nicht den Wettbewerb verzerren und dem Läufer bzw. der Läuferin einen Vorteil verschaffen. Zudem waren die Schuhe zu Beginn ihres Erscheinens nicht im Verkauf für jeden frei erwerblich. Es gab sogar Athleten, die bei anderen Marken sponsorentechnisch unter Vertrag standen, aber sich einen Nike Vaporfly zulegten und mit den Logos ihres Sponsors überdeckten, da sie sich den Vorteil der Schuhe nicht entgehen lassen wollten.

Der Weltverband der Leichtathleten (World Athletics – früher bekannt als IAAF) machte die ganze Diskussion um die Schuhe zu ihrem Fall. Bessere Werbung konnte es für Nike nicht geben. Ist der Vaporfly bzw der Alphafly so schnell, dass er verboten werden muss? Das Urteil: der Vaporfly ist in den Versionen 4% und Next% regelkonform. Vielleicht deshalb, weil die Regel erst nach diesen Schuhen eingeführt wurde? Und auch der Alphafly, der zeitnah käuflich zu erwerben ist, ist regelkonform. Ob dies auch für Kipchoges Prototyp galt… Denn die aufgestellte Regel besagt, dass Schuhe nur eine Carbonplatte beinhalten dürfen und an der Ferse nicht höher als 40mm sein dürfen – bei einer Größe EUR 42. Was aber ist bei größeren Schuhen? Darf dann die Außensohle proportional höher werden?

Andere Hersteller ziehen nach

Mittlerweile ist Nike nicht mehr der einzige Hersteller, der in seinen Zwischensohlen eine Carbonplatte verbaut. Hoka One One hat mit dem Carbon X und dem Evo Carbon Rocket zwei Schuhe im Sortiment. Von ihnen wird in Zukunft auch der Profi-Triathlet Jan Frodeno profitieren. Bei New Balance ist es der FuelCell 5280 sowie der FuelCell TC und bei Brooks der Hyperion Elite. Und auch adidas reiht sich ein und präsentiert mit dem adizero Pro seine Antwort auf Nikes Bestzeitenjäger. Mit dem Metaracer springt Asics auf den Zug der Schuhe mit einer Carbonplatte auf. Mit einer ganzen Reihe – der Endorphin-Serie – geht Saucony an den Start und On, die Firma aus der Schweiz, modifiziert sein Speedboard und tunt es mit einem Carbonanteil.

Wer da nicht den richtigen Schuh für sich findet, um seine persönliche Bestzeit anzugreifen, der hat wohl nicht richtig trainiert. Denn Laufen müssen wir immer noch selber. Ob die Carbonplatte für dich ein Schub nach vorne ist oder nur ein nettes Gimmick, welches zu einem verändertem Laufgefühl führt, musst du selbst entscheiden. Auf eines kommt es nämlich immer noch an – du sollst dich wohlfühlen und Spaß haben beim Laufen.


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Kategorien : Equipment Rund um Sport, Fitness und Lifestyle Schuhe


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