Nachdem wir die letzten 16 Tage via Liveticker und Sportfernsehen quasi in Brasilien verbracht haben, sind wir zwar ohne Jetlag, aber trotzdem ziemlich müde von dort zurückgekehrt. Wie wir die Sportparty 2016 an der Copacabana erlebt haben, erfahrt ihr hier.

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Stille Wasser sind grün – und schreiben für manche Sport-Geschichte

von Martin

Wasser ist mein Element – und alles was damit sportlich zu tun hat, voll mein Ding. Damit meine ich nicht, dass ich die Wassersportarten alle selber drauf habe, aber sie interessieren mich einfach. Deswegen war schon vor dem Sportevent an der Copacabana 2016 klar, dass ich mir für die Schwimmevents auf jeden Fall den Wecker stelle. Punkt 3 Uhr saß ich dann also im Schwimmstadion, um live dabei zu ein, wie Michael Phelps Schwimmsport-Geschichte schreibt: 23x Edelmetall, dass ist echt eine ganz große Nummer – und davon vier mit jetzt Ü30. Respekt!

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Das Aufstehen hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und auch wenn die deutsche Schwimm-Equipe am Zuckerhut keine Platzierung auf dem Podest erreicht hat, ist die Leistung einzelner Schwimmer in meinen Augen absolut beachtenswert, denn manche haben hier persönliche Bestzeiten abgeliefert und gegeben, was sie konnten. Ich finde, das macht den Sport und vor allem so ein Sportspektakel wie das am Zuckerhut aus: nicht nur der internationale Vergleich, sondern auch jeder einzelne Sportler, der sich hier einen Traum erfüllt und dafür ans Limit geht!

Und apropos „Stille Wasser sind grün“: Ich dachte eigentlich, es wäre ein PR-Gag, als das Sprungbecken der Wasserspringer sich von einem Tag auf den anderen farblich total verändert hatte. Dass dann aber lediglich eine defekte Wasserpumpe dafür verantwortlich war und für ordentlich Aufsehen und Schlagzeilen gesorgt hat, fand ich dann irgendwie sympathisch.

Windstärke versus Muskelkraft

Weitere Wassersportler, die mich bei diesem Sportevent 2016 beeindruckt haben, sind die, die auf der teils stürmischen Ruder- und Kanustrecke ihren Wettkampf ausgetragen haben. Die (Muskel-)Kraft, die die Kanuten, Rudererer und Kajakfahrer da aufs Wasser gebracht haben, ist für mich unmenschlich. Als Läufer und Triathlet weiß ich auch, was „Durchhalten“ und „Beißen“ heißt, aber mit dem nicht selten starken Gegenwind in Form von Böen und Konkurrenz klarzukommen, finde ich echt stark. Da kriege ich vorm Fernseher Gänsehaut. Auch hier: Chapeau!

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Und klar: Als alter Mannschaftssportler haben mich natürlich auch die Teamsportarten Hockey, Handball und Fußball wach und am Ticker gehalten. Aber hier geht’s ja nach meiner „Rückkehr vom Zuckerhut“ gleich mit der Bundesliga weiter – da muss ich wenigstens den Wecker nicht mehr stellen.

Die Exoten brachten mich um den Schlaf

von Peter

Ende Juli hatte mich das Fieber des alle vier Jahres stattfindende, sportliche Großereignisses noch gar nicht gepackt. Aber irgendwie haben es die Marketing-Verantwortlichen über die verschiedenen Kanäle dann doch geschafft, mich auf das Event am Zuckerhut einzuschwören. Und als Fußballfan war ich dann spätestens nach Erreichen des Viertelfinales durch die Hrubesch-Truppe und die Mädels von Silvia Neid dem Ganzen wieder endgültig verfallen.

Von Schützen, Volten und Nixen

Die Sportarten, die mich datarget-1180236_1920nn letztendlich aber noch mehr als die Fußballspiele gefesselt haben, sind allerdings die für mich persönlich „exotischen“ Disziplinen. Hätte mir jemand vor den Wettkämpfen in Brasilien gesagt, dass ich nach meiner üblichen Ins-Bett-Geh-Zeit, also nach 23 Uhr, noch vor der Glotze sitze und mir Bogenschießen oder Kleinkaliberschützen in michelinmännchen-ähnlichen Anzügen anschaue, den hätte ich für vollkommen verrückt erklärt. So Sportarten ohne Bewegung sind eigentlich gar nicht mein Ding. Klar, am Anfang habe ich geguckt, weil da auch deutsche Schützen die Zielscheiben durchlöchert haben. Aber irgendwann hatten sie mich dann, die Schützen, denn die Wettkämpfe waren total spannend und auch für Nicht-Schießsportler wie mich ja absolut gut zu verstehen: jeder Treffer zählt – je mittiger, desto besser. Also habe ich mir die Nächte vor der Zielscheibe um die Ohren geschlagen – und es voll genossen!

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Diese Faszination, wollte beim Dressurreiten nicht so richtig aufkommen. Da sind aber auch einfach die Regeln, beziehungsweise die gerittenen Figuren, für den Laien nicht so durchsichtig. Manchmal habe ich aber doch im Dressurviereck vorbeigeschaut, erstens, weil der Kommentar dort immer so unterhaltsam ist (im Gegensatz zum Kommentar bei den Vielseitigkeitsreitern) und ich zweitens auch ohne Wissen über Pirouetten, Piaffen und Passagen finde, dass die Reiter da gut abgeliefert haben.

So, und jetzt oute ich mich mal als Synchronschwimm-Gucker. Ich finde, das ist die wohl am häufigsten unterschätzte und belächelte Sportart. Aber mittlerweile geben hier gut platzierte Unterwasserkameras wider, wie kraftaufwändig und mit wie viel Körperbeherrschung die Schwimmerinnen ihre Übungen absolvieren. Das ist nicht einfach Wassergymnastik mit Musik, das ist Hochleistungssport.

 

 

Der Schlafmangel in vier Jahren ist vorprogrammiert

Die Liste der „Randsportarten“, die nur alle vier Jahre im Focus stehen, lässt sich noch lange weiter fortschreiben. Ob BMX-Radrennen, 7er Rugby, Moderner Fünfkampf und vieles andere mehr – all diese Sportarten haben ihren Reiz und alle wollen von mir geguckt werden – und genau deswegen freue ich mich auch schon jetzt auf Tokio in vier Jahren, auch wenn das schlaftechnisch wieder ein Desaster wird.

 


Kategorien : Erlebnisberichte & Events


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