In Socken, Hosen und selbst in Oberteilen wird diese Technik immer häufiger eingesetzt. Doch warum zwängen sich immer mehr Sportlerinnen und Sportler in eine zweite Haut? Macht Kompressionsbekleidung wirklich schneller oder ist das Ganze „Kopfsache“? Wir haben das Thema mal genauer beleuchtet.

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von und

Was ist Kompression

Kompression bedeutet „zusammendrücken“ oder „verdichten“. Kompression gibt es in verschiedensten Bereichen. In der Psychologie verwendet man den Begriff für das Zusammenlegen von Vorstellungen und Gedanken. In der medizinischen Kompressionstherapie wird durch Druck die Fließgeschwindigkeit des Blutes gesteigert. Das geschieht dann über die bekannten Kompressionsbinden oder spezielle Strümpfe, die einem im Krankenhaus öfter über den Weg laufen. Doch auch im Sport findet Kompression immer mehr Einzug in die Textilien. Sie fördert die Durchblutung, hilft bei einer schnellen Regeneration und „hält“ die Muskulatur fest. So wird auch ihre Vibration verringert. Das alles kann enorme Vorteile mit sich bringen – sowohl vor, als auch im Training sowie in Erholungsphase.

Was passiert? Die Wirkung von Kompressionrunning1

Durch den definierten Druck verengen medizinische Kompressions-Socken „ausgeleierte Venen“, so dass sich die Venenklappen wieder schließen können. Die Muskeln, welche die betroffenen Venen umschließen, unterstützen bei jedem Schritt das Zurückpumpen des Blutes zum Herzen. Im Alltag finden Kompressionssocken in diversen Bereichen ihren Einsatz – nicht nur in der Medizin um Thrombosen zu verhindern. Es gibt zwar einige Studien zu dem Thema Kompression, allerdings ist der Ansatz oft völlig unterschiedlich und ein objektiver Vergleich kaum möglich. Wie groß der psychologische Effekt ist, bleibt ebenfalls noch offen – nur eins ist unumstritten: Träger von Kompressionstextilien fühlen sich dadurch leistungsfähiger und haben insgesamt ein besseres Körpergefühl.

Auf Reisen und auch in der Schwangerschaft

Hier sorgt die Kompression dafür, dass die Beine weniger anschwellen und sich weniger müde und schwer anfühlen. Gerade wer lange Strecken oder oft fliegt sollte die durchblutungsfördernden Socken einsetzen.

Nach dem Sport ist vor dem Sport…

Hier bedeutet das Tragen von Kompressionsbekleidung, dass die komplette Durchblutung verbessert wird. So gelangt sauerstoffreiches Blut schneller dorthin, wo es benötigt wird. Und besonders in der Regeneration haben sich die positiven Einflüsse von Kompressionsbekleidung herumgesprochen. Denn in der Zeit nach der intensiven Belastung wird so der Abtransport von Abfallprodukten beschleunigt, so dass die Regenerationszeit verkürzt werden kann. Aus eigener Erfahrung kann ich (Tabitha) sagen, dass der Muskelkater bei einem Marathon ohne Kompressionssocken länger anhält, als wenn ich mit den Socken gelaufen bin.

Der Wohlfühlfaktor – mehr als nur ein „normales“ Textil

Befragt man Nutzerinnen und Nutzer von Kompressionsbekleidung, dann stellen diese oftmals auch besonders heraus, dass sie sich mit diesen Textilien wohler fühlen – wenn sie größentechnisch korrekt ausgewählt sind. Denn durch die komprimierende Wirkung werden unsere Muskeln besser zusammengehalten und vibrieren weniger. So wird der entsprechende Muskel nicht überlastet und umliegende Sehnen, Bänder und Muskeln weniger belastet. Gerade bei Männern mit stärker ausgeprägten Waden ist dieser Effekt sehr deutlich sichtbar und auch spürbar.

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CEP Kompressionsbeinlinge

Socken oder Sleeves?

Für Triathleten und Einsteiger sind die Kompressionsbeinlinge eine gute Sache, denn man kann die gewohnten Socken tragen und das Anziehen ist unkomplizierter. Auch für Läufer, die einen breiteren Vorfuß und empfindliche Zehen bzw. einen Hallux haben, sind die Sleeves oftmals die bessere Lösung. Aber bei langen Reisen oder Wettkämpfen sollten die kompletten Socken getragen werden, da im Knöchelbereich der Druck besonders hoch ist und hier nichts „abgeschnürt“ werden sollte, was beim Sitzen durch den Übergang von Sleeve auf Socke eher mal passieren kann.

Weniger Laufstilfehler und Schmerzstiller?

Weitgehend einig sind sich viele Experten darin, dass Kompressionsstrümpfe das Sprunggelenk stützen und durch die größere Wärmeentfaltung auch Sehnen, Bänder- und Gelenksbeschwerden mindern können. Gerade bei längeren Strecken sind Kompressionselemente im Beckenbereich und im unteren Rücken sehr angenehm. Sie geben ein stabilisierendes Gefühl, man läuft aufrechter und fängt nicht so schnell wieder an beim Laufen „zu sitzen“. Die Körpermitte wird festgehalten und bleibt gerader. Zwar braucht man deutlich länger um eine Kompressionshose anzuziehen, aber der Effekt lohnt sich. Die Oberschenkel werden gefühlt nicht so schnell schwer und der untere Rücken sowie die Schulterpartie unterstützt. Kompressionsbekleidung kann keine Laufstilfehler ausmerzen, aber sie kann nach eigener Erfahrung die Belastung reduzieren, Wehwehchen mindern und helfen, „sauberer“ unterwegs zu sein.


Kategorien : Equipment Zubehör


Kann mir bitte jemand erklären, was „größere Wärmeentfaltung“ im Zusammenhang mit Kompressionsbekleidung bedeutet?
Danke!

Hallo Fritz!
Durch Kompressionsbekleidung wird die Durchblutung und der Blutfluss verbessert. Und an Stellen besserer Durchblutung hat der Körper eine höhere Temperatur. Somit begünstiget die Kompressionsbekleidung eine „größere Wärmeentfaltung“!
MIt sportlichen Grüßen, Martin

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