Die letzte Entscheidung beim Trailrunning Camp auf dem Weg zum Transalpine-Run

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Die erste Überraschung: Ich bin doch „normal“! Denn es gibt weit mehr Leute als ich dachte, die wie ich 8 Tage lang ca. 293 Kilometer und fast 14.000 Höhenmeter in drei Ländern laufend unterwegs sein wollen. In die engere Auswahl hatten sich 68 Läuferinnen und Läufer gekämpft, am Ende kamen vier Männer und zwei Frauen ins Finale: Engländer Chris, Franzose Thibaud, Jens aus Sachsen-Anhalt, Andreas aus dem Bergischen Land und die beiden Mädels Anja aus Duisburg und Stefanie aus München.

Wir hTransalpine Run Auswahlcamp - Gruppenfotoaben sie alle ins RUNNERS POINT-SALOMON-Trailrunning-Camp eingeladen – um in nur zwei Tagen die Partnerin oder den Partner für den Transalpine-Run zu finden. Wer passt menschlich und läuferisch zu mir? Wer ist körperlich und mental in der Lage, 8 Tage am Stück an meiner Seite zu laufen – und gemeinsam alle Launen, Schmerzen und Freuden zu ertragen? Es ist eine der schwersten Entscheidungen meines Lebens geworden und ich habe mehr gefunden, als ich erwartet habe…

Sechs Läufer/innen und die Qual der Wahl

Wir sind ein bunter Haufen und ich merke schnell, dass es schwer wird, eine Entscheidung zu fällen. Wir sind so unterschiedlich und verstehen uns dennoch auf Anhieb super:

Stefanie aus München macht wie ich Triathlon und gibt beim Marathon richtig Gas. Sie ist ausgeglichen, schlau und ist mindestens schon so oft umgezogen wie ich.

Chris G. – der unterhaltsame Engländer, der jetzt mit seiner Familie in Stuttgart lebt und mit seiner Frau äußerst exotische Muffins herstellt. Er liebt das Laufen, das Wettrennen – vor allem bergab…

Anja ist eine verrückte Nudel, die genau wie ich bunte Klamotten und außergewöhnliche Ziele mag und in diesem Jahr schon eine Expedition in Chile hinter sich hat. Sie lacht gerne, ist herzlich und lustig. Anja ist im 24 Stunden-Lauf deutsche Meisterin in ihrer Altersklasse, die ich natürlich nicht verrate…

Thibaud ist ein Franzose, der in Karlsruhe lebt. Er ist ein ausgeglichener, freundlicher Zeitgenosse, der die Berge kennt und liebt und sich über jede Herausforderung freut. Thibaud ist ein Typ, mit dem man vielleicht keine Pferde, aber sicherlich so einige Bergziegen fangen könnte, denn er ist verdammt schnell. Außerdem hat er eine so unterhaltsame Bewerbung geschickt, dass wir ihn einfach einladen mussten.

Andreas, der schon in Sibirien bei – 27° C gelaufen ist und den Ironman Hawaii gefinisht hat. Er sucht nach Abenteuern, nach neuen Erlebnissen und braucht keine Bestzeiten mehr.

Jens war mir auch schon in der Bewerbung total sympathisch, schließlich hat er Forrest Gump zitiert, den ich super finde. Er ist auf Asphalt deutlich schneller unterwegs und war mindestens genau so aufgeregt wie ich vor dem Camp.

Mein Fazit nach dem ersten Tag: Eine Auswahl ist unmöglich!

Natürlich haben wir uns Zeit zum Kennenlernen genommen, haben sehr lecker gegessen und sind viel gelaufen – am ersten Tag haben wir zwei kleinere Einheiten und am Sonntag dann einen ausführlichen Traillauf gemacht. Für das Camp hat uns Salomon Trailrunning-Schuhe zur Verfügung gestellt – noch mal vielen Dank dafür!

VIRB PictureEs gibt wunderschöne Strecken im Siebengebirge, unzählige Pfade und Aussichtspunkte. Die schönsten Orte hatte Rudi Döhnert (Trailrunning-Experte von RUNNERS POINT) zuvor gescoutet und uns mit seiner Streckenwahl total begeistert. Zum Programm gehörten auch ein Coaching über Trailrunning, Teamarbeit, Ausrüstung sowie persönliche Erfahrungsberichte von Finishern und der Film „Heaven an Hell“. Darin sagt ein Protagonist: „Der Transalpine-Run wird dir zeigen, was für ein Mensch du bist“. Ich bin gespannt und freue mich auf dieses Abenteuer, das sicher beeindruckendste Rennen meines Lebens.

 

Die Entscheidung

Ich habe gedacht, dass ich kein Problem damit habe mich zu entscheiden, doch das Gegenteil war der Fall: Schlaflose Nächte und ein paar Tage Zeit, um die Sache zu besprechen, mein Beraterteam zu konsultieren und sich der Sache sicher zu werden.
Und nach langem Hin und Her habe ich mich für Thibaud entschieden.

VIRB Picture– Er ist sportlich und menschlich dazu in der Lage, mit mir zusammen das Abenteuer TAR zu meistern.
– Er kommt aus den Bergen und ich habe weder Berg-Erfahrung noch eine Art von Orientierungssinn.
– Im Vergleich zu ihm bin ich langsam
– Deutsch-französische Sprachverwirrungen sind programmiert… aber ankommen werden wir trotzdem!
– Ich kann Stöcke nicht ausstehen – er weiß, wie man damit läuft und sie auseinander baut…

Es war richtig schwer für mich, die anderen fünf Final-Kandidaten zu enttäuschen. Ich habe nicht nur „seelenverwandte Läufer“ gefunden, sondern auch echte Freunde. Und ich hoffe, dass wir uns noch oft in den Bergen, bei Straßenläufen und Triathlons begegnen. Stefanie, Anja, Chris, Jens und Andreas – ihr seid der Hammer und ich werde das Camp mit euch nie vergessen. Thibaud: Mach dich auf was gefasst – mit mir den Transalpine-Run zu erleben wird kein Spaziergang!
Ich freu mich darauf und werde euch auf dem Laufenden halten. Wie sagte es Frank Eickmann (Netzwerk-Manager bei RUNNERS POINT) so schön: „Allez le bleu et la blonde…oder so ähnlich…“. Danke euch allen. Wir sehen uns wieder.

 

Mehr über unser Programm im Trail-Camp und welche Ausrüstung für das Trailrunning wirklich empfehlenswert ist, lest ihr in Kürze in diesem Blog.


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Kategorien : Erlebnisberichte & Events


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