Januar – ein Monat für gute Vorsätze, richtig? Stehen auf eurer Liste vielleicht auch Ziele wie „Gesünder essen, mehr Bewegung, Yoga oder Detox?“ Apropos Detox, der Begriff ist ja gerade in aller Munde – aber was steckt überhaupt dahinter? Detox heißt übersetzt „Entgiftung“ und bedeutet erst einmal: den Körper von unerwünschten Giftstoffen zu befreien. Unsere Gastbloggerin Sandra hat hier einige Tipps für euch, wie ihr ohne teure Detox-Präparate eure körpereigenen Entgiftungsprozesse ankurbeln und „am Laufen“ halten könnt!

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Detox – sinnfreier Trend oder sinnvolle Entgiftung?

Nenne mir drei Begriffe, die dir bei dem Schlagwort Detox spontan einfallen! Ich bin sicher, dass die Wörter „Grün, Entschlacken, Gesund, Detox-Kur, Schlank, Reinigen, Juicing, Souping“ wiederholt fallen werden. Das sind eben auch die Begriffe, die in den Medien im Zusammenhang mit Detox meist genannt werden. Im Fokus stehen dann vielfach auch teure Präparate, Smoothies, Tees, Kuren und sogar Detox-Reisen, die einen positiven Effekt auf uns und unseren Körper haben sollen.

Ja, „Detoxen“ ist gerade total angesagt und voll im Trend! Deswegen ist es aber nicht gleich schlecht oder unsinnig, denn man kann so eine „Entgiftung“ auch ganz einfach gestalten, ohne dafür viel Geld aufzuwenden. Um unseren Körper zu reinigen, benötigen wir nämlich keine vorgefertigten, trendigen Detox-Kuren, sondern können schlicht und unkompliziert unser körpereigenes Entgiftungssystem ankurbeln. Organe wie Leber und Nieren haben ja die Aufgabe uns vor Giftstoffen und Verschmutzungen aus der Umwelt zu schützen.

Doch manchmal können diese Entgiftungsorgane ihre Arbeit einfach nicht im vollen Umfang leisten und unserem Körper gelingt es dann nicht mehr, sich allein gegen Schadstoffe zu wehren, die aus der Umwelt – vor allem über Nahrung, Luft, Medikamente und Kosmetik – aufgenommen werden. Trägheit, Unwohlsein, Magenbeschwerden, Gewichtszunahme können Anzeichen dafür sein. Auch Infektionen und Entzündungen können Symptome dafür sein, dass der Körper mit der Selbstreinigung überfordert ist. Dann sollten wir aufmerksam werden und dem körpereigenen System auf die Sprünge helfen. Wie so oft, ist auch beim Thema Detox das Wechselspiel von Ernährung & Bewegung wesentlich für einen effektiven Entgiftungsprozess.

Detox: Die richtige Ernährung macht’s

Beim Detoxen geht es in den Medien oft darum, wie man Gifte aus dem Körper herausspülen kann. Aber wie wäre es, wenn ein großer Teil davon gar nicht erst in unseren Körper hineingelangt? Detoxen bedeuten also vor allem auch, darauf zu achten, Nahrungsmittel, die unseren Organismus schwächen, zu identifizieren und von unserem Menüplan zu streichen und gegen die auszutauschen, die uns gut tun.

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Folgende Lebensmittel, Tipps und Tricks sind wertvoll für unsere tägliche „Detox-Kur-Küche“:

  • Wasser & (zuckerfreier) Tee: Die Flüssigkeit transportiert Schadstoffe aus dem Körper heraus und hilft dabei den ständigen Ausscheidungsprozess in Gang zu halten.
  • Grünes Gemüse & Zitrusfrüchte: Diese Nahrungsmittel stecken voller Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen, die den Stoffwechsel und Verdauungsprozess unterstützen.
  • Kräuter & Gewürze: Sind sehr mineralstoffreiche „Geschmacksverstärker“ und kurbeln ebenfalls den Stoffwechsel an (z.B. Petersilie, Minze, Kresse, Ingwer, Chili und Kurkuma).

