Fragen über Fragen. Und jede Läuferin und jeder Läufer hat natürlich die richtige Antwort auf diese Fragen. So entstehen Laufmythen, die sich über Jahre und Jahrzehnte halten. Wir wollen auf einige dieser Fragen aufgrund der neuesten Erkenntnisse Antworten geben. Also lass dich überraschen, welche Wahrheit dich bewegt.

Läufer

Laufmythos 1: Dehnen? Machen Rennpferde doch auch nicht, oder?

Dieter Baumann, Olympiasieger über 5000 m, hat mal auf die Frage nach dem Stretching für Läufer gefragt, ob man schon mal Rennpferde beim Stretching gesehen hat. Bedeutet also, wenn sich Pferde vor dem Start nicht stretchen, dann müssen Läufer sich auch nicht dehnen. Biologen weisen aber darauf hin, dass Raubtiere sich stretchen, bevor sie auf die Jagd gehen. Auch unsere Haustiere – ob Hunde, Katzen oder Pferde – dehnen sich nach dem Aufstehen und auch ein paar Mal im Laufe des Tages. Neuste Studien im Sportbereich weisen allerdings weder Vor- noch Nachteile auf. Wem das Stretching also gut tut, der soll es ruhig weiter machen.

Laufmythos 2: Nur wer im Training ordentlich Gas gibt, wird schnell

Mal abgesehen von Sprintern ist es für Mittel- oder Langstreckenläufer wichtig, eine Grundlage für die Läufe zu haben. Und diese legt man am besten mit Läufen bei einem Tempo, welches unseren Körper anregt und unter Stress setzt, ohne ihn zu überfordern und anzustrengen. So wird die aerobe Leistungsfähigkeit und auch die Sauerstoffaufnahmekapazität verbessert. Entsprechend sollten im Trainingsplan etwa 70 % Dauerläufe stehen, die im persönlichen Wohlfühltempo gelaufen werden.

Laufmythos 3: Kurzbeinige Läufer kommen langbeinigen Menschen nicht hinterher

Theoretisch macht ein Läufer mit langen Gräten größere, raumgreifendere Schritte als ein Mensch mit kurzen Beinen, der viele, kleine Schritte macht. Aber in der Praxis sieht es so aus, dass er dazu mehr Energie braucht und mehr Kraft benötigt. Also ermüdet ein langbeiniger Mensch mit identischem Fitnesszustand schneller und ist somit auch langsamer. In der Praxis gibt es allerdings in den verschiedensten Sportarten viele Beispiele, dass sowohl kurz- wie auch langbeinige Menschen erfolgreich sind.

Laufmythos 4: Was ich bergauf an Zeit verliere, hole ich bergab wieder rein

Klar und deutlich – das funktioniert nicht. Denn bergauf wird einfach mehr zusätzliche Energie verbraucht, als bergab eingespart wird. Ein Brite hat dies nachgewiesen. Er kam zu dem Ergebnis, dass 1 Grad Steigung 2,6 ml Sauerstoff pro Kilogramm pro Minute benötigt. Bergab werden aber nur 1,5 ml Sauerstoff pro Kilogramm pro Minute eingespart. Also, ab sofort wird bergauf nicht mehr getrödelt.

Laufmythos 5: In der Marathonvorbereitung muss der lange Lauf mit einer Temposteigerung enden

Definitiv gehört dies zu den meist zitierten Laufmythen. Aber wenn du kein Eliteläufer bist, dann kannst du in der Marathonvorbereitung auf die Endbeschleunigung bei den langen Läufen ruhig verzichten. Denn dies würde für Freizeitläufer womöglich gesundheitsschädigend sein. Stattdessen sollen die Läufe über die 30-Kilometer-Marke dazu dienen, ein gleichmäßiges Tempo zu trainieren, um in Zukunft mit angepasstem Fettstoffwechsel problemlos und locker mehr als 30 Kilometer zurückzulegen.

Laufmythos 6: Höhentraining ist nur etwas für Profis

Wer schon einmal an einem Berglauf teilgenommen hat, kann ein Lied davon singen, wie sich die „dünne Luft“ auf seine Leistung ausgewirkt hat.

Wenn beim Training in der Höhe weniger Sauerstoff als normal ins Blut gelangt, nennt man das Hypoxie. Bei nicht zu großer Höhe (1800 m–2500 m) erfolgt eine Anpassung des Körpers an die höhenbedingte Hypoxie in erster Linie durch verstärkte Produktion roter Blutkörperchen. Der daraus entstehende Kompensationseffekt führt zu einer Leistungssteigerung. Das gilt sowohl  für Profis als auch für Freizeitläufer. Da nicht jeder Sportler gleich auf das Training in der Höhe oder in einer Höhenkammer reagiert, muss das Training allerdings auch individuell geplant werden.

Laufmythos 7: Je härter das Training, umso besser

Viele ambitionierte Läufer machen den Fehler, in der Vorbereitung auf einen Wettkampf im Training immer Vollgas zu geben. Stets getrieben von dem Glauben: je härter ich trainiere, desto schneller erreiche ich meine Ziele. Das gehört in die Welt der Laufmythen und ist definitiv falsch. Die Folgen sind Leistungsschwund und erhöhte Verletzungsanfälligkeit. Besser ist es, seine Ziele langfristig zu definieren, z.B. mit einem Jahrestrainingsplan. Hier wird zuerst der Schwerpunkt auf das Fundament – die Grundlagenausdauer – gelegt. Dann folgen Tempodauerläufe und Intervalle, um sich an das angestrebte Wettkampftempo zu gewöhnen.  In einer Jahresplanung werden sinnvolle Höhepunkte gesetzt, das erhöht den Spaß und die Motivation, um am Veranstaltungstag die volle Leistung abrufen zu können.

Sicherlich gibt es noch mehr Laufmythen. Wir haben nur einige wenige hier für dich beantwortet und wir hoffen, etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben. Wir wünschen dir weiterhin viel Spaß bei deinem Lieblingssport.


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Kategorien : Fitness Rund um Sport, Fitness und Lifestyle Trainingstipps


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