Morgen ist Aschermittwoch, es beginnt die Fastenzeit – die perfekte Gelegenheit für einen „Frühjahrsputz von innen und außen“. Doch was bringt Fasten und welchen Einfluss hat der Verzicht auf unseren Körper? Tabitha hat es ausprobiert.

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Verzichten? Nein, danke…

Alle die mich kennen wissen, dass ich gerne esse. Auf Speisen, Getränke und Genussmittel über einen bestimmten Zeitraum bewusst zu verzichten – das war für mich immer abschreckend. Doch dann habe ich viel darüber gelesen. Ein Buch hat mich dermaßen herausgefordert und motiviert, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es sich anfühlt und was das Fasten wirklich bringt. Es gibt viele Befürworter und einige Zweifler, also heißt es: selbst ausprobieren, das Experiment am eigenen Körper muss her. Wenn es stimmt, was der alte Hippokrates sagte: „Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente“ – dann ist es ein Versuch wert!

Warum Fasten?

Nachdem ich oft erkältet war, mein Immunsystem total überfordert und mein Körper sich dauernd schlapp fühlte, wollte ich mal was Neues probieren. Nach Dr. med. Hellmut Lützner soll Fasten nicht Entbehrung oder Mangel, sondern eine „Reinigung von Körper, Geist und Seele“ bewirken. Mich überzeugte die Idee, dass man durch das Fasten den energiegewinnenden Kraftwerken, der Bauchspeicheldrüse und einigen anderen Organen eine Pause gönnt und sie damit wieder auf Vordermann bringt. „Wir wissen inzwischen auch, dass sich die Darmflora, die für das Immunsystem im Darm immens wichtig ist, durch das Fasten positiv verändern kann“, so der Internist Michalsen. Außerdem fand ich es sehr spannend den Kampf gegen meinen Appetit aufzunehmen. Fasten ist ja im Grunde auch wie ein Mentaltraining.

10 Gründe, warum Fasten gut sein soll

Diese Argumente fand ich in der Literatur. Einige sind wissenschaftlich nicht belegt, andere schon. Deshalb war es mir auch wichtig, es selbst zu testen.

Fasten um:IMG_0494

  1. Krankheiten zu heilen und vorzubeugen
  2. Als Darmreinigung und Entgiftung
  3. Um das Immunsystem zu stärken
  4. Um abzunehmen und den Stoffwechsel zu verbessern
  5. Die Lebenserwartung zu erhöhen
  6. Für mehr Leistungsfähigkeit
  7. Als Anti-Aging Programm
  8. Als Impuls, festgefahrene Lebensweise zu ändern
  9. Für schöne Haut und straffes Bindegewebe
  10. Fasten soll fröhlich machen

Was ist Fasten?

Was das Wort betrifft, bedeutet Fasten an den Geboten der Enthaltsamkeit festzuhalten (oder gotisch fastan – festhalten, beobachten, bewachen). In der Regel fastet man 5 oder 7 Tage. Ich halte es für sinnvoll, 5 Tage zu fasten und 2 Tage als Entlastungstage vorher und nachher zu planen. Es gibt auch Menschen, die länger fasten. Wichtig ist, in dieser Zeit auch die Reize zu reduzieren, die tagtäglich auf uns einströmen. Ich habe bewusst 5 Tage keinen Fernseher angeschaltet, kein Radio gehört und stattdessen viele Spaziergänge, Ruhephasen, Fußbäder und Meditationen eingebaut. Sport konnte ich auch machen, nur eben keine extremen Einheiten.

Fastenformen

  • Die strengste Form ist das Wasserfasten. War mir zu krass.
  • Molke-Fasten wird gerne von schlanken Menschen und Sportlern bevorzugt
  • Schleimfasten ist etwas für Magen-und Darm-Empfindliche, hier wird z.B. aus Haferflocken, Reis oder Leinsamen mit Wasser ein magenschonendes Gericht gekocht
  • Rohsäfte-Fasten gefällt natürlich Saft-Liebhabern. Zu viel Säure für mich.
  • Ich habe mich für das Fasten nach Dr. Buchinger entschieden, da es für mich am Überzeugendsten wirkte. Morgens gibt es Kräutertee, mittags Gemüsebrühe und abends Gemüsesaft. Ich habe diesen aber mit einem Glas Molke ersetzt. Zwischendurch trinkt man reichlich Wasser, kaut zur Not auf Kräutern. Ganz wichtig ist es, jeden zweiten Tag einen