Wenn die Zeit dir davonläuft!

Mal ehrlich: Wie oft hast du schon gejammert, dass dein Tag nicht genügend Stunden hat? Du schnürst schon morgens vor dem Job die Laufschuhe und trainierst deinen Vorbereitungsplan ab, um abends Zeit für Familie, Freunde und dich selber zu haben? Und dann muckt der Körper auf und du wirfst eine Pille ein. Immer schön im Soll bleiben!

Doping – wo fängt es an? Gehört das Schmerzmittel beim Training und Wettkampf schon dazu? Betrügst du dich selbst und andere?

Breit im Sport?!

Sprechen Medien, Verbände und Politiker über Doping, geht es meistens um Hochleistungssport. Im Vordergrund stehen häufig Geldmotive der Sportler, der Betrug am Publikum und das unfaire Verhalten gegenüber den Konkurrenten. Doch nicht nur Leistungssportler sind betroffen. Vor allem der Griff zu Schmerzmitteln ist im Breitensport stark verbreitet.

Doping-1Doping im Breitensport ist vielen nur aus der Bodybuilding-Szene bekannt. Doch auch in vielen anderen Sportarten greifen Hobbyathleten zu Mitteln, deren Wirksamkeit durchaus fragwürdig ist. Studien (Bsp. Uni-Nürnberg-Erlangen beim Marathon Bonn, Jungfrau-Marathon Schweiz) zeigen, dass auch der Laufsport leider nicht davon verschont bleibt. Vorwiegend „dopen“ sich die Freizeitsportler mit  Medikamenten, die sie rezeptfrei in jeder Apotheke bekommen können. Besonders Schmerzmittel stehen ganz hoch im Kurs und werden häufig präventiv eingenommen. Die gesundheitlichen Folgen sind unter Umständen schwerwiegend und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

 „Ist doch nur Hustensaft!“

Unser Körper ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Beim Zusammenspiel von Körper und Geist zeigt sich immer wieder, zu was wir Menschen sportlich fähig sind. Trotzdem sollten wir die Signale nicht ignorieren, wenn es mal nicht so rund läuft. Unterdrücken wir Schmerzen im Training oder Wettkampf mit Medikamenten, können sich vorhandene Verletzungen verstärken. Dann verlängert sich nicht nur der Heilungsprozess, sondern es kann zu langfristigen Schäden kommen. Das Beispiel Ivan Klasnic, ehemaliger Fußballprofi von Werder Bremen, zeigt deutlich, welche Folgen jahrelanger Schmerzmittelgebrauch im Sport haben kann. Klasnic musste sich zwei Nierenoperationen unterziehen und verklagte daraufhin 2008 seine ehemaligen Ärzte aus Bremen, die ihn trotz schlechter Nierenwerte seit 2002 mit Schmerzmitteln behandelt hatten.

Aber wer kennt das nicht? Kurz vor dem Marathon oder einem Wettkampf läuft die Nase und eine Erkältung nistet sich ein. Klar, dass da bei vielen Sportlern die Enttäuschung groß ist und der Griff in den Arzneischrank umso verführerischer. Doch ein geschwächtes Immunsystem sportlichen Belastungen auszusetzten, kann vieles dramatisch verschlimmern. Ohne ärztlichen Rat sollte sich jeder die Frage stellen, ob er seinen Körper solch einem Risiko aussetzen muss! Auch ein einfacher Hustensaft oder eine Kopfschmerztablette können Inhaltsstoffe haben, die uns im Wettkampf mehr schaden als nutzen.

Doping-2Studien und Untersuchungen zeigen, dass Laufen mit Medikamenten besonders die inneren Organe, und im Speziellen die Nieren, stark belastet. Die Uni Erlangen-Nürnberg untersuchte während des Marathons in Bonn 2010 über 3500 Marathonläufer. Dabei hatten mehr als die Hälfte Schmerzmittel aus unterschiedlichen Gründen eingenommen. Auffällig war, dass bei den „gedopten“ Sportlern gesundheitliche Probleme zwei- bis sechsmal häufiger auftraten als bei Sportlern, die ohne Medikamente unterwegs waren. Kreislaufversagen, Erbrechen oder blutiger Urin waren die Folge.

Und nun?

Die Bonner Studie konnte nach der Auswertung keine leistungssteigernden Wirkungen bei Gebrauch von Medikamenten unter Hobbysportlern feststellen. Auch Muskelkater nach dem Lauf ließ sich präventiv durch Schmerzmittelgebrauch nicht verhindern.

Wer auf Schmerzmittel zurückgreifen muss, sollte diese nur im Anschluss an einen Lauf mit ausreichend Flüssigkeit und auch Natrium zu sich nehmen.

Fazit

„Wer ohne Medikamenten-Sünde ist, der hebe den moralischen Zeigefinger“ (Jamsek, 2013)

Wer nicht mogelt, der schont seinen Körper, hat länger Freude an seinem Sport und kann so die Erfolge doppelt genießen. Lieber auf einen Lauf mit Schmerzen oder Verletzung verzichten, dafür die anderen, schmerzfreien Trainingseinheiten des Jahres in vollen Zügen genießen.

Quellen:

https://www.uni-erlangen.de/infocenter/meldungen/nachrichten/2010/10/6/4.shtml

https://www.svl.ch/Schmerzmittel/index.html

https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/medikamente/news/medikamente-betaeubte-signale_aid_388865.html


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Kategorien : Gesundheit Rund um Sport, Fitness und Lifestyle


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