Unsere Experten auf „Abwegen“: Nachdem unsere Experten gestern schon über ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Schuhen im Gelände berichtet haben, kommt hier der 2. Teil unseres großen Trailschuhvergleichs. Verschiedene Modelle, verschiedene Hersteller, aber ein Ziel: Die matschigsten und rutschigsten Trails ausfindig machen und die Schuhe auf Herz und Nieren prüfen.

Asics Fuji Trainer 2 W

Asics GEL Fuji TrainerProdukt-Highlights: neues Trail Uphill-Downhill Profil, SpEVA-Mittelsohle, 3M Reflektoren, AHAR+, Gel Dämpfung, Schnürsenkel-Tasche 

Geeignet für: leichte bis mittelschwere Neutralläufer, auf nicht asphaltierten Wegen

Gewicht: 248 g (Größe 40)

Preis:  99,95 €

Laufuntergrund:
+ = sehr gut, o = mittelmäßig, = weniger geeignet

Straße (trocken) 0
Straße (nass)
Waldweg (fest) +
Waldweg (matschig) +
Querfeldein (Wiese, Acker, Wald, etc) +

Schuhbeschreibung und Fazit:

Es gibt Schuhe, da muss man sich erst mal dran gewöhnen – beim Asics Fuji Trainer 2 ging es mir nicht so. Nach dem Einsteigen fühlt er sich gut an: leicht, bequem und flexibel, macht aber trotzdem einen sicheren Eindruck. Was die Passform betrifft, gleicht er etwas dem Gefühl im DS Trainer und DS Racer. Vorne hat man genug Platz, wird nicht eingeengt und bekommt trotzdem ein sicheres Gefühl. Auf dem Weg zum Wald probiere ich seine Tauglichkeit auf Teer – denn die meisten von uns haben den Wald schließlich nicht direkt „um die Ecke“. Solange der Boden nicht feucht ist, macht der Schuh einen sehr guten Job. Im Wald angekommen bestätigt er den ersten Eindruck – leicht, flexibel aber trotzdem ein sicherer Begleiter. Durch die recht flache Bauweise erhält man ein bodennahes und gleichzeitig komfortables Laufgefühl. Das Profil passt, die dünnen Schnürsenkel sind in der Tasche verstaut, das Obermaterial drückt nicht. Auf festen Waldwegen läuft es sich gut, auch abseits der Wege kann der Fuji Trainer meine Trail-Prüfung bestehen. Egal ob Aufwärts- oder Abwärtspassagen, ich rutsche nicht weg und die Sohle gibt Halt.
Fazit: Der Fuji Trainer ist ein toller Trailschuh für alle, die ein vielseitiges Leichtgewicht mit etwas Komfort suchen. Nur wenn es richtig nass und matschig wird, kann er nicht punkten – da lässt das atmungsaktive Obermaterial zu viel durchgehen…

inov-8 ROCLITE 243

inov-8 ROCLITE 243Produkt-Highlights:  3 mm Sprengung, Trail-Minimal-Schuh  

Geeignet für:  leichte bis mittelschwere Neutralläufer

Gewicht:  238g / Größe US 10/EU 43

Preis:  124,90€

Laufuntergrund:
+
= sehr gut, o = mittelmäßig, = weniger geeignet

Straße (trocken)
Straße (nass)
Waldweg (fest) +
Waldweg (matschig) +
Querfeldein (Wiese, Acker, Wald, etc) +

Schuhbeschreibung und Fazit:

Wem das Gefühl des Barfußlaufens am meisten Zufriedenheit verschafft und wer darauf auch abseits von Asphalt nicht verzichten möchte, der wird am inov-8 ROCLITE 243 seine helle Freude haben. Mit nur 3 mm Sprengung und einem „Hauch“ von Einlegesohle, die auf Wunsch ebenfalls nur 3 mm dick ist, gehört er sicher zum Minimalistischsten, was der Trailschuhmarkt zu bieten hat. Dass bei einem sehr flachen Aufbau mit weicher Zwischensohle auch die Fersenkappe alles andere als stabil ist, versteht sich deshalb von selbst. Der ROCLITE ist schmal geschnitten und passt sich gut an den Fuß an. Wer diesen Trailschuh anzieht, nutzt ihn für den Wettkampf oder zum Tempobolzen im Gelände. Dort merkt man dann allerdings sehr schnell, was der ROCLITE nicht so gut kann. Bei schnellen Richtungswechseln fehlt ihm einiges an Stabilität, und sobald der Untergrund grober wird, spürt man dies auch auf der Fußsohle. Guten Grip hat er aber allemal, so dass der Läufer seine Proprioception perfekt trainieren kann. Im gemäßigten Gelände ist der inov-8 ROCLITE 243 sicher ein großer Spaßbringer auch für ungeübte Läufer.
Fazit: Er ist aber grundsätzlich eher ein Schuh für Trail-Spezialisten, denn wenn es mal über richtig grobe Trails wie z.B. Geröllfelder geht, haben nur hartgesottene Trailfans mit guter Technik etwas von ihm. Da entscheidet dann der Läufer, was der Schuh kann!