Rezept: Vital Detox Smoothie

  • 1 Handvoll Blattspinat (wenn es ungreensmoothiekompliziert gehen soll, dann geht auch gefrorener und portionierter Blattspinat wunderbar)
  • 1/2 Apfel
  • 1/2 Stange Sellerie
  • 1 kleines Stück Ingwer,
  • 1 Scheibe Ananas (optional: Gurke, Mango, Birne…)

Alle Zutaten kommen in den Mixer und werden 30 Sekunden auf höchster Stufe bearbeitet; mindestens so lange, bis der Spinat vollständig püriert ist.

Übrigens: Alkohol, Zucker, übertriebener Kaffeekonsum und Nikotin stehen der Entgiftung und damit dem Detox-Effekt im Weg und sollte daher vermieden werden.

Bewegung, Yoga, Ruhepausen

Bewegung – am besten an der frischen Luft – bringt unseren Stoffwechsel in Schwung, vertreibt die Müdigkeit, lockert verkrampfte Muskulaturregionen, regt die Verdauung an und fördert somit die natürlichen Entgiftungsprozesse. Gern darf es auch mal ein wenig mehr Anstrengung sein, denn das Schwitzen transportiert überschüssige Giftstoffe über die Haut aus dem Körper.

Twistende (gedrehte) Yoga-Positionen eignen sich zusätzlich besonders gut. Sie massieren sanft die inneren Organe, rücken diese an die richtigen Stellen und regen ebenfalls die Verdauungs- und damit die natürlichen Entgiftungsvorgänge an.

detoxyoga_1(Bild oben links): Kindesstellung (Childspose): Fäuste an der Innenseite der Hüftknochen platzieren und den Oberkörper sanft darauf legen. Bauchdecke entspannen.

(Bild oben rechts): Drehsitz: Rechtes Bein anwinkeln, dann das linke gebeugte Bein darüber stellen. Mit dem Einatmen lang strecken und nach links rotieren. Ellbogen an der Außenseite des Knies platzieren. Mit jeder Einatmung die Wirbelsäule lang strecken und mit der Ausatmung etwas weiter „drehen“.

detoxyoga_2(Bild oben links): „Nadel einfädeln“: Aus dem Vierfüßlerstand rechte Hand unter den Körper schieben. Handrücken, Schulter und Schläfe ablegen. Langsam linken Arm lösen und Richtung Decke strecken.

(Bild oben rechts): Gedrehter Ausfallschritt: Im Ausfallschritt die Handflächen gegeneinander pressen. Dann mit dem geraden Oberkörper nach links drehen und den Ellbogen an die Außenseite des linken Knies legen. Die linke Schulter leicht zurückziehen und den Blick folgen lassen.

Bei allen drei gedrehten Positionen sollte man auf einen gestreckten Oberkörper und eine Verdrehung des Brustkorbs (oberhalb des Bauchnabels, Hüfte bliebt möglichst ruhig) achten. Beim Einatmen strecke dich lang heraus, mit der Ausatmung vertiefe die Position.

Außerdem: Bewusste Ruhepausen im turbulenten Alltag können unseren Geist und Körper „reinigen“. Einfach regelmäßig eine Auszeit nehmen und Aufgaben, Pflichten und den ständigen Gedankenwirrwarr loslassen. Auch die Atmung spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Heutzutage sind wir geneigt viel zu schnell und kurz zu atmen, was gar nicht unserer Natur entspricht. Ursachen dafür können vor allem Stress, Anspannung und Hektik sein. Ruhiges, tiefes Einatmen regt den Sauerstoffgehalt im Blut an. Über eine lange, vollständige Ausatmung gelangen Giftstoffe nach außen; das hilft dabei, den Körper zu entsäuern. Eine bewusste, tiefe Atmung hilft übrigens auch dabei, den Geist zu beruhigen und kann den Stress-Level lindern.

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Fazit und Detox-Plan

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich unser Körper ständig im Detox-Modus befindet. Wir müssen aber darauf aufpassen, dass wir das System nicht überfordern, indem wir zu viel „Gift“ von außen in unseren Körper pumpen. Gleichzeitig ist es wichtig, die natürlichen Prozesse durch regelmäßige Anwendungen in Gang zu halten, um das Immunsystem dauerhaft zu stärken, eine Übersäuerung des Organismus zu vermeiden und ihn damit vor Krankheiten und lästigen Anfällen von Müdigkeit, Kopfschmerzen und Magenbeschwerden zu schützen.

Kleinigkeiten reichen vollkommen aus, Regelmäßigkeit ist das Schlüsselwort. Als kleine Hilfestellung habe ich mal einen kurzen Plan erstellt, mit dem ein täglicher Easy-Detox ganz unkompliziert gelingen kann:

Morgens: Nach dem Aufstehen ein großes Glas lauwarmes Wasser mit einem Spritzer Zitrone und/oder Ingwerscheiben trinken. Dafür muss noch nicht einmal der Wasserkocher angestellt werden. Außerdem: 2-3 Yogapositionen und bewusst tiefes Atmen.

Tagsüber: Kleine Spaziergänge an der frischen Luft einbauen. 1 grünen Smoothie (s. Rezept) trinken oder rohes Gemüse (Kohlrabi, Gurke, Sellerie…) knabbern.

Abends: Sport an der frischen Luft, Mahlzeiten mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen aufpeppen.

Wochenende: Kleine „Gedankenpausen“ einlegen, zum Beispiel: in gemütlicher Position (sitzend oder liegend) ein paar Minuten einfach gar nichts tun.

Viel Spaß beim Detoxen!

 

sandra_blanzMehr über Gastbloggerin Sandra

Ich binSandra Blanz, 33 Jahre alt und ausgebildete Yogalehrerin, Lauf-Coach & Personal Trainerin. In Köln habe ich das Yogastudio Yogasana gegründet. Seit einiger Zeit bin ich mit Begeisterung als Laufcoach beim RUNNERS POINT Run Club Köln dabei. Neben Yoga und Laufen sind bei mir sportlich noch Triathlon, Crossfit und Calisthenics angesagt. 


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Kategorien : Ernährung Gesundheit


Bräucht einige Tipps zur Ernährung, ich habe ein OP ( am Fuß ) Anfang Februar und weis das ich zunehmen werde. Trotzdem möchte ich mein Gewicht halten bzw. etwas verlieren damit es für den Berlin HM losgehen kann!! 💪🏻🏃🏻
Danke

Hallo Janko!

Danke für deine Anfrage. Wir werden diese an Sandra Blanz, die Autorin dieses Beitrags, weiterleiten und dir ihre Antwort – sobald wir diese haben – zukommen lassen.

Mit sportlichen Grüßen, Martin

Hey Janko!

Hier ist die Antwort von Sandra:

Zu allererst: mach dir nicht zu viel Stress mit den Gedanken an Gewichtszunahme. Dein Körper wird mit der OP und anschließender Heilung angestrengt sein und braucht daher Energie. Sehr wichtig ist, dass du auf eine gesunde, frische, und ausgewogene Ernährung achtest, damit du dich vital und fit fühlst. Viel frisches Obst und Gemüse, und so gut es geht auf Zucker verzichten (Süßigkeiten, Gebäck, Fertigprodukte, süße Getränke). Achte auch darauf, dass du nicht aus Langeweile isst, vor allem wenn du anfangs viel liegen und ausruhen musst.
Beim Zubereiten der Mahlzeiten verwende Gewürze, Kräuter, Ingwer, Zitrusfrüchte, die den Stoffwechsel verstärkt anregen und die Blutzirkulation unterstützen.
Und nicht vergessen: viel trinken!

Wir wünschen dir eine schnelle Genesung, und dann kann es mit Vollgas Richtung Halbmarathon gehen!

Hier merkt man das die Tipps und das Körperbewußtsein auch gelebt werden.

Sowohl bei der Ernährung und der Bewegung kommt es eben auf die Kleinigkeiten und die Kontinuität an. Das sehe ich auch so. Und wer nichts schlechtes zu sich nimmt, der hat schon einen großen Schritt in Richtung Detox gemacht.

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