Share this post by e-mail
You can enter up to five recipients. Seperate them with a comma.





The provided data in this form is only used to send the e-mail in your name. They will not be stored and not be distributed to any third party or used for marketing purposes.

Letztes Wochenende beim London-Marathon hat es sich wieder gezeigt: klein und leicht scheinen für einen Marathonläufer wesentliche Gewinnerattribute zu sein. In einer – nur knapp unter dem Weltrekord liegenden – Zeit von 2:02:37 gewinnt der 56 Kilo schwere und 1,67 Meter große Kenianer Eliud Kipchoge zum vierten Mal in London. Stimmt es also, dass ein leichter Läufer auch ein schnellerer und ausdauernderer Läufer ist. Muss du nur Gewicht abbauen und legst gleich eine neue Bestzeit auf die Strecke? Wir sind dieser Frage mal nachgegangen und liefern ein paar Antworten und ein bisschen Denkstoff.

Weniger Ballast, mehr Energie…

das ist grundlegend natürlich richtig, denn je mehr Gewicht du durch die Gegend trägst, desto mehr Energie verbraucht dein Körper. Die Energiebilanz verbessert sich da logischerweise, wenn du dein Gewicht reduzierst. Das merkst du vor allem an einem verbesserten VO2max-Wert. Der beschreibt deine maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit unter Belastung und ist ein wichtiger Indikator für die Beurteilung deines Ausdauerleistungspotenzials. Warum ist leicht erklärt: Je mehr Sauerstoff dir zur Verfügung steht, desto mehr wird mit dem Blut zu deinen Zellen und Muskeln geliefert und kann dort in Energie umgewandelt werden. Studien haben gezeigt, dass eine Gewichtsreduktion zu einer Erhöhung des VO2max führt.

Gewicht: Was kann weg und was brauchst du noch?

Bisher scheint ja alles darauf hinauszulaufen, dass ein Minus an Gewicht dir ein Plus an Schnelligkeit bringt. Das zeigt auch eine Studie des US-Wissenschaftler Paul Vanderburgh. Sie besagt, dass jedes Kilo weniger Gewicht mit einem Zeitgewinn von 2,5 Sekunden pro Kilometer gleichzusetzen ist. Aber stopp, so einfach ist die Bestzeitenformel dann doch nicht auflösbar. Mal ganz abgesehen davon, dass bei Weltklasseläufern wie Eliud Kipchoge oder Mo Farah natürlich noch viel mehr Faktoren als das Gewicht zu Ausdauer und Schnelligkeit beitragen, ist das mit der Gewichtsreduktion zudem eine trickreiche Angelegenheit. Erstens musst du dich von den „richtigen Kilos“ trennen und zweitens darfst du auch nicht zu viel Gewicht verlieren, denn dann schwächst du deinen Körper mehr als du ihn stärkst.

Wenn du jetzt anfängst Gewicht zu machen, in dem du weniger isst und noch mehr trainierst, wird der Schuss voll nach hinten losgehen, denn dann greift dir dein Körper mangels voller Kohlenhydratspeicher sofort die Proteine ab, die beispielsweise in deinen Muskelzellen stecken. Dann verlierst du an Gewicht, weil deine Muskelmasse abnimmt. Aber das ist natürlich kontraproduktiv und bringt dich in Sachen „neue Bestzeit“ keine Sekunde weiter.

Wenn, dann musst du dein Körperfett reduzieren. Das sind dann die „richtigen Kilos“, also die, die weg können. Auch Vanderburgh sieht in seiner Studie ein geringes Körpergewicht gepaart mit einem hohen Muskelanteil als maßgeblichen Faktor für die Verbesserung der Ausdauerleistung.

Denkstoff zum Schluss

Ja, weniger Gewicht kann dir in puncto Zugewinn an Schnelligkeit und Ausdauer helfen, aber das allein macht noch keine Bestzeit. Der Läufer neben dir kann mehr Gewicht haben und trotzdem schneller und ausdauernder sein als du, weil er beispielsweise mehr Muskelmasse und weniger Körperfett hat. Oder, weil die Faserverteilung seiner Muskeln ihn einfach leistungsfähiger macht. Diese Faserverteilung ist genetisch festgelegt und deswegen nicht beinflussbar. Und, um noch einmal auf Kipchoge und Co zurückzukommen: Forscher der Universität Bayreuth haben herausgefunden, dass bei den ostafrikanischen Läufern beispielsweise noch andere prädisponierende Faktoren für den Erfolg verantwortlich sind. Demnach brauchen sie für eine gewisse Geschwindigkeit weniger Sauerstoff für ihre Muskulatur, weil ihre Muskelmasse optimal auf die Ausdauerbelastung abgestimmt ist. So werden Muskelgruppen, die nicht für das Laufen benötigt werden, einfach von der Sauerstoffversorgung ausgespart.

Die Frage nach dem Idealgewicht für Läufer können wir also nicht eindeutig beantworten, weil zu viele andere Faktoren für die Steigerung der Schnelligkeits- und Ausdauerleistung veranwortlich sind. Unser Tipp: Höre auf deinen Körper, denn dein läuferisches Idealgewicht ist wahrscheinlich auch dein Wohlfühlgewicht. Es bringt dir nichts, schneller im Ziel zu sein, wenn du dafür an Wohlbefinden einbüßt. Laufen soll doch in erster Linie Spaß machen, oder?!

 


Tags :

Kategorien : Rund um Sport, Fitness und Lifestyle


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

* *

Angemeldet als . Abmelden »