Niclas Bock ist einer, der seinen Sport voll und ganz lebt – privat und im Job. Im Job haben wir ihn auch kennengelernt, denn Niclas war mal unser RUNNERS POINT-Kollege. Schon damals war uns klar: der Mann liebt die Herausforderung. Als (Ex-Profi-) Triathlet und Gründer von “Pushing Limits”, einem Blog für ambitionierte Triathleten und Ausdauersportler, geht er oft an seine Grenzen und darüber hinaus. Was ihn dazu motiviert, was “Pushing Limits” für ihn bedeutet und warum er im April einen One-Man-Marathon ohne Start- und Ziellinie plant, lest ihr jetzt.

 

Hallo Niclas, sicherlich kennen dich einige Läufer*innen aus der RUNNERS POINT Community schon. Aber vielleicht stellst du dich trotzdem noch mal kurz vor.

Niclas: Exakt, ich kenne RUNNERS POINT noch gut aus meiner Zeit als Storemitarbeiter, von etlichen Laufschuh-Beratungen, und dann natürlich noch von meiner Aufgabe, die damals lautete den RUNNERS POINT Run Club auf die Beine zu stellen. Das ist mittlerweile schon fünf Jahre her. Vor und nach meiner Zeit bei RUNNERS POINT war ich als Profi im Triathlonsport aktiv. Meine „Profi-Karriere“ habe ich allerdings Ende 2018 beendet. Dem Triathlon- und Ausdauersport bin ich trotzdem treu geblieben – und wahrscheinlich sogar enger mit ihm verbunden als zuvor: Vor knapp zweieinhalb Jahren habe ich mit einem Kumpel eine digitale Plattform ins Leben gerufen. Auf Pushing Limits geben wir dem Sport mit mit Blogs, Videos und Podcasts eine zeitgemäße Bühne.

Pushing Limits, das Ziel des Blogs ist ja damit schon mal definiert. Was macht ihr denn genau und was waren die bisherigen Highlights deiner Arbeit mit und für die Community?

Niclas: Im Grunde genommen zeichnet es uns, dass es keine Regeln für unsere Inhalte gibt. Im Blog äußern wir uns in Textform zu aktuellen Geschehnissen der Triathlon- und Ausdauerwelt und legen besonderen Wert darauf, dass wir dort unsere Meinung und Perspektive offenlegen. Oftmals führt das zu lebhaften Diskussionen mit unseren Followern. Wir wollen aber nicht nur auf den Putz hauen, sondern auch Wissenswertes und Interessantes auf unseren Kanälen platzieren – das geht mal im Blog besser, mal bietet sich dafür aber auch unser Podcast oder YouTube-Channel an. Am Ende ist entscheidend, welcher Inhalt in welcher Form am besten präsentiert werden kann. Ein ganz besonderes Highlight waren sicherlich unsere beiden Ausflüge zum Ironman Hawaii und das Show-Format, das wir dort eine Woche lang täglich produziert haben.

 

Als ehemaliger Triathlon Leistungssportler hast du ja schon so einige Laufkilometer hinter dir. Was bedeutet Laufen für dich grundsätzlich und welche Rolle nimmt es gerade in der aktuellen Lage ein?

Niclas: So platt und abgedroschen wie es klingen mag, aber Laufen bedeutet für mich Freiheit! Laufschuhe an, rausgehen und loslaufen! Ich persönlich bin eher der Typ, der sportliche Ziele braucht, um sich zu motivieren. Andere laufen gerne einfach so in der Gegend herum. Wieder andere Leute haben überhaupt keinen Spaß beim Laufen, tun es aber trotzdem, weil sie wissen, dass es gesund ist und ihnen gut tut. Wie gesagt, bin ich eher ein kompetitiver Typ und suche im Laufen gerne anspruchsvolle Herausforderungen. Mein nächstes Ziel ist der Marathon in Düsseldorf im April, den ich gerne in einer Zeit um 2:40 Stunden finishen würde. Dafür trainiere ich im Moment etwa fünf bis sechs Mal pro Woche.

 

Hier stellt sich allerdings die Frage, ob die Veranstaltung – wie viel andere Laufevents – überhaupt stattfinden kann. Wie gehst du mit der ganzen Situation aktuell um?

Niclas: Ich lehne mich gerne aus dem Fenster: Der Marathon in Düsseldorf wird dieses Jahr nicht stattfinden. Und das ist vollkommen in Ordnung und richtig so. Ich glaube, dass einem als Sportler damit geholfen ist, die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist. Alles andere, das ganze Jammern und Hadern, sind pure Energieverschwendung. Wir sollten nicht vergessen, dass Sport, und insbesondere Sportevents, lediglich Luxusgüter unserer Zeit und unserer Gesellschaft sind. Jetzt müssen wir darauf eben mal ein paar Monate verzichten, ja, aber es gibt Schlimmeres! Die Devise sollten jetzt lauten, dass wir alle gemeinsam gut und gesund durch die kommenden Monate kommen und dann am Start sind, wenn die Veranstalter wieder zu den Rennen rufen können. 

 

Viele Eventveranstalter stehen gerade vor großen Herausforderungen, weil ihre Läufe nicht stattfinden können. Was können wir Läufer deiner Meinung nach tun, damit unser Lieblingslauf aus finanziellen und anderen Gründen nicht dauerhaft abgesagt werden muss.

Niclas: Wir wollen ja alle irgendwann wieder von einer Startlinie in Richtung Finishline laufen, sprich: einen Wettkampf bestreiten. Vielleicht ist jetzt ein guter Moment, um den Veranstaltern unserer Lieblingsläufe etwas zurückzugeben. Wenn man zum Beispiel schon bei einem Lauf angemeldet ist, der nun nicht stattfinden kann, sollte man vielleicht kulant sein und nicht darauf pochen, die Startgebühren zurück haben zu wollen. Ich weiß, das ist in der derzeitigen Lage nicht für jeden eine passende Lösung. Aber wenn es einem die persönlichen Situation erlaubt, dann wäre es für viele Veranstalter sicherlich eine große Hilfe.

 

Und was ist mit deinem sportlichen Ziel? Du meintest, dass du die Herausforderung brauchst, um dich fürs Laufen zu motivieren.

Niclas: Ja, und genau deshalb werde ich meinen Marathon, für den ich gerade so viel trainiere, auch laufen, ganz alleine! Vorausgesetzt man darf am 26. April, also an dem Tag, an dem ich eigentlich in Düsseldorf laufen wollte, zum Sporttreiben vor die Tür, renne ich die 42 Kilometer einfach für mich, nur mit meiner GPS-Uhr als Zeit- und Distanzmesser. Vermutlich wird es eine zähe Nummer, aber ich habe Bock drauf und schlussendlich wird das dann auch mal eine ganz neue Erfahrung. Diese Entscheidung habe ich für mich vor knapp zwei Wochen getroffen. Mir hilft das dabei, die Motivation und Trainingsmoral hoch zuhalten und weiter den Trainingsplan durchzuziehen.

 

Niclas, vielen Dank für deine Zeit! Wir drücken dir die Daumen und bleib gesund!

 


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Kategorien : Erlebnisberichte & Events Rund um Sport, Fitness und Lifestyle Trainingstipps


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