adidas Kanadia Tr 5

adidas Kanadia Tr 5Produkt-Highlights: günstigster Schuh im Test 

Geeignet für: leichte bis mittelschwere Neutralläufer

Gewicht: 303g / Größe US 9

Preis:79,90€

Laufuntergrund:
+
= sehr gut, o = mittelmäßig, = weniger geeignet

Straße (trocken) +
Straße (nass) o
Waldweg (fest) o
Waldweg (matschig) +
Querfeldein (Wiese, Acker, Wald, etc) +

Schuhbeschreibung und Fazit:

Der Kanadia Tr 5 von adidas wirkt auf den ersten Blick recht unscheinbar. Nur die profilierte Traxion-Sohle sticht ins Auge. Gewichtstechnisch liegt er im Mittelfeld der getesteten Schuhe – mit 303g in Größe US9 wiegt er nur minimal mehr als ein „normaler“ Trainingsschuh. Beim Versuch ihn zu „Biegen“ fällt die Stabilität im Mittelfuß und die Flexibilität im Vorfuß auf. Das weckt Vorfreude auf den Lauf. Auf den ersten Metern auf festen Pflaster- und Schotterwegen überrascht er mit seinem Bodenkontakt und seiner Flexibilität. Komischerweise funktioniert dies auf festen Waldwegen und festem Rasen gar nicht. Ich persönlich hatte hier das Gefühl, recht hoch zu stehen und an Flexibilität zu verlieren. Richtig Spaß macht der Kanadia TR 5 auf matschigem Boden oder Querfeldein. Hier gräbt er sich richtig in den Boden. Der Fuß wird in der Bewegung stabil gehalten und geführt. Er lässt es aber auch zu, dass eine Tempoverschärfung sofort umgesetzt wird – die Flexibilität im Vorfuß lässt grüßen. Lose Schotterwege, rutschige Kurven, mit Blättern bedeckte Waldwege oder ab durchs Unterholz – hier ist der Kanadia in seinem Element. Richtige Hochgebirgstrails sind aber wahrscheinlich nicht so das Wahre für ihn. Typisch adidas ist die Passform des Kanadia TR 5. Er sitzt knackig kompakt am Fuß und ist somit eher für schmalere Füße geeignet. Bei breiteren Füßen erzeugt er gerade im Mittelfuß- und Ballenbereich deutlich spürbaren Druck, der das Laufvergnügen schmälert.

La Sportiva Helios

La Sportiva HeliosProdukt-Highlights: leicht, dynamisch, guter Grip                  

Geeignet für: leichte bis mittelschwere Neutralläufer

Gewicht: 277g/ Größe US 11

Preis: 119,90€

Laufuntergrund:
+
= sehr gut, o = mittelmäßig, = weniger geeignet

Straße (trocken) o
Straße (nass) o
Waldweg (fest) +
Waldweg (matschig) +
Querfeldein (Wiese, Acker, Wald, etc) +

Schuhbeschreibung und Fazit:

Der Helios, auch als griechischer Sonnengott bekannt, lässt im Gelände wahrlich die Sonne aufgehen. Äußerlich fällt er zunächst mit seiner welligen Sohlenkonstruktion auf. Kaum am Fuß ist er nur noch schwer wahrnehmbar. Der La Sportiva Helios ist leicht, bequem und unwahrscheinlich abrollfreudig. Was ich ihm nicht zugetraut hätte, ist der auch im matschigen Gelände noch gute Grip. Richtig zuhause fühlt sich dieser Schuh auf befestigten Waldböden, schmalen Trampelpfaden, gerne auch mit dem ein oder anderen matschigen Abschnitt, und ja – auch auf der Straße. Auf felsigem Untergrund kommt der Helios an seine Grenzen, da die Fußsohle doch sehr unvermittelt den Untergrund übermittelt bekommt. Auch nach längeren Trail-Läufen findet der Helios als Relax-Schuh sein Einsatzgebiet.
Fazit: Ein Schuh für leichte Trial-Läufe, Waldläufe oder einfach als Relax-Schuh.

Asics Gel-Fuji Trabuco

Asics Gel-Fuji TrabucoProdukthighlights: Gore Tex, Pronationskontrolle durch DuoMax Stützsystem

Geeignet für:leichte bis mittelschwere Neutralläufer sowie Überpronierer

Gewicht: 344g, US 9 1/2

Preis: 139,90€

Laufuntergrund:
+
= sehr gut, o = mittelmäßig, = weniger geeignet

Straße (nass) 0
Straße (trocken) 0
Waldweg (fest) +
Waldweg (matschig) +
Querfeldein: +

Schuhbeschreibung und Fazit:

Ich laufe fast nur noch flache, leichtgedämpfte Schuhe mit geringem Gewicht. Vor dem ersten Lauf hatte ich ein wenig die Befürchtung, der Asics Gel Fuji Trabuco sei mit seiner hohen, festen Sohle für meine Verhältnisse etwas zu stark gedämpft und zu steif. Immerhin ist er im Vergleich zu Lightweight-Schuhen mit seinem 350g recht schwer. Doch der Schuh widerlegte all meine Bedenken. Beim ersten Anziehen beeindruckte mich die Passform. Im Fersen- und Mittelfußbereich umschließt der Schuh mit seinem festen Obermaterial den Fuß optimal und ich verspürte von Anfang an einen ausgezeichneten Sitz. Dieses Gefühl von Halt und Stabilität bestätigte sich dann auch beim Laufen. Die ersten 10km führten mich über jeden Untergrund: Wiese, Waldwege, Acker, abseits der Wege, durch Gräben und Pfützen, Matsch und Schlamm, Kies und Sand, Berg rauf und Berg runter. Der Schuh überraschte mich: Mit dem Asics Gel-Fuji Trabuco erlebte ich ein sicheres Laufgefühl, egal bei welchem Untergrund und Terrain. Ich machte mir keine Gedanken, wo ich lang lief und habe jedes Terrain als neue Herausforderung gesehen. Durch seine profilierte Sohle garantiert der Schuh ein sicheres Aufkommen und einen kontrollierten Abdruck auf festen und weichen Untergründen. Ebenso bei nassem und laubbedecktem Asphalt sorgt die griffige, grobstollige Außensohle für den perfekten Grip bei jedem Tempo. Dank des robusten und wetterfesten Obermaterials (Gore Tex) behielt ich auch beim Laufen durch schlammige Pfützen und über nasse Wiesen mit hohem Gras trockene Füße. Bei lockeren Tempoeinheiten durch das Gelände erlebte ich ein sehr sicheres und komfortables Laufgefühl, gedämpft und sehr stabil. Bei schnellerem Tempo merkte man aber schon die 350 Gramm an jedem einzelnen Fuß.
Fazit: Der Asics Gel-Fuji Trabuco ist die richtige Wahl bei einer Abwechslung zwischen Trail und Asphalt. Durch die nicht so stark profilierte und feste Außensohle kann man auch längere Strecken auf Asphalt laufen. Die perfekte Kombination aus Trail- und Straßenschuh bei jedem Wetter.

inov-8 Trailroc 150

innov-8 Trailroc 150Produkt-Highlights: 3mm Sprengung, Trailroc Laufsohle, nur 147g – leichtester Schuh im Test    

Geeignet für: leichte bis mittelschwere Neutralläufer

Gewicht:  147g

Preis:  114,90€

Laufuntergrund:
+
= sehr gut, o = mittelmäßig, = weniger geeignet

Straße (trocken) o
Straße (nass)
Waldweg (fest) +
Waldweg (matschig) +
Querfeldein (Wiese, Acker, Wald, etc) +

Schuhbeschreibung und Fazit:

„Was für ein Schläppchen!“ lautet meine erste Reaktion nach Öffnung des Schuhkartons. Der inov-8 Trailroc 150 kommt mit separaten Einlegesohlen daher. Es wurde bewusst auf eine „normale“ Zwischensohle verzichtet, um das Gewicht möglichst gering zu halten und das Barfußgefühl zu optimieren. Zunächst fürchte ich, dass dieser Schuh vielleicht zu hart bzw. zu direkt für mich sein könnte, doch nach dem Anziehen ändere ich meine Meinung. Der Schuh fühlt sich angenehm an, weicher, als ich dachte. Ich schaue mir die Rückseite an und verstehe: die Außensohle ist Dank der Meta-Shank-Verstärkung nicht nur sehr robust sondern bietet den Füßen guten Schutz. Das griffige Gummi-Material besteht aus drei farblich markierten, unterschiedlichen Härtegraden und kann Unebenheiten sehr gut ausgleichen. Diese Gummisohle und ein bisschen EVA – das bedeutet natürlich minimale Dämpfung und natürliches Laufgefühl vom Feinsten. Ich laufe los: erst 200 Meter Teer, dann bin ich im Wald. Auf der Straße könnte ich den Schuh wohl nicht länger als 1 bis 2 Kilometer laufen, aber bin überrascht, dass er wunderbar abrollt und sich meine Füße trotz des harten Untergrundes noch nicht beschweren. Das Obermaterial ist sehr elastisch und leicht, der Unisex-Schuh passt sich gut an. Im Gelände zeigt der Trailroc dann, was er kann. Ich glaube eine kleine „Wundertüte“ dabei zu haben – einen Schuh, der so leicht und flexibel ist, mir die Kontrolle lässt und sich doch sicher anfühlt. Ich spüre den Boden, die Wurzeln und Äste, doch sie tun mir nicht weh. Ich gebe Gas – so macht natürliches Laufen wirklich Spaß.
Fazit: Der Trailroc 150 ist der leichteste Schuh der Trailroc-Familie und für alle schnellen und leichten Läufer geeignet, die gerne abseits der festen Wege unterwegs sind. Da der Schuh aber auch optisch was her macht und sich sehr angenehm anfühlt, kann ich ihn auch für den Alltag empfehlen – ein schickes „Schläppchen“!

Salomon Fellraiser

Salomon FellraiserProdukt-Highlights: sehr griffige Sohle, flexibel, Quicklace – Schnellschnürung

Geeignet für: leichte bis mittelschwere Neutralläufer

Gewicht: 299g / Größe US 9

Preis: 109,90€

Laufuntergrund:
+
= sehr gut, o = mittelmäßig, = weniger geeignet

Straße (trocken) o
Straße (nass) o
Waldweg (fest) +
Waldweg (matschig) +
Querfeldein (Wiese, Acker, Wald, etc) +

Schuhbeschreibung und Fazit:

Beim ersten Kontakt mit dem Salomon Fellraiser macht er doch einen recht klobigen Eindruck. Doch in der Hand und vor allem am Fuß hinterlässt er ein leichtes und flexibles Gefühl. Er sitzt gut am Fuß und lässt sich mit der QuickLace-Schnellschnürung gut anpassen. So gibt er im Mittel- und Rückfuß ordentlich Halt, ohne Druck zu erzeugen. Auf geht es auf die Laufstrecke! Und zur Klärung der Frage: Wie macht sich der Fellraiser mit seinem groben Profil auf den unterschiedlichsten Untergründen? Die ersten Meter über trockenen Asphalt und Pflaster sind ordentlich, aber ich merke schon, dass dies nicht sein Metier ist. Also ab in den Wald. Hier wechseln sich trockene und matschige Wege ab, so dass der Schuh zeigen kann, was er drauf hat. Die Verstärkung im Zehenbereich schützt vor Wurzeln und Steinen. Auf trockenem Untergrund hinterlässt er den Eindruck, flach zu sein und lässt sich flexibel und dynamisch laufen. Auch Tempo gegenüber ist er nicht abgeneigt. In den matschigen Boden bohrt sich der Schuh regelrecht hinein und sorgt für Stabilität und Grip. Auch in flotten Kurven läuft er wie auf Schienen. Kein Wegrutschen, kein Wegknicken! Seine Leichtigkeit, Flexibilität und Dynamik prädestinieren ihn für eine flottere Geschwindigkeit, aber auch lockere Trainingseinheiten im Gelände machen mit ihm richtig Spaß.
Fazit: Für mich ist der Salomon Fellraiser ein Traillaufschuh, der ohne großes Murren alle Untergründe unter seine Sohle nimmt und auch den Weg ins Gelände über festeren Boden problemlos meistert. Er sitzt angenehm fest am Fuß, schnürt aber nicht ein und erzeugt eine Stabilität, die überzeugt. Für alle, die einen Trailschuh mit sattem Sitz, gutem Grip und guten Allrounder-Qualitäten suchen, die sollten den Fellraiser einmal anprobieren.


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Kategorien : Equipment Schuhe


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