In den letzten Jahren ging der Trend ja eher weg von stark gedämpften Laufschuhen hin zu „Natural Running“-Schuhen mit wenig Dämpfung. Hersteller wie Brooks, Saucony oder Hoka One One setzen unter anderem nun wieder auf komfortable, maximal gedämpfte Modelle. Mehr über diese Exemplare erfahrt ihr hier.

von

Blog Hoka One One

Mitte 2013 kam es zum „first contact“ – aber nicht mit Außerirdischen – sondern mit dem Hoka One One, einem Schuh, der vom Aussehen eher einem Plateauschuh aus den 90ern gleicht. Durch das ungewöhnliche Äußere ließ ich mich jedoch nicht abschrecken, denn Laufsportblogs aus dem Ultratrailbereich priesen die Schuhe als neue Geheimwaffe bei langen Läufen, versprachen unnachahmlichen Komfort auf Anstiegen und ein völlig neues Laufgefühl auf Bergab-Passagen. Damals schnallte ich mir den Hoka an die Füße und wollte wissen, was es damit auf sich hat. Es war – und ist – ein wahrlich anderes Lauferlebnis.

Brooks Transcend_w

Brooks Transcend

 Manchmal ist mehr einfach mehr

Mittlerweile arbeiten auch andere Hersteller mit höher aufgeschäumten Zwischensohlen, die einen hervorragenden Dämpfungskomfort versprechen – so wie Skechers mit dem Go Run Ultra, Saucony mit dem Triumph Iso und auch Brooks mit dem Transcend. Gleichzeitig sind diese Schuhmodelle nicht mehr nur im Ultra- oder Trailbereich zu Hause sondern auch im Großstadtdschungel anzutreffen. Dort haben sie meiner Ansicht nach auch definitiv ihre Berechtigung – und das für alle, vom Anfänger bis zum Läufer mit langjähriger Erfahrung, denn sie bieten ein Benefit für jeden.

Laufanfänger profitieren vor allem vom hohen Trage- und Dämpfungskomfort. Gerade zu Beginn der Laufkarriere können diese Eigenschaften motivieren und dabei unterstützen, auf der Laufstrecke dabei zu bleiben. Für erfahrene Läufer ist es sicher eine Herausforderung, mal in einen solch maximal gedämpften Schuh zu steigen – auch ich hatte meine Bedenken. Aber nachdem ich alle Vorurteile abgelegt hatte, ging es interessiert auf zum lockeren Läufchen. Ich war überrascht, wie unterschiedlich sich die „Maximize“-Modelle bei unterschiedlichem Lauftempo verhalten. Ich bin ein „Normalo“ unter den Läufern und bin mit einem Tempo von 5-7 min/km unterwegs. Zu jeder Zeit und bei jedem Tempo war der hohe Komfort spürbar. Wenn du es auf deiner Laufrunde mal entspannt angehen lässt, dann kann dies der entscheidende Vorteil werden.

Know-How und Komfort

Wichtig ist zu wissen, dass die Laufschuhe dem aktuellen Stand des Schuh-Know-Hows entsprechen. Die letzten Jahre galt „Sprengung“ als das Zauberwort auf dem Runningmarkt. Der Höhenunterschied zwischen Rück- und Vorfuß, den der Fuß im Schuh hat, sollte möglichst gering sein, um eine natürliche Abrollbewegung zu unterstützen. Und genau dies zeichnet auch einige der „Maximize-Schuhe“ aus. Die Modelle von Hoka z.B. haben alle eine Sprengung zwischen 2 und 6mm.

Was ich bei allen Läufen mit Modellen aus dem „Maximize“-Bereich gespürt habe ist, dass sie einen hohen Dämpfungskomfort mit einer Dynamik und Flexibilität, die ich ihnen auf den ersten Blick nicht zugetraut hätte, kombinieren. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie sich dieses Thema weiter entwickeln wird!

 


Kategorien : Equipment Schuhe


Hallo,

schon erschreckend, was einem die Industrie an neuesten Standards vorgaukeln möchte. Von einem Extrem ins andere innerhalb von nicht einmal 2 oder 3 Laufsaisons – das ist schon erschreckend. Jedes Jahr ein neuer Trend, der ausgequetscht werden muss wie eine Zitrone, nur um im nächsten Jahr die komplette Kehrtwende zu propagieren. Man hat das Gefühl, bei den Produktenwicklern herrscht völlige Ahnungslosigkeit; geht es doch vielmehr nur darum einen neuen Hype zu gestalten und (vor allem!) zu vermarkten.

Erst „Natural Running“; jetzt also das komplette Gegenteil „Maximize“. Mal schauen, was im nächsten Jahr hip ist.

Ich für meinen Teil habe entschieden, dass ich keinem Trend mehr nachlaufe, sondern mit gesundem Menschenverstand an Sachen herangehe, sie ausprobiere und dann entscheide, was für mich und meinen Körper gut ist.

Wie steht ihr als Laufexperten zu diesem sich immer schneller drehenden Trend-Karussell?

Hallo Klaus!

Wir sind drei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten mit recht unterschiedlichen Motiven und Vorlieben rund ums Laufen. Einig sind wir uns darin, dass auch wir keinem Trend einfach so nachlaufen wollen. Wir probieren gerne jeden Trend aus.

Und ebenso wie du bilden wir uns unsere eigene Meinung, die dann durchaus unterschiedlich sein kann. So war es auch beim Thema „Maximize“! Ich persönlich habe positive Erfahrung sowohl im Bereich „Natural Running“ als auch im Bereich „Maximize“. Wenn ich z.B. einen New Balance Minimus MR00 neben einen Hoka One One Clifton stelle, denke ich auch: „Wow, was ist hier passiert?“ Die unterschiedlichen Schuhmodelle ergänzen sich aus meiner Sicht und bieten im Training ein tolle Abwechslung. So hat jeder Schuh seine Berechtigung. Jeder sollte selbst ausprobieren und entscheiden, was dem eigenen Körper gut tut.

Laufende Grüße, Martin

Hallo zusammen!

Klaus, ich kann deine Reaktion gut verstehen – anfangs ging es mir auch so, dass ich dachte: oh ne, was für eine Kehrtwende… Ich habe mich vor einigen Wochen mehr mit „Natural Running“ und „Maxime“ auseinander gesetzt, weil ich für die RUNNING einen Laufschuhtest machen durfte. Und in diesem Zusammenhang habe ich einige Studien und Berichte gelesen. Mit Minimalschuhen hatten recht viele Läufer Probleme, weil sie sich für die Umstellung nicht genug Zeit genommen haben um die Muskulatur darauf vorzubereiten. Und auf unnatürlichen Wegen (Teer) mit Minimalschuhen zu laufen war und ist auch nicht für jeden das Beste. Im Grunde gibt es schon eine gute Entwicklung, weil insgesamt heute weniger auf Stützen und Sprengung gesetzt wird. Schauen wir zurück – vor dem „weniger ist mehr-Prinzip“ waren gedämpfte Schuhe mit hoher Sprengung „angesagt“. Heute sind die Maximize-Modelle zwar oft doll gedämpft, haben aber kaum Sprengung – und somit wird schon ein anderer Effekt erzielt. Auch wenn ich persönlich kein Fan von den meisten Maximize-Modellen bin (kriege davon Knieschmerzen und fühle mich überhaupt nicht wohl) gibt es durchaus Gründe die für den neuen Trend sprechen. Ich kenne viele Ultra-Läufer und „Normalos“, die ganz begeistert davon sind. Mein Eindruck ist: Abwechslung ist gut, also mit verschiedenen Modellen Reize setzen und die Muskulatur so stärken. Dann macht das Laufen Spaß, Verletzungen werden vorgebeugt und alles ist gut.

Liebe Grüße und fröhliches Laufen!
Tabitha

Hallo ihr Beiden,

danke erstmal, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, meinen Kommentar zu beantworten.

Sicher, es ist sehr sinnvoll, auch mal was anderes auszuprobieren, um den eigenen Horizont zu erweitern. Aber dennoch ist man als Normalläufer schnell überfordert, wenn man einem Dauerfeuer an vermeintlich neuesten Entwicklungen ausgesetzt wird, die alle (natürlich) nur das Beste für den Körper und das Wohlbefinden bedeuten. Wieviele Paar Schuhe soll ich mir denn noch kaufen?

Und machen wir uns nichts vor: So manche Entwicklung erwies sich schon schnell als Rohrkrepierer und ich denke, die „Natural Running“-Welle wird die nächste sein, die weggespült wird. Schnell einen Hype kreiert, andere sind drauf angesprungen, Produkte verkauft, schnell was Neues auf den Markt schmeißen und sich dann davon verabschieden (iIch glaube, Asics hat sein Engagement in dieser Beziehung schon deutlich zurückgefahren).

Naja, wie dem auch sei. Ihr habt ja auch den Auftrag zu informieren und umso wichtiger empfinde ich eure „Arbeit“ zur Aufklärung. Auch deswegen lese ich eure Berichte regelmäßig. 🙂

Beste Grüße und eine erfolgreiche Laufsaison (in welchen Schuhen welchen Typs auch immer).

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