Schwerere Läufer und Läuferinnen gibt es viele! Kein Wunder, denn in Laufschuhvergleichen, in der Fachliteratur oder beim Kauf eines Laufschuhs ist SIE ist mit 70 Kilo schon schwer, ER mit 80 Kilo. Wie das zu verstehen ist und worauf Läufern, die sich auch selbst als gewichtiger einstufen, beim Lauftraining und der Wahl der Laufschuhe achten sollten, erfahrt ihr im Blog.

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Schwerere Läufer – alles relativ?!

Wenn man beim Laufen – oftmals auch allgemein beim Sport – von „schweren“ Läuferinnen und Läufern spricht, dann sind damit Frauen über 70 Kilo Körpergewicht bei einer Körpergröße unter 1,70 Meter und Männer mit einem Körpergewicht von über 80 Kilo bei einer Körpergröße unter 1,85 Meter gemeint. Ich bin also auch ein „schwerer“ Läufer. Nett umschrieben bin ich ein „kräftiger“ Läufer!

Einen Moment mal! Sicher ist es sinnvoll, Körpergröße und Körpergewicht in Relation zu setzen. Doch man sollte auch einen Blick darauf werfen, woher die Masse kommt. Ist es Muskelmasse oder hat der Körper Fettpölsterchen angesetzt? Ich schleppe zwar das identische Gewicht mit mir rum, aber möglicherweise erleichtern mir die Muskeln ja das Vorankommen – wenn sie richtig trainiert sind.

Lauftraining für schwerere Läufer

running_800Fakt ist: je größer und schwerer eine Läuferin beziehungsweise ein Läufer ist, desto mehr Energie muss der Körper aufbringen, um eine bestimmte Laufgeschwindigkeit auf die Strecke zu bringen. Was aber auch sicher ist: nur aufgrund des Gewichts ändern sich nicht die Trainingsprinzipien. Also darf auch für kräftige Läufer ein Mix aus langen und kürzeren Läufen, Intervallen, Lauf-ABC, Bergläufen und Alternativtraining auf dem Plan stehen. Auch Krafttraining macht Sinn. Aber bitte den Fokus auf die Kraftausdauer und die Stabilität der Muskulatur – vor allem im Rumpf – legen. Wenn es zur Steigerung der Intensitäten und/oder Umfänge kommt, dann sollte der „schwere“ Läufer etwas zurückhaltender sein, um die Belastungen für die Sehnen, Bändern und Gelenke nicht zu schnell zu erhöhen. Unser Körper braucht seine Zeit, um neue Herausforderungen umzusetzen.

Gefühlt habe ich als „schwerer“ Läufer auch schneller und mehr Durst und schwitze schneller und mehr. Ist das so? Beim Schweiß ist es definitiv entscheidender, wie er sich zusammensetzt. Denn durch das Training kann der Körper dafür sorgen, dass nicht so viele wichtige Mineralien ausgeschwitzt werden wie bei untrainierten Menschen. Hey, da bin ich als trainierter, kräftiger Läufer schon mal im Vorteil. Und was den Durst betrifft: da ich mir dessen bewusst bin, nehme ich bei längeren Läufen oder bei warmen Wetter genug zu Trinken mit.

Vorsicht vor dem bösen „Wolf“

Eine weitere Herausforderung für mich war die Tatsache, dass ich mir einen „Wolf“ gelaufen habe. Wem dies auch schon mal passiert ist, der weiß, wie schmerzhaft dies ist. Aufgrund meiner „kräftigen“ Oberschenkel trage ich bei entsprechendem Wetter gerne eine Short. Aber aus der Erfahrung heraus trage ich immer eine Kurztight oder bei kühleren Bedingungen eine 3/4-Tight drunter. Das hilft. Und manchmal nutze ich auch Pflegeprodukte, die eine schützende Schicht zwischen meiner Haut und dem Sporttextil bilden.

Laufschuhe für schwerere Läufer

Mizuno Wave Inspire 13 schwerere LäuferBleibt noch des Läufers liebstes Stück – der Laufschuh. Auch der wird durch ein höheres Gewicht natürlich stärker belastet und sollte dementsprechend öfter gewechselt werden. Um die Laufleistung eines Schuhs im Blick zu haben. macht ein Lauftagebuch zum Protokollieren oder eine Trainingsplattform (Strava, Garmin Connect) Sinn. Doch braucht ein „schwerer“ Läufer auch einen anderen Schuh? Aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung muss der Schuh an den Fuß passen. Nur weil ich mehr Gewicht auf die Waage bringe, brauche ich nicht unbedingt einen Schuh mit einer breiten Auflagefläche oder einem breiten Leisten, der mehr Stabilität verleiht. Wenn der Fuß jetzt nämlich eher schmal ist, dann fühlt er sich im Schuh nicht wohl, findet keinen Halt und rutscht hin und her. Natürlich ist ein leichter, flexibler Wettkampfschuh bei mir schneller platt gelaufen als bei einer 1,85 Meter großen, 65 Kilo leichten Laufgazelle. Aber ich sehe das eher positiv, denn so komme ich eher in den Genuss eines neuen Laufschuhs.

Ich laufe und habe Spaß dabei. An mein Gewicht denke ich beim Laufen eher selten. Das passiert dann zu Hause vor dem Spiegel. Und dann überlege ich, wie viele Sekunden wohl 1 Kilo Körpergewicht auf 10 Kilometer ausmachen. Aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.

 

 


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Kategorien : Rund um Sport, Fitness und Lifestyle


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