Training, Ernährung und Zeitmanagement – Tipps und Tricks für Einsteiger

München Marathon - die Teilnehmer Wie bereite ich mich vor, was esse ich am besten und wie kriege ich das alles zeitlich hin? Im Interview mit drei ganz unterschiedlichen Debütanten bekommst du einen Einblick in das Abenteuer Marathon. Vor dem ersten Marathon des Lebens zeigt sich eine Mischung aus Respekt, Freude und Aufregung. Doch bei der Pasta Party von Nike mit Profi Arne Gabius (2. v. r.) waren sie noch recht entspannt: Die 34-jährige Mutter und Teilzeitkraft Talina Balzer (links im Bild) aus der Run² by RUNNERS POINT-Filiale in Hamburg, der 21-jährige Robert (2. v. l.), Azubi zum Handelsassistenten aus der Run² by RUNNERS POINT-Filiale in Kassel und die 25-jährige RUNNERS POINT Storemanagerin aus München, Lena Kohaupt (r.). Sie haben einen gemeinsamen Traum: den Marathon in München!

Wer hat dich auf die Idee gebracht einen Marathon zu laufen?

München Marathon - Lena vor dem TrainingTalina: Laufen war früher nichts für mich. Aber als meine Kinder noch sehr klein waren, suchte ich einen Sport, den man zwischendurch machen kann. Laufen ist da natürlich perfekt. Es hat mir immer mehr Spaß gemacht und irgendwann kam der erste Volkslauf. Na ja… nach einigen Halbmarathons rückt der Marathon dann doch ins Blickfeld.

Robert: Ein guter Freund hat mich darauf gebracht – doch der Hamburg-Marathon war mir zu früh. Nach langem Grübeln und Anstacheln hat mich letztendlich mein Chef überredet, es wirklich anzugehen. Also bewarb ich mich für einen Startplatz bei den RUNNERS POINT-Meisterschaften und es gab kein Zurück mehr.

Lena: Klingt vielleicht klischeehaft, aber ich wollte das schon immer! Ich glaube mit 12 habe ich mir mal während meiner kleinen 3 km Runde gedacht, dass das doch mal toll wäre – irgendwann!

Wie hast du dich auf den Marathon vorbereitet?

München Marathon - Talina beim TrainingLena: Ich hab mir einfach einen genialen Trainingspartner in der Filiale gesucht (vielen Dank an Oli), der mich bei den langen Läufen total motiviert hat! Er suchte auch immer wieder neue Strecken und Trainingsreize aus, das motiviert!

Robert: Meine Vorbereitung bestand mehr aus langen Läufen als aus Intervalltraining. Höhepunkte waren der Sababurg-Halbmarathon und der 25-Stundenlauf mit dem RUNNERS POINT Team in Wiesbaden. Da aber noch relativ viele Kilometer aus früherer Zeit in mir schlummern, habe ich ein ruhiges Gewissen.

Talina: Ich habe verschiedene Trainingspläne auf meine Möglichkeiten zugeschnitten. Wichtigster Bestandteil waren dabei vor allem lange Läufe, Intervalltraining und Stabilitätstraining. Nebenbei stand bei mir auch immer noch ein bisschen Alternativtraining auf dem Programm wie z. B. Schwimmen oder Rad fahren.

Worauf freust du dich und was macht dir vielleicht Sorgen?

Talina: Besonders freue ich mich natürlich auf das Gänsehautfeeling beim Zieleinlauf und auf das Gefühl, es geschafft zu haben. Angst habe ich davor, es nicht zu schaffen. Ich kenne den „Mann mit dem Hammer“ noch nicht und hoffe, ihm auch nicht zu begegnen.

Lena: Ich freue mich auf Kilometer 40, mir graut es vor Kilometer 32-39. Es ist mir ein Rätsel, dass mein Kopf immer nach 32 Kilometern kurz vor der totalen Aufgabe steht! Aber da muss ich mich wohl durchbeißen!

Robert: Am meisten freue ich mich auf den Zieleinlauf im ehemaligen Stadion der geilsten Fußballmannschaft der Welt und auf Fast Food danach! Schiss habe ich vor allem, was nach Kilometer 35 kommt – und vor dem „Mann mit dem Hammer“, wenn er mit seiner Laktatspritze anklopft.

2. Bundesliga VfL Bochum  - FC Ingolstadt 04 , Rewirpowerstadion

Wie lautet deine Strategie für das Rennen und was ist dein Ziel?

Talina: Ich will versuchen, mir das Rennen gut einzuteilen und mich am Anfang nicht mitreißen zu lassen. Sonst reicht es am Ende vielleicht nicht. Da der München-Marathon für mich mein erster ist, möchte ich den Lauf auf jeden Fall genießen und mit einem Lächeln ins Ziel kommen. Zeiten spielen da erstmal keine große Rolle.

Lena: Langsam anfangen, Sicherheit bekommen, dass ich gut durchkomme und dann Zeit rausholen. Mein Ziel dabei: Dynamisch lachend über die Ziellinie!

Robert: Am Anfang wollte ich ein Wörtchen in der Debütanten-Wertung mitreden, aber da sind einige Raketen unter den 22 Erststartern. Mein jetziges Ziel lautet, einen schönen Lauf und Spaß mit den Mitstreitern zu haben,unter 3:30h zu bleiben und mich natürlich vor meinem Chef Ralf ins Ziel zu kämpfen.

Wie schaffst du es, Job, Familie, Haushalt und Sport gerecht zu werden?

Talina: Da ist natürlich ein bisschen Organisationstalent gefragt. Ich arbeite ca. 60 Stunden im Monat bei Run² in Hamburg. Zu der Zeit sind meine Kinder in der Schule oder bei „Oma“. Vormittags teile ich meine Zeit für Haushalt und Co ein, sodass ich in der Frühe auch mal „laufend unterwegs“ und nachmittags für meine Kinder da bin. An einigen Abenden kann ich, wenn mein Mann nach Hause kommt, zum Lauftreff, Intervalltraining oder Fitnesskurs. Es ist nicht immer einfach, aber ich bin der Meinung, dass man, wenn man Sport machen will, auch Zeit dafür findet. Man muss es nur wollen – und den richtigen Partner haben!

Was sagen Familie und Freunde zu deinem Plan?

Robert: Meine Familie findet es ganz lustig, meine Freunde konnten es nicht so wirklich glauben. Mein alter Trainer meinte nur: „Mensch Robson – früher war dir jeder 8km-Dauerlauf zu weit und jetzt läufst du 42 Kilometer. Was habe ich damals nur falsch gemacht!“

Der Wettkampf-Tag

Was hast du an dem Tag vor dem Rennen so gemacht?

SONY DSCTalina: Zuerst habe ich entspannt mit meinen Kollegen in München gefrühstückt und dann waren wir noch auf der Marathon-Messe. Man muss ja auch mal gucken, was es so Neues gibt! Mittags gab es eine kurze Verschnaufpause, bevor ich dann mit allen Runners Point-Läufern zum Nike-Show-Room gebracht wurde. Dort bekamen wir die letzten Infos zum Rennen. Nike hat uns noch neue Produkthighlights präsentiert und der Special-Guest, Arne Gabius, hat uns motiviert und die Startunterlagen übergeben. Nike hat uns gut mit Pasta und Salat versorgt. Danach ging es dann rechtzeitig ins Bett.

Was hast du vor dem Wettkampf gegessen und getrunken?

SONY DSCTalina: Als Wettkampffrühstück gab es bei mir ein leckeres Brötchen mit Honig und dazu den Starter und den Wettkampfmix von Ultra Sports und reichlich Wasser. Direkt vor dem Start habe ich dann noch ein Gel genommen und dann konnte es losgehen.

Was war der schönste Moment?

Lena: Der Einlauf ins Stadion durch den Tunnel! Wahnsinnig schön! Und das Foto, dass wir beim „Km 40- Schild“ gemacht haben. Es sind kleine Dinge, die motivieren und Spaß machen.

Wie fühlt es sich an, ins Ziel zu kommen? 

München Marathon - das Ziel vor AugenRobert: Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich finde man kann es mit nichts vergleichen. Noch nicht mal mit meiner Bronzemedallie die ich 2008 bei den Deutschen Meisterschaften gewonnen habe.

Lena: ich habe bis jetzt noch nie eine Sportart gemacht, die für mich eine solch krasse körperliche Herausforderung darstellt und die plötzlich im Ziel eine solche Zufriedenheit auslöst.

Talina: Es ist mit nichts vergleichbar und unbeschreiblich. Es ist einfach ein ganz besonderes Gefühl, man ist unglaublich stolz und froh.

Was würdest du jemandem raten, der bald seinen ersten Marathon läuft?

Robert: Ich würde jedem raten, nicht zu schnell anzulaufen, vorher ordentlich zu trainieren und auf jeden Fall eine gute Ernährung für den Weg mitzunehmen, weil es einem sonst echt schlecht gehen kann – wie mir. Ich hab daraus gelernt.

Talina: Die vielen langen Läufe und das Intervalltraining haben mir sehr geholfen. Auch die Ernährung beeinflusst das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Und immer den Spaß im Fokus behalten!

Wie sieht deine perfekte Regeneration aus?

München Marathon - RegenerationLena: Erstmal habe ich mit meinem Trainingspartner Oli eine Stunde im Stadion gesessen und es einfach genossen. Danach gab es was Leckeres zu Essen bei einer DVD und ein langes Telefonat mit meinem Freund. Einfach die Seele baumeln lassen.

Talina: Als Belohnung habe ich mir das Finisher-Shirt gekauft. Abends gab es dann noch Pizza und Schokolade. Einfach Füße hoch legen und nichts tun. Um schweren Beinen und Muskelkater entgegenzuwirken, habe ich nach dem Rennen Level X von Ultra Sports genommen und meine Kompressionsstrümpfe angezogen.

Robert: Ich habe am nächsten Tag gleich von 10-19Uhr im Laden gearbeitet – was nicht wirklich erholsam war. Sonst wird nur relaxt und die Laufschuhe bleiben erstmal in der Ecke stehen.

Was muss man machen, um einen Marathon laufen zu können?

Robert: Man muss seinen inneren Schweinehund überwinden und kämpfen können. Das Allerwichtigste ist aber das Training, welches bei meinem nächsten Marathon mehr sein wird. Und die richtige Ernährung!

Talina: Trainieren, an sich glauben und einen starken Willen haben.

Fotos von Tim Rehbein (tr-fotos.de).


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Kategorien : Erlebnisberichte & Events


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