So eine Situation haben viele Läufer auf ihren Laufrunden sicher schon mal erlebt: Ein freilaufender Hund und weit und breit kein „Herrchen“ in Sicht. Was tun? Weiter laufen? Stehen bleiben? Hier sind unsere Tipps.

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Der beste Freund des Menschen

Wann die Domestizierung des Hundes stattfand, darüber ist sich die Wissenschaft noch uneins. Die Schätzungen gehen von 15.000 bis 100.000 Jahren vor heute aus. Unbestritten ist allerdings, dass sich kein Tier dem Menschen so angepasst hat, wie der Hund. Ob als Wachhund, Hirtenhund, Blindenhund oder als Teil einer Therapie, Hunde sind vielseitig einsetzbar. Für die meisten Hundebesitzer ist er letztendlich einfach nur der beste Freund.
Im Wissenschaftsmagazin „ PLOS One“ ist eine japanische Studie erschienen die belegt, dass Hunde die die Müdigkeit ihrer Besitzer spüren, womöglich aus Mitgefühl mit ihnen Gähnen. „Unsere Untersuchung legt nahe, dass sich Hunde ähnlich wie Menschen aus Empathie zum Gähnen anstecken lassen“ sagte die Studienleiterin Teresa Romero von der Uni Tokio. Gestützt wird diese Aussage auf der Tatsache, dass die Tiere das Gähnen ihrer Besitzer häufiger nachahmten, als sie dies bei fremden Personen taten.

Keine Freunde auf der Laufstrecke – Läufer und Hunde

Warum kommt es dann auf den Laufstrecken häufig zu Konfrontationen mit unseren geliebten Vierbeinern? Das liegt vor allem in der Natur des Hundes. Die meisten Hunde jagen gerne. In einem laufenden Menschen sieht er schon mal einen Spielkameraden, den es zu verfolgen gilt. Wenn man sich die Zeit nimmt und mehrere Hunde – egal welcher Rasse oder Größe – beim Spielen beobachtet, wird man feststellen, dass das gegenseitige Jagen und Verfolgen den Tieren einen Heidenspaß macht.

Still gestanden!

Laufen und HundAls ich vor ein paar Wochen über das Gelände des Weltkulturerbes Zeche Zollverein in Essen lief, kam ich an eine unübersichtliche Stelle. Ich musste aufgrund von Renovierungsmaßnahmen einem kleinen Pfad folgen und an einem Gebäudekomplex links abbiegen. Hinter dem Haus stand für mich völlig unerwartet ein sehr großer schwarzer Hund. Er hatte den Körperbau eines Rottweilers, war aber von der Schulterhöhe noch größer. Der Koloss kam auf mich zu und umkreiste mich knurrend. Sein Besitzer rief nach ihm, doch der Hund reagierte nicht. Ich blieb sofort stehen und versuchte, dem Hund nicht direkt in die Augen zu schauen.

Ich muss sagen, dass ich als ehemaliger Hundebesitzer keine Angst vor Hunde habe. Doch die Körpersprache des Ungetüms und das bedrohliche Knurren trieben mir schon die Schweißperlen auf die Stirn. Der Besitzer des Hundes war mittlerweile ohne Hektik, mit ruhiger Ansprache an das Tier herangetreten und konnte es am Halsband packen. Er entschuldigt sich für den Vorfall und berichtete mir, dass der Hund noch jung sei und sich in der Ausbildung befand. Das Tier hatte sich mittlerweile beruhigt und war auf einmal lammfromm. Der Hundeführer fragte mich dann, ob ich seinem Hund ein Leckerli geben würde. Im ersten Moment war ich völlig überrascht,  willigte dann aber doch ein. Der Hund fraß tatsächlich ganz vorsichtig aus meiner Hand. Jetzt waren wir anscheinend Freunde.

Auf dem Nachhauseweg fragte ich mich trotzdem: „ Was wäre wohl passiert, wenn ich nicht so ruhig geblieben wäre und vielleicht in Panik geraten wäre.“

 

Wie verhalte ich mich als Läufer?

  • Wenn ein freilaufender Hund auf dich zu läuft, verringere langsam dein Tempo und bleibe stehen. Schaue dem Hund nicht direkt in die Augen und mache keine hektischen Bewegungen
  • Oft springen unerzogene Hunde uns Menschen an. Versuche auch hier ruhig zu bleiben und dich vom Hund abzuwenden, meist verliert der Vierbeiner dann schnell sein Interesse.
  • Sprich den Hundehalter schon von weitem an und bitte ihn, seinen Hund anzuleinen
  • Laufe nicht frontal auf einen Hund zu – auch wenn er angeleint ist – er könnte sich bedroht fühlen.
  • Läufst du von hinten auf einen Vierbeiner mit seinem Begleiter zu, mache dich mit einem kurzen Rufzeichen bemerkbar. Somit kannst du verhindern, dass sich Hund oder Halter erschrecken und es zu einer heiklen Situation kommt.
  • Viele Hundebesitzer, die uns Läufer kommen sehen, nehmen ihren Hunde an die Leine oder halten ihn kurz. Ein „ Ich danke Ihnen“ von uns Läufern verbessert die Stimmung und regt andere Hundehalter zum gleichen Verhalten an.

Wenn ihr weitere Tipps für uns habt, durch die sich das Verhältnis von Hunden und Läufern verbessern lässt, dann lasst es uns Wissen.


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Kategorien : Erlebnisberichte & Events


Ruhe und Deeskalation sind das A und O wenn man einem Hund begegnet, wir als Hundehalter wissen das und können die Körpersprache der Tiere meist auch lesen. Für die anderen hast du ja hier ein paar gute Tipps gegeben wie man sich verhalten sollte.
Ich habe vor einiger Zeit mal aufgezählt wie man sich im Gegenzug als Hundehalter verhalten sollte da mir viele meiner „Kollegen“ ganz gehörig auf den Zeiger gegangen sind und es mich als verantwortungsbewusster Hundehalter immer tierisch aufregt wenn diese Schwachmaten „meinen“ Ruf versauen.

Mein Artikel mit dem Titel „http://trailrunnersdog.de/2016/02/wie-sollte-ich-mich-als-hundebesitzer-verhalten.html“ findest du hier: http://trailrunnersdog.de/2016/02/wie-sollte-ich-mich-als-hundebesitzer-verhalten.html

Hallo Sascha,
besten Dank für deine Rückmeldung. Ich werde mir deinen Beitrag gerne anschauen.
Mit sportlichen Grüßen
Peter

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