Über Eiskübel, Kriegertänze und die liegende Acht

(von Tabitha)

Tabitha beim 100-Kilometer-Lauf in Ulm in 2012 – das Ziel schon vor Augen

Tabitha beim 100-Kilometer-Lauf in Ulm – das Ziel schon vor Augen

Es muss lustig aussehen, wenn eine Rugby-Mannschaft vorm Spiel bis zur Hüfte in eisgefüllten Kübeln steht, um sich auf den Wettkampf vorzubereiten. Noch imposanter ist sicherlich die Aufführung eines (Kriegs-)Tanzes: der „Haka“ der Maori ist ein interessantes Beispiel für „mentales Warmwerden“ – und Einschüchterung des Gegners. Wenn die neuseeländischen Rugbyspieler beim Ritualtanz vor dem Spiel synchron lautstark tanzen, stampfen und mit den Fäusten auf Brust, Schenkel und Unterarme schlagen, wirkt das recht angsteinflößend. Alle Gefühle werden hier durch Bewegungen ausgedrückt. Läufer tanzen eher selten, reden lieber mit sich selbst, visualisieren und manche tragen rote Schuhe – das gibt ein siegessicheres Signal. Bei Ultra-Läufen stelle ich mir immer das Gefühl vor, welches ich im Ziel haben werde. Ich will mich nicht von Gedanken besiegen lassen. Ich weiß: mein Körper kann viel mehr, als ich gerade denke. Ich versorge mich mit etwas Ingwer, Guarana (macht wach + stärkt mein Durchhaltevermögen) und Rhodiola (haben schon die Wikinger zur geistigen und körperlichen Ausdauer-Steigerung genutzt). Wenn es richtig hart wird, sehe ich die liegende 8 vor mir – sie steht für die Aufhebung der Endlichkeit, für die Überwindung des Unmöglichen. Doch welche Rolle spielt der Kopf, ist er Freund oder Feind des Läufers? Stimmt der Spruch: „Wo meine Grenzen sind bestimmt mein Denken?“ (Alfred Selacher)


„Ich bastle mir mein Kopf-Kino!“

(von Martin)

Seit 2010 mache ich in Aldekerk beim Triathlon mit! Ein Sprinttriathlon direkt vor meiner Haustüre. Wenn die Tasche mit den Klamotten gepackt und das Rad fertig ist, dann beginnt die mentale Vorbereitung. Ich ziehe mich zurück, werde sprechfaul und ruhig. Das alles nur aus einem Grund: Vorbereitung im Kopf. Motivation habe ich genug. Ich will Spaß haben, sehe genügend bekannte Gesichter, bin gut trainiert und will komplett durchballern! Mein Kopf muss mitspielen, also stelle ich mein Kopfkino an: Bilder aus den Triathlons der letzten Jahre. Ich hinterlege sie im Kopf mit meiner Lieblings-Power-Musik und schneide Sequenzen dazwischen, die mich ganz bewusst runterfahren – ein Bild von meinem Lieblingsstrand oder vom Sternenhimmel. Dann kann ich durchatmen! Und auf einmal wird der Kopf klar und alles fokussiert sich auf den Wettkampf. Das Ganze wiederhole ich dann nochmal kurz vor dem Start. Und ab geht die Meute… Ich bin auch dieses Jahr wieder gespannt, wie es am 20.07.2013 wird! Ich freue mich riesig!

 

Der schlafende Schweinehund

(von Peter)

Quelle: Wikipedia

Sonnengeflecht
Quelle: Wikipedia

Die Zeit ist reif für eine neue Bestzeit über 10 Kilometer. Doch diese Strecke hat für mich so ihre Tücken. Die ersten 5 Kilometer sind meist super und dann kommt das Grauen in Form von Kilometer 6 und 7. Jedes Mal verliere ich Zeit auf diesen Streckenabschnitten. Zwei Wochen vor dem Start beginne ich mit meinem mentalen Trainingsprogramm: Erst Entspannen, dann Arme, Beine, Atmung und das Sonnengeflecht auf Kurs bringen. Das „Sonnengeflecht“ (oder auch Solarplexus) leitet Informationen weiter, die bestimmte Funktionen von inneren Organen regulieren, z. B. die Anspannung oder Erschlaffung der glatten Muskulatur. Dann beginne ich mit meinem Mantra: „Ich freue mich auf den Wettkampf und ich werde die KM 6+7 genauso schnell laufen, wie KM10“. Mein innerer Schweinehund scheint eingeschlafen zu sein – er widerspricht mir nicht. Am Wettkampftag ist die Vorfreude groß und die Stimmung prächtig. Als der  Startschuss mit einem lauten Knall erfolgt, habe ich Angst mein Schweinehund könnte geweckt werden. Doch er regt sich nicht, mein Mantra  muss ihn wohl ins Koma versetzt haben. Tempotreu und in bester Verfassung bei Kilometer 6 angekommen, klopft mir jemand auf die Schulter – da ist er wieder! Mein schwanzwedelnder Begleiter mit der Knopfnase. Er befiehlt mir, ich solle doch wie immer mal Tempo rausnehmen. Ich fordere ihn auf, wieder ins Koma zurückzufallen. Diese Diskussion führen wir bis Kilometer 8, dann schläft die Nervensäge endlich wieder ein. Gewonnen! Die letzten Kilometer laufen wie gewohnt und  der letzte ist der schnellste. Die Ziellinie naht und ich fasse es nicht: Bestzeit um 12 Sekunden verpasst! Hat mich dieses Monster tatsächlich wieder aus dem Laufrhythmus gebracht. Ich beschließe, dass mein nächstes Mantra heißen muss: „Der innere Schweinehund hat Sprachverbot!“.


Mentale Tricks von Leistungssportlern

(von Timo)

Professionelle Sportler wissen schon lange, dass mentales Training genauso wichtig ist wie körperliches Training. Sportpsychologen und Mental Coaches helfen dabei. Hier findest du ein paar Tricks, die dir vielleicht beim nächsten Wettkampf weiterhelfen:

  • Bringe dich in einen entspannten Zustand. Denke an Bilder mit erfolgreichen Momenten von dir und lege sie in Gedanken auf deinen kommenden Wettkampf. Am besten vor dem Schlafen – da ist unser Unterbewusstsein am aufnahmefähigsten.
  • Freunde oder Familie einbinden: wenn sie dich bei Kilometer 35 anfeuern, gibt es noch mal einen Schub.
  • Rituale und Routinen beruhigen, geben Kraft und erhöhen die Motivation. Ein Wettkampfoutfit – zum Beispiel mit Kompressionseffekt – nach dem „Eintragen“ nur im letzten Training und dann beim Wettkampf tragen.
  • Führe positive Selbstgespräche! Sei nett zu dir und demotiviere dich nicht selbst. Welche Worte würdest du von deinem Trainer oder Freund erhoffen, um dich zu motivieren?
  • Zeige negativen Gedanken die „Rote Karte“! Sie haben im Wettkampf nichts zu suchen. Formuliere sie in positive Gedanken um.
  • „Füttere“ den Kopf – zum Beispiel mit den Gel-Chips von Ultra Sports: enthalten sind Kohlenhydrate, Eiweiß, Guarana und Rhodiola. Oder versorge dich mit den Ride Shots (Cola-Geschmack) von PowerBar – eine Portion Koffein erhöht die Konzentration. Beide Produkte wirken schnell und schmecken gut.

Hast du schon Ähnliches erlebt? Was hat sich bei dir bewährt?

Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

 


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Kategorien : Fitness Trainingstipps


die oft vorhandenen emotionalen Blockaden herausarbeiten und dann mit wingwave-Sport-Coaching beenden, und ab gehts !!!

Also… am Anfang fiel mir das Laufen schon schwer. Es war Winter, kalt, ungemütlich – und ich überhaupt nicht fit. Mit einem Griff in die Trickkiste blieb ich aber dran: Ich höre während dem Laufen spannende Hörbücher – manchmal war ich so „drin“ im Hören, dass ich gar nicht bemerkt habe, wie ich immer weiter gelaufen bin!

Vielleicht hilft das dem einen oder anderen auch..?

Dieses Jahr laufe ich meinen dritten Marathon und der innere Schweinehund meldet sich eigentlich immer mal. Während des Trainings meistens auf den ersten zwei Kilometern raunt er mir ständig zu:“ Was tust du hier eigentlich, hör auf zu laufen und geh wieder nach Hause!“ Ich lass´ ihn schwätzen und ca. nach 5 km gibt er endlich auf und lässt mich in Ruhe! Etwa 2 Wochen vorm Marathon motiviere ich mich täglich mit positiven Bildern wie z.B. die Stimmung an der Strecke und beim Zieleinlauf….und du hast es schon mal geschafft, dieses Mal klappt es auch! Das hilft und am Wettkampftag schläft er bis km 30; aber dann ist er hellwach und macht mir bis km 35 schwer zu schwer zu schaffen. Aber ich habe ihn schon 2x nieder gerungen und hoffe, dass es auch dieses Jahr am 27.Oktober wieder funktioniert…………

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