Running-App, Kopfhörer oder Laufuhr – meistens laufen wir ja nie so ganz ohne technische Begleitung. Dabei ist unser Lieblingssport doch so schön entspannend, manchmal sogar meditativ, wenn man sich auf die pure Form des Laufens besinnt und die ganzen kleinen Helferlein einfach mal Zuhause lässt. Im letzten Teil unserer Miniserie geht es darum, dass Laufen ganz einfach sein kann – und es ruhig auch öfter mal sein darf!

Nur Laufen

Oft sehe ich Läuferinnen und Läufer technisch hochgerüstet und ausstaffiert mit Smartphone, Trainingscomputer & Musikplayer durch die Gegend joggen. Und damit das alles untergebracht werden kann, kommt dann noch der Hüftgurt oder ein Laufrucksack zum Tragen. Im ersten Teil unserer Serie haben wir uns bereits mit dem Thema beschäftigt und dir gezeigt, wie du durch Apps & Co. mehr Power in dein Training bringen kannst: Laufen muss nicht nur Laufen sein: Mehr Power dank Fitness-Apps! Doch was spricht eigentlich dafür, mal ganz bewusst ohne den ganzen Kram zu laufen? Eine ganze Menge! Hier erzählen wir dir, was uns bewegt, auch mal „nackt“ unterwegs zu sein.

Den Körper und die Umwelt erleben – einfach nur Laufen

von Martin

Smartphone_LaufenBei mir gibt es so Tage, da freue ich mich bereits morgens darauf, abends eine Runde zu drehen. Da braucht es nicht viel an Motivation und ganz unabhängig von meiner Laufrunde wird es ein schönes Erlebnis. Da habe ich dann meistens keine Knöpfe in den Ohren, sondern lasse mich von den Naturgeräuschen beschallen. Und manchmal beschwert sich dann auch der Trainingscomputer am Handgelenk über Nichtbeachtung.

Vom Regen in die Traufe – nicht mit mir

Aber es gibt auch Tage, da habe ich eigentlich gar keinen Bock, eine Runde Laufen zu gehen. Gerade dann verzichte ich auf jede zusätzliche Ablenkung und gehe einfach nur laufen. Dann möchte ich ganz bewusst in mich reinhorchen und mir beim Laufen klar werden, was los ist. Manchmal ist die gute Laune dann schnell wieder am Start, aber die Gedanken können auch abschweifen. Und diese Läufe sind dann die, die am besten werden. Kein Fokus auf irgendein Ziel, die Füße setzen einen Schritt vor den anderen und die Umgebung wirkt auf mich ein. Ob Sonne, Regen, Sturm oder Schnee – ich kann mich ausklinken, auspowern, wiederfinden und ankommen. Bei meinem Lauf, in der Natur, bei mir selbst. Und dafür brauche ich keinen zusätzlichen Ballast – denn den möchte ich ja schließlich loswerden.

„Halbnackt“, aber mit angeregtem Denkvermögen

von Peter

Wenn ich ehrlich bin, dann gehe ich nie ohne Zeitmesser aus dem Haus. Das heißt: beim Laufen trage ich meine Sportuhr immer und überall. Trotzdem wandert der Blick beim Laufen nicht ständig zur Uhr. Häufig kommt es vor, dass ich meinen Garmin Forerunner 235 „nur“ beim Start einschalte und bei meiner Rückkehr wieder die Stoptaste drücke. Ich laufe gerne, ohne mich dabei an einer vorgeschriebenen Geschwindigkeit oder den gelaufenen Kilometern zu orientieren. Mein Ziel ist es dann, in mich hinein zu hören und den eigenen Herzschlag zu spüren.

Oh yeah – kreuz und quer

runnerspoint-capetown-708Zum Glück brauche ich nur einen Kilometer auf der Straße zu laufen, dann bin ich schon in meinem Laufeldorado angekommen. Hier gibt es unzählige asphaltierte Wege oder Naturpfade, die ich beackern kann. Ohne vorgeschriebene Strecken laufe ich dann „planlos“ um kleine Hügel herum oder begrünte Halden rauf und wieder runter. So, wie ich eben Lust habe. Hier haben Mountainbiker ihre Spuren hinterlassen, so dass es sogar einige Singletrails gibt, die ich nutzen kann.

Es braucht nicht viel zum glücklich sein

Einmal unterwegs – besonders wenn ich gestresst oder komplett lustlos gestartet bin –  fühle ich, wie mein Körper damit beginnt Stresshormone abzubauen und Glückshormone zu produzieren. Laufen an der frischen Luft regt durch die erhöhte Sauerstoffaufnahme nachweislich das Denkvermögen an und fördert die Kreativität. So ein Feeling verspüre ich nie, wenn ich Tempo bolze oder schnelle Rundenzeiten laufe.


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Kategorien : Rund um Sport, Fitness und Lifestyle


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