#Breaking2 – unser Community Manager aus Köln, Tom Schlegel, war live dabei, als in Monza drei Läufer an den Start gegangen sind, um Marathongeschichte zu schreiben. „Unter 2 Stunden“ – das war die angesteuerte Marathon-Zielzeit für die Nike im Vorfeld und am Eventwochenende jede Menge Running-Know-how gebündelt und in eine unglaubliche Logistik investiert hat. Wie Tom in Monza selber zum Marathon-Rekordbrecher wurde, was um das Event herum alles passiert ist und wie sich die Topläufer auf der Rennstrecke geschlagen haben, lest ihr hier.

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von Tom Schlegel

Monza Tag 1: Warm-Up und „Weltrekord“

Eigentlich ging eines meiner aufregendsten Wochenenden los, wie jede andere Reise auch: Rein in den Flieger, Start, ein entspannter Flug und dann die Landung. Danach noch eine schnelle Autofahrt und schon saß ich zusammen mit anderen Retailern beim ersten offiziellen „Get Together“ mit Nike in Mailand. Nach dem Essen ging es in das Headquarter von Nike Italy, wo wir eine Menge Insights über das bevorstehende Projekt „Breaking2“ bekamen. Interessant fand ich vor allem, dass die Schuhe, die die drei Breaking2-Läufer Eliud Kipchoge, Zersenay Tadese und Lelisa Desisa tragen, 4 Jahre auf ihren Release gewartet haben und in einer etwas anderen Variante bereits viele Medaillen in Rio geholt haben.

Nach diesem theoretischen Teil hieß es für uns: Ab in die Laufsachen und rein in den Bus Richtung „Il Duomo“, einer super schönen Kathedrale. Hier hatte Nike eine Leichtathletikbahn aufgebaut. Was hier allerdings abgehen sollte, war keinem von uns so richtig klar und es wurde wild spekuliert. Irgendwann war dann aber klar, dass wir mit Nike Pacern, Running Communities, Influencern und VIPs versuchen würden, den Marathonweltrekord zu brechen. Für jeden einzelnen von uns standen 3 x 40 Meter-Sprints an. Den Auftakt zu dem Sprintrelay machte Kevin Hart, Nikes Running Ambassador. Es war eine großartige Stimmung und wir badeten im Jubel der Anfeuernden. Natürlich haben wir den Rekord geknackt, aber wir waren auch mit knapp über 300 Läufern vor Ort. Kipchoge und Co. sollten das Samstag alleine probieren, unglaublich!

Danach ging es für uns ins Camp nach Monza. Ja genau, es war Camping angesagt. Super cool, denn die Zelte waren jeweils für zwei, aber riesig und mit eigenen Betten und allem möglichen ausgerüstet – „Camping Deluxe“ also.

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Monza, Tag 2: Breaking2 – der Rekordversuch

Nach zwei Stunden Schlaf hieß es schon wieder aufstehen, da der Rekordversuch um 5:45 Uhr starten sollte. Für uns Camper ging es bereits um kurz nach 4 Uhr auf die Rennstrecke. Dort angekommen waren wir alle erstmal vom Lichterspiel vor Ort begeistert. Dann fiel der Startschuss und auch ich war sehr nervös, denn bei einem Event von solch einer Größenordnung war ich vorher noch nie dabei. Aber es fühlte sich auch ein wenig so an wie früher im Leistungssport vor meinen eigenen Wettkämpfen.

BREAKING2 (31 von 38)Runde um Runde zogen die Pacer und die drei Breaking2-Läufer ihre 2,4 Kilometer-Bahnen. Relativ früh musste Lelisa, der jüngste von den dreien, abreißen lassen und sah nicht gut dabei aus, aber er kämpfte. Die Pace war unfassbar. Zu sehen wie die Pacemaker nach jeder Runde durchwechselten und sich gegenseitig anfeuerten, war grandios. Es waren allesamt Weltklasse-Athleten hier als Pacer am Start, wie beispielsweise Bernard Lagat, einer der besten Läufer in der US-History. Ich stand auch kurze Zeit neben Arne Gabius und Paul Schmidt, die an der Strecke direkt einen Livestream rausfeuerten und ihre ganze Running-Kompetenz nutzten, um das Event auch aus der Sicht eines Profis zu transportieren.

