Ein Marathon ist doch wie der andere – könnte man meinen. Aber weit gefehlt! Die Stimmung in Hamburg ist wirklich außergewöhnlich und reißt auch unsere Experten Tabitha und Peter jedes Mal wieder mit! Ihren Erfahrungsbericht vom Hamburg-Marathon lest ihr hier.

Blog Hamburg Marathon Start

Emotionen und Begeisterung beim Jubiläums-Marathon

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Hamburg ist immer eine Reise wert – ganz besonders natürlich, wenn der Marathon dort seinen 30. Geburtstag feiert. Den Platz als zweitgrößten Marathon Deutschlands hat er mehr als verdient mit einer wunderschönen Strecke, einer unglaublichen Stimmung durch viele Zuschauer die dem Wetter trotzen und einer guten Organisation vor Ort. Fast 15.000 Laufbegeisterte überquerten in diesem Jahr die Ziellinie. Wer seinen ersten Marathon laufen möchte, wird in Hamburg bis ins Ziel „getragen“ und kann noch Jahre danach von den Eindrücken schwärmen. So ging es auch mir, als ich vor ein paar Jahren mein Debüt in Hamburg erlebte. Eine Erfahrung, die man nie vergisst. Und deshalb komme ich auch immer wieder – um ohne Leistungsdruck die knapp über 42 Kilometer zu genießen.

Blog Hamburg Marathon Yuki, Peter, TabithaAm Vortag erzählt uns Yuki Watanabe ein paar Dinge aus ihrem Sportlerleben. Die zierliche Japanerin läuft für Mizuno, ist 27 Jahre alt und will morgen auf dem Treppchen landen. Wie viele Japanerinnen sieht sie nicht nur extrem jung aus, sondern ist auch sehr höflich. Zurzeit trainiert sie viel in New Mexico. Genau wie ich liebt sie bunte Farben, trägt im Wettkampf aber lieber weiße Schuhe, weil sie sich darin leichter und schneller fühlt. Ich wünsche ihr alles Gute und gehe mit den Mizuno Runbirds und einigen Kollegen Segeln – Wasser hat doch auch bei nordischem Wetter etwas Beruhigendes.

Blog Hamburg Marathon Abendessen

Am Wettkampfmorgen gehe ich müde aber fröhlich zum Frühstücksbuffet und treffe Deutschlands schnellsten Marathonläufer Arne Gabius und seine Freundin Anne. Wir haben uns lange nicht gesehen, es gibt viel zu erzählen. Ich freue mich, dass beide an der Staffel teilnehmen. Hamburg ist halt einfach toll. Das wissen auch die Dänen, die so zahlreich erschienen sind, dass man glauben könnte in Kopenhagen gelandet zu sein, denn immerhin nehmen genau so viele Dänen wie Hamburger teil und auch die skandinavischen Zuschauer schwenken zahlreich ihre rot-weißen-roten Fahnen. Lustig sind auch einige Kinder, die als Staffel starten und den Großen zwischendurch davon rennen.

Blog Hamburg LäuferAuf der Reeperbahn springt mir ein Plakat ins Auge: „Gib deinem Glück eine Chance!“ Aber das tue ich doch schon – ich laufe mich fröhlich! Die Polizisten stehen entspannt und klatschen – wahrscheinlich freuen sie sich, zur Abwechslung mal nicht auf betrunkene Partygäste, sondern auf eifrige Läufer aufzupassen. Immer wieder gibt es musikalische Highlights. Studenten grillen am Straßenrand, Familien machen ein Gartenfest oder sitzen auf ihren Balkonen, winken, rufen und singen. Die Menschen sind einfach gut gelaunt trotz Regenwetter und grauem Himmel. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich und lenkt mit vielen Stimmungsnestern von den müden Beinen ab. Ich genieße die unzähligen schönen Gebäude an der Strecke, komme an meine Lieblingsstelle an der Elbe, wo ich in meinen Hamburger Zeiten oft im Training gelaufen bin. Der Hafen liegt in aller Ruhe da – während wir an ihm vorüber eilen. Die großen Container beindrucken mich. Bald riecht es nach Fisch. Eine Kapelle spielt fröhliche Musik. „Anfeuern ist auch anstrengend!“ steht auf einem selbst gebastelten Schild. Das stimmt! Ich bewundere die Zuschauer, die hier stundenlang klatschen, rufen und tausende Läufer ermutigen. Ich kriege regelmäßig Gänsehaut, wenn ich in die vielen motivierenden Gesichter schaue. Hin und wieder gibt es mitten auf der Strecke Massage-Möglichkeiten. Kurz spiele ich mit dem Gedanken, hier einfach eine Pause zu machen, wie manch anderer Läufer. Aber dann laufe ich doch lieber weiter.

Damit ich meine müden Beine vom Trainingslager und den Schlafmangel nicht so spüre, lenke ich mich mit drei Dingen ab. Erstens: ich mache alle fünf Kilometer jemandem ein Kompliment. Zweitens: ich bedanke ich mich bei besonders aktiven Zuschauern und drittens: ich zähle pinke Schuhe. Außerdem versuche ich mir besonders schöne Ecken zu merken, den Lauf mit allen Sinnen so gut es geht zu genießen, auch wenn die letzten Kilometer anstrengend sind. Spätestens kurz vorm Ziel strömt das Glück über und ich freu mich auf Wassermelone und Trauben!

30 Jahre Hamburg-Marathon: Beeindruckende Fakten

  • 38.000 Bananen und 700kg Wassermelonen
  • 30.000 Liter Dextro Energy
  • 30.000 Gels
  • 500 Liter Krombacher Alkoholfrei
  • 18 europäische und 11 ostafrikanische Siegerinnen
  • gleich viele europäische wie ostafrikanische Siege bei den Männern (jeweils 13)
  • Streckenrekord: 02:05:13 Eliud Kichoge( 2013)

Ausgelassene Stimmung bei hanseatischem „Schietwetter“

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Bereits eine Woche vor dem Haspa Marathon in Hamburg habe ich mehrmals täglich die Wettervorhersage für die Hansestadt geprüft. Leider kam es dann genauso, wie es die Wetterfrösche prognostiziert hatten: Strahlender Sonnenschein am Freitag und am Marathontag dann grauer Himmel mit Regen. Aufgrund von muskulären Problemen in der Vorbereitungszeit sollte mein dritter Marathon in Hamburg im moderaten Tempo erfolgen – mit dem Ziel einfach nur zu finishen.

Blog Hamburg Marathon FinisherAls wir uns am Sonntagmorgen auf dem Weg zum Start machten, war der Himmel wolkenverhangen und es roch förmlich nach Regen. Erstaunlicherweise hatte man das Gefühl, dass das Wetter keinen Hamburger vom Anfeuern und Zuschauen abhalten konnte. Nun ja, die Hamburger sind nun mal „das Schietwetter“ gewohnt. Ich war in Startblock E eingeteilt, dort steht man in Hamburg schon relativ weit vorne. Da ich mir diesmal keine bestimmte Zielzeit vorgenommen hatte, stand ich sehr entspannt in mitten von zum Teil sehr nervösen Läufern. Nachdem Start geht es Richtung Reeperbahn und dann zu den Landungsbrücken (Km 10). Hier erwartete uns die erste Stimmungs-Hochburg mit vielen Zuschauern. Ich traute meinen Ohren nicht: „ Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ brachte eine Hafenband zum Besten und ich erwischte mich dabei, wie ich leise mitsang.

Am Wasser längs ging es nach ein paar Kilometern in einen Tunnel – hier versuchten die Läufer die Stille mit rhythmischem Klatschen zu durchbrechen. Sehr lobenswert sind die Verpflegungsstellen in Hamburg, denn diese waren alle zwei Kilometer zu finden und mit freundlichen Helfern besetzt. Die gute Stimmung an vielen Punkten der Strecke sorgte dafür, dass man den mittlerweile einsetzenden Regen zeitweise nicht wahrnahm. Die Zuschauer ließen sich gar nicht von der Feuchtigkeit beeindrucken und die vielen Bands und Kapellen spielten was das Zeug hielt. Nach dem Jungfernstieg im Herzen der City, liefen wir am Ostufer der Alster entlang. Vom nördlichsten Punkt der Strecke ging es dann wieder in Richtung City zurück. Dort liefen wir am Westufer der Alster vorbei in Richtung Rotherbaum. Ab Kilometer 39/40 bekam man noch eine zusätzliche Bürde auferlegt, ab hier ging es leicht bergan bis zum Ziel.

Blog Hamburg Marathon Tabitha und PeterBis zum Halbmarathon lief es recht ordentlich bei mir und die ständige Nachfrage an meine zickige Hüft- und Oberschenkelmuskulatur wurde mit „No Problem“ beantwortet. So genoss ich neben der musikalischen Untermalung auch die vielen Hanseaten mit ihren witzigen Ständen und den aufgebauten Frühstücksnestern, teilweise sogar auf dem Mittelstreifen. Ab KM 25 begann dann meine Muskulatur zuzumachen. Ab hier musste ich mein Tempo so variieren, das ich die letzten 17km irgendwie herunterspulen konnte. Ich arbeitete mich nun Kilometer für Kilometer dem Ziel entgegen und jede Verpflegungsstation war ab sofort mein erklärtes Etappenziel. Ab KM 35 durfte es auch mal ein Becher Cola sein, um die „letzten“ Lebensgeister zu motivieren. Es wurde zum Ende der Strecke sogar ein Getränk angeboten, welches angeblich Flügel verleiht, aber ich lehnte dankend ab und setzte weiterhin auf meine müden Beine. Nachdem ich auch die letzten Hamburger Höhen erklommen hatte, lief ich auf den Fernsehturm zu und erreichte – unter gewaltigen Applaus der vielen Zuschauer die entlang des letzten Kilometers standen – den mit rotem Teppich ausgelegten Zielbereich an der Hamburger Messe. Der Hamburg Marathon ist immer eine Reise wert. Der Veranstalter hat mit seinen Sponsoren wie z.B. Mizuno hier wieder einmal eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt.

 


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