Ja, genau dieser Satz aus der Headline leitet das Schreiben ein, mit dem David (29) aus Leverkusen sich bei uns für eine Teilnahme am Road to Cologne-Projekt 2019 beworben hat. Und weiter geht es mit: „Lästig, öde und viel zu anstrengend waren meine Gedanken, wenn ich nur ans Laufen gedacht habe.“ O.K. haben wir gedacht, Laufbegeisterung hört sich irgendwie anders an…

… und Spaß am Laufen braucht es schon, wenn man mit dem Road to Cologne Team bis an die Start- bzw. besser noch, bis über die Ziellinie des Kölner Halbmarathons am 13. Oktober kommen möchte. Also haben wir weitergelesen und einen sehr inspirierenden und echt symphatischen Menschen hinter den Zeilen, und mittlerweile auch persönlich, kennengelernt. Das kannst du jetzt auch: im Interview!

Run Club: David, schön dass du Zeit für uns hast! Was macht das Training für den Kölner Halbmarathon? So lange ist ja jetzt nicht mehr hin bis zum Startschuss.

David: Das läuft echt gut! Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell von 0 auf 100 durchstarten kann. Naja, in meinem Fall von 10 auf 18 Kilometer. Die kann ich nämlich mittlerweile laufen, ohne mich völlig zu verausgaben. Da fehlt also nicht mehr viel am Halben.

Run Club: Das hört sich ja gut an. In deinem Bewerbungsschreiben für die Road to Cologne hast du gesagt, dass du Laufen früher eher doof fandest. Aber wenn du schon bei 10 Kilometern warst, dann bist du wohl doch schon heimlich mal auf der Strecke gewesen, oder?

David: Touché! Meine Frau, die damals noch meine Freundin war, und ich haben 2015 mit dem Laufen angefangen. Wir wollten fitter werden und ein paar Kilo abtrainieren. Ja, und dann sind wir an diesem Sport hängen geblieben; es wurde unser Ritual regelmäßig gemeinsam ein paar Runden zu drehen. Sabrina, meine Frau, die mit mir im Road to Cologne Team ist, ist dann in 2016 in Kassel auch schon einen Halbmarathon gelaufen. Ich dagegen war froh, dass ich 10 Kilometer am Stück laufen konnte und wollte mich auch nicht zu sehr verausgaben.

„Dein Leben ist bestimmt. Ob selbst- oder fremdbestimmt bleibt dir überlassen“ (David)

Run Club: Warum, was hat dich damals davon abgehalten, was dich jetzt ja anscheinend nicht mehr bremst?

David: Irgendwie fand ich die Atmosphäre beim Halbmarathon in Kassel schon einzigartig und jetzt will ich das einfach auch mal erleben. Sabrina unterstützt und motiviert mich dabei und will den Halben in Köln in meinem Tempo mit mir laufen. Das hilft mir sehr, denn für mich sind die 21,1 Kilometer eine echt große Herausforderung!

Team Road to Cologne (5. von links: David, rechts daneben seine Frau Sabrina)

Run Club: Das musst du erklären. Klar, die Strecke ist kein Spaziergang, aber es ist auch nicht gerade ein Ultralauf? Worin genau besteht die große Challenge?

David: Ich habe von Geburt an einen Herzfehler (Anm. der Red.: Fallot’sche Tetralogie, 6000 Kinder pro Jahr werden damit geboren). Mit einem Jahr bin ich operiert worden. Glücklicherweise ist bei mir alles so gut gelaufen, dass ich heute beschwerdefrei leben kann und keine Medikamente mehr nehmen muss. Aber vor 15 Jahren hätte niemand und ich am allerwenigsten – gedacht, dass ich mal 15 Kilometer am Stück würde laufen können. Früher habe ich die Erkrankung oft eher als Ausrede genutzt, um kein Sport treiben zu müssen.

Run Club: Und was hat da den Schalter bei dir umgelegt?

David: Irgendwann habe ich gemerkt, dass Sport mir nicht nur als Ausgleich zu Stress im Studium oder aktuell zu meinem Job als Ingenieur hilft. Es ist tatsächlich so, dass er sich auch positiv auf meine Gesundheit auswirkt. Seit ich regelmäßig laufe, haben sich meine Blutwerte gebessert und auch mein Herz ist noch belastbarer geworden. Das Laufen, und auch meine neue Sportart Klettern, steigern meine Lebensqualität und machen mich zufriedener.

Run Club: Ist das auch eine Botschaft, die du mit deinem Start beim Halbmarathon nach außen tragen willst: dass es sich lohnt, auch mal die Komfortzone zu verlassen, Unsicherheiten zu überwinden und an und über seine Grenzen zu gehen?

David: Ja, irgendwie schon, obwohl ich da bisher gar nicht so genau drüber nachgedacht habe. Mein Motto war aber schon immer: „Dein Leben ist bestimmt. Ob selbst- oder fremdbestimmt, bleibt dir überlassen“. Ich finde es einfach wichtig, seinen eigenen Weg zu gehen, und nicht einen, der durch bestimmte, oft limitierende Umstände, vorgegeben zu sein scheint. Ich glaube, ich habe das Motto irgendwo beim Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. (BVHK)gelesen oder aufgeschnappt.

Run Club: Was ist das für ein Verein?

David: Der Verein bietet ein hilfreiches Netzwerk für herzkranke Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien. Er finanziert sich durch Spenden, mit denen er unter anderem auch „Mut-Mach-Pakete“ produziert. Das sind Geschenkpakete, die Kinder vor ihrer Herz-OP bekommen und die ihnen helfen, Ängste abzubauen und die Zeit vor und nach der Operation zu meistern. Ich glaube, jeder kann hier und da mal ein „Mut-Mach-Paket“ im Leben brauchen. Für mich ist in Sachen „Herausforderung Halbmarathon“ das Road to Cologne Team so ein Mutmacher und Motivator.

Run Club: Vielen Dank für deine Offenheit und deine Zeit, David. Wir wünschen dir – und natürlich dem ganzen „Road to Cologne-Team“ – einen tollen Zieleinlauf am 13. Oktober in Köln. Bestimmt werden wir dann hier noch einmal berichten.

David: Danke euch. Ich bin sehr gespannt auf das Event, aber in erster Linie freue ich mich einfach drauf!


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Liebe Runners Point Redaktion, wer im Interview so angenehm und auch sympathisch Eure Fragen beantwortet, hat wahrlich einen Startplatz für die Road to Cologne verdient! David scheint auch mit der läuferischen Dominanz seiner Ehefrau Sabrina gut umgehen zu können – Chapeau!
Viele Grüße aus dem Dolomiten-Rennradurlaub
Euer Leser Ralf

Hallo Ralf,

vielen Dank für deinen Kommentar, den wir gerne an David weiterleiten. Dir noch viel Spaß in den Dolomiten!
Deine RUNNERS POINT Redaktion

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