Dann wurde es ernst, denn auch Zersenay musste abreißen lassen. Lelisa hatte keinen Support mehr durch Pacer, auch Zersenay war mehr oder weniger alleine, erst später kamen ihm drei Pacer zur Hilfe. Ich denke, weil erst klar werden musste, ob alle Pacer für Kipchoge durchhalten würden. Kipchoge war von dem ganzen Trubel unbeeindruckt und lief wie ein Uhrwerk weiter. Er hat einen der schönsten Laufstile, die ich je gesehen habe. Auf den Bildschirmen konnte man alles im Blick behalten und sehen, dass Eliud lächelte. Mit jeder Runde wurde die Stimmung aufgeregter und jeder versuchte, ihn bis zum Ende zu pushen. In den letzten zwei Runden hatte ich Gänsehaut, genoss was ich sah und war gleichzeitig total angespannt. In der letzten Runde lag er knapp 20 Sekunden zurück und alle hielten den Atem an und hofften auf eine unglaubliche Schlussrunde.

Jetzt waren es nur noch wenige Sekunden bis zum Ziel… und dann stoppte die Uhr bei 2:00:25 h. Jeder schaute auf Kipchoge, der nach kurzem Durchatmen ans Mikro kam und offensichtlich unendlich glücklich war. Niemand hätte diese Zeit für möglich gehalten und irgendwie zeigt es auch den menschlichen Charakter des Projekts, denn nicht alles ist planbar. Aber das ist ok. Über zwei Minuten schneller als der offizielle Weltrekord, schnellster Marathon der Geschichte und ein großartiger Champion.

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Nach dem Rekord ist vor dem Rekord

Ich bin mir mit vielen, mit denen ich an der Strecke dabei war, einig: Der Weltrekord fällt bald – Kipchoge hat gezeigt hat, dass es möglich ist.

Es waren keine Laborbedingungen, natürlich war vieles perfekt organisiert und darauf ausgerichtet, aber dadurch werden hoffentlich viele Läufer inspiriert ihr Training noch ein Stückchen genauer zu planen und auf die Feinheiten zu achten. Was Monza mir noch gezeigt hat ist, dass Sport alle Grenzen überwinden kann und dass man an sich glauben muss, um etwas zu erreichen. Es ist so lange unmöglich, bis jemand – oder man selbst – das Gegenteil beweist.

Aber zurück zum Event: Nach einer Siegerehrung, vielen Autogrammen und einigen Interviews hieß es auch für uns wieder: Rein in die Racing Shorts und Tank Tops und schnell 5 Kilometer auf der Rennstrecke absolvieren. Jeder gegen jeden und das Pacing Car im Renntempo vorneweg. Ich kannte das Rennstrecken-Feeling schon vom StrongmanRun auf dem Nürburgring, aber es ist immer wieder etwas Besonderes. Es war eine super Stimmung und es wurde gefühlt jeder von Anfeuerungsrufen ins Ziel getragen. Erschöpft vom Tag und überwältigt von all den Erlebnissen ging es nach einem Teamfoto mit Paula Radcliff und Joan Benoit ins Camp. Später gab es dann noch ein Meet and Greet mit Carl Lewis, der eine sehr inspirierende Motivationsrede hielt. Und dann endlich: Barbecue- und Partytime.

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Monza, Tag 4: Shake-Out-Run und Abschied

Um 10 Uhr stand heute der Shake-Out Run auf dem Programm, aber keiner wusste, dass einige der Pacer von Kipchoge und Co. zu uns ins Camp kommen würden, um den Lauf gemeinsam mit uns zu bestreiten. Die Stimmung war bombastisch und die Kenianer, Äthiopier und Eritreer fingen spontan an zu tanzen und zu singen. Sie waren so glücklich und hatten so viel Spaß am Laufen und das ließen sie uns spüren.

Dadurch angestachelt, freuten wir uns schon auf den nächsten Lauf am Nachmittag, den Long Run. Ich entschied mich mit der 90 Minuten Long Run-Gruppe zu laufen und wir schlugen gleich ein ordentliches Tempo an. Wir liefen durch den größten Park Europas und rein in die Altstadt von Monza. Eine wunderschöne Kulisse, damit hatten wir wieder mal nicht gerechnet.

Zurück im Camp warteten schon die Athleten auf unseren Campfire Talk. Neu dabei war diesmal Allyson Felix. Eine der ganz Großen im Sprint, die seit vielen Jahren absolute Topleistungen zeigt.

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Ich habe in Monza viel über meine Arbeit gelernt, krass viele Emotionen aufgesaugt und tolle Leute kennengelernt. Für mich war Breaking2 eine tolle Zeit und ich bin total glücklich, dass ich dabei sein durfte!

 

 


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Kategorien : Erlebnisberichte & Events


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