Teambild

RUNNERS POINT Halbmarathonmeisterschaften in Bonn – ein Erlebnisbericht

Heute ist der große Tag! Über 70 Mitarbeiter aus ganz Deutschland und Österreich haben sich in Bonn zur RUNNERS POINT Halbmarathonmeisterschaft zusammengefunden. Neben einigen Topläufern und vielen „Alten Hasen“ können wir auch 16 Läufer begrüßen, die diese Distanz zum ersten Mal spüren wollen.

Am Vorabend treffen wir uns dann zur berühmten „Pasta-Party“.

Warum eigentlich Pasta-Party?
(von Peter)

PastapartyDas „Carboloading“ ist eine Maßnahme um den Kohlenhydratvorrat in der Muskulatur zu gewährleisten. Die Bezeichnung „Pasta-Party“ hat den historischen Hintergrund, dass es anfangs Nudelhersteller gab, die Marathonveranstaltung sponserten, um ihre Artikel zu bewerben. Außerdem ist die schnelle und unkomplizierte Herstellung der Nudelgerichte ein großer Vorteil, den die Veranstalter gerne Nutzen. Heute weiß man, dass es bessere Energielieferanten gibt als Nudeln. Einige Läufer bevorzugen Kartoffeln, Reis, Bananen oder Rosinen. Hinzu kommen Tomaten und Karotten, diese haben einen niedrigeren Kohlenhydratanteil als Nudeln, sind dafür aber wahre Mineral- und Vitaminbomben für unser Glykogendepot und den Kohlenhydratstoffwechsel.

Am Abend sind die meisten Läuferinnen und Läufer dann ziemlich schnell auf ihren Zimmern verschwunden. Kein Wunder, denn alle sind motiviert und wollen am nächsten Tag die volle Leistung abrufen.

Am Wettkampfmorgen steht das gemeinsame Frühstück auf dem Terminkalender. So richtig gut geschlafen haben die wenigsten – was aber natürlich nur an der ungewohnten Übernachtung im Hotel liegt: „Warst du aufgeregt und konntest deshalb nicht schlafen? – Nein, es war einfach zu warm im Zimmer“. Hier möge jeder denken was er will.

Habt ihr einen Tipp für die Nacht vor dem Wettkampf?
(von Peter)

Dass viele Athleten in der Nacht vor dem Wettkampf schlecht schlafen ist nichts Außergewöhnliches. Dieses Phänomen trifft nicht nur Laufanfänger, auch viele Profis berichten von unruhigen Nächten vor ihren Wettkämpfen. Der Sportler braucht einen Leistungsverlust durch Schlafmangel – in der letzten Nacht vor dem Start – nicht zu fürchten, wenn er in den Tagen zuvor ausreichend geschlafen hat.

FrühstückBeim Blick über die Frühstücksteller fällt auf, dass weiße Brötchen mit Honig, Marmelade oder Nutella im Trend liegen. Rührei und Kaffee runden das Ganze bei manchen ab. Die sonst so beliebten warmen Beilagen wie Würstchen und Bacon werden verschmäht. Dagegen sieht man speziell bei den erfahrenen Läufern mit schnellen Zielzeiten Sportflaschen in denen Pulver versenkt wird. Was es damit wohl auf sich hat…?

Welches Frühstück ist für mich am besten?
(von Tabitha)

Das kommt z.B. ganz auf Startzeit, Schnelligkeit, Stoffwechsel und Essgewohnheiten an. Generell sollte man vor dem Wettkampf nichts Neues ausprobieren. Einem unruhigen Magen hilft ein Stückchen Ingwer drei Stunden vor dem Start. Vor allem den schnellen Läufern empfehle ich als Frühstück den „Starter“ von Ultra Sports mit einer Scheibe Honig-Toast, einem Glas Wasser und einem Espresso. Diese Kombi hält lange an, ist sehr magenverträglich und perfekt auf die Wettkampfbedürfnisse abgestimmt. Auch zarte Haferflocken mit etwas Banane und Zimt funktionieren recht gut. Einen großen Bogen sollten wir natürlich um schwer verdauliche und säurehaltige Kost machen. Bei einer sehr langen Wartezeit bis zum Start hilft ein Riegel als zweites „Frühstückchen“.

Ansprache Herr HurlerKurz vor dem Start treffen wir uns vor unserer Run²-Filiale, die praktischerweise in unmittelbarer Nähe zu Start und Ziel direkt in der Innenstadt liegt. RUNNERS POINT Geschäftsführer Otto Hurler, der bereits 20 Marathons gefinisht hat, stimmt die Mannschaft noch einmal ein und dann geht es auch schon in Richtung Startlinie. Je nach Zielzeit ordnen wir uns in den verschiedenen Startblöcken ein. Unsere Topläufer stehen ganz vorn, der Rest verteilt sich. Neben dem Startblock steht noch eine lange Schlange vor den Toiletten.

Warum müssen die Läufer denn jetzt alle noch aufs Klo?
(von Tabitha)

Wie bei einer aufregenden Prüfung bringt uns auch die Wettkampfaufregung in eine Nervosität, die ganz natürlich mit dem erhöhten „Klo-Bedarf“ verbunden ist. Wie oft man die mobilen WCs aufsucht ist auch vom Wetter und anderen Umständen abhängig. Wichtig ist, dass wir die Flüssigkeitsaufnahme eineinhalb Stunden vor dem Lauf stark einschränken. Ich habe mir angewöhnt, nach den Wettkämpfen kurz aufzuschreiben, wie alles gelaufen ist – so lernt man aus Erfahrung und kann sich den eigenen, perfekten Ablauf angewöhnen und die Umstände und Aufregung halbwegs kontrollieren. Immer dabei habe ich bei Wettkämpfen eine Packung Taschentücher, einen alten gemütlichen Pulli und eine Art „Klo-Zeitplan“.  Und nicht vergessen: Kaffee macht zwar wach, kann aber bei „Oft-zum-Klo-Läufern“ zum zusätzlichen Problem werden…  

Endlich geht es los. In Bonn starten die einzelnen Blöcke mit mehreren Minuten Abstand. Der Vorteil ist: Das Feld entzerrt sich und man kommt schneller in seinen Laufrhythmus. Der Nachteil: Wir wollen loslaufen! Dann geht es unter dem Applaus der Zuschauer endlich los. Die ersten Kilometer laufen wir gemeinsam in einer großen Gruppe bis jeder sein eigenes Tempo gefunden hat.

Wie orientiere ich mich um schnell mein Tempo zu finden?
(von Peter)

RP-LäufergruppeDer Startschuss ist gefallen und die Läufermeute sprintet los, als gäbe es kein Morgen mehr. Dieser Fehler rächt sich spätestens in der zweiten Rennhälfte. Es fehlen die „Körner“, die man am Anfang des Laufes  verbraucht hat. Besonders unerfahrene Läufer glauben, dass sie ihre Bestzeit anfangs „rauslaufen“ können. Durch diesen Irrglauben begegnet man beim Marathon häufig dem „Mann mit dem Hammer“. Die Energiereserven des Läufers sind meist schon nach zwei Dritteln der Strecke erschöpft und die Anhäufung von Laktat behindert die Muskelarbeit. Um dies zu verhindern, haben viele Veranstalter mittlerweile erfahrene Pacemaker im Feld, die mit Zielzeiten gekennzeichnet sind. Bei kürzeren Strecken, ohne Pacemaker, sollte der Läufer aufgrund seiner realistischen Endzeit sein Tempo planen. (z.B. Halbmarathon unter 2:00h = 5:40min/km). Wettkampfnovizen hilft auch, das Rennen in Begleitung eines erfahrenen Läufers zu bestreiten.

Bei Kilometer 7 gibt es aufmunternde Worte von unserem Vanman Jochen Heringhaus, der nicht nur uns, sondern aufgrund seiner langjährigen Teilnahme viele Sportler kennt. Der Streckenverlauf in Bonn hat noch einen Vorteil – vor allem, wenn man mit einem großen Team am Start ist: Durch die Schleifen in der Strecke läuft man sich an verschiedenen Stellen entgegen und kann sich gegenseitig anfeuern. Das motiviert! Die letzten Kilometer sind bekanntlich die „schönsten“. Einer unserer Debütanten kommentiert das treffend: „Die letzten Kilometer sind ja mal richtig sch…“.

Gibt es einen Tipp für die letzten Kilometer?
(von Peter)

Zum Ende eines Rennens, vor allem auf den Langstrecken, hat man das Gefühl, dass die letzten Kilometer immer länger werden. Der Grund dafür ist, dass die Kraft nachlässt und die Ermüdung immer größer wird. Unser Gehirn teilt uns mit: „Meine Energievorräte sind erschöpft, ich habe keinen Bock mehr“. Da unser Gehirn von Natur aus diese Schutzmeldung sendet, bevor wirklich alle Energiespeicher leer sind, müssen wir es durch positive Gedanken oder Mantras überlisten. Wir können uns in Gedanken z.B. vorstellen, wie wir die Ziellinie unter dem Jubel der Zuschauer überqueren oder wir sagen uns: „Du hast gut trainiert, deshalb kann gar nichts schiefgehen“. Hier muss jeder Athlet die richtige Ansprache an sich selbst finden.

Nach dem Zieleinlauf sind aber alle Strapazen schnell vergessen und wir können auf fantastische sportliche Leistungen zurückblicken:Ergbenisse

  • 72 Läufer (m/w) von RUNNERS POINT, Run², TREDEX und SIDESTEP kamen ins Ziel und haben in Bonn insgesamt 1.519,02 Kilometer abgespult.
  • 16 Kollegen haben in der Beethovenstadt ihr erfolgreiches Debüt über die Halbmarathondistanz gegeben.
  • Sebastian Meurer (Run² Bonn) belegte beim Halbmarathon in der Gesamtwertung in 1:12:37 den zweiten Platz.
  • In der Firmenwertung des Halbmarathons konnten wir nicht nur den ersten Platz, sondern auch viele weitere vordere Plätze erringen.

Unser Kollege Florian Neuschwander aus Trier konnte dann wenig später noch eine weitere Spitzenleistung über die Marathondistanz nachlegen. In 2:20:28 schafft er nicht nur eine phantastische neue Bestzeit, sondern läuft auch als Fünfter in der Gesamtwertung ins Ziel und wurde mit dieser Leistung gleichzeitig bester Europäer.

Vielen Dank an das Orga-Team, BROOKS, die BARMER GEK und Tim Rehbein (Fotograf) für die Unterstützung bei der Durchführung dieses tollen Teamevents. Es hat allen sehr viel Spaß gemacht und die nächsten Rennen sind schon geplant!


Kategorien : Erlebnisberichte & Events Trainingstipps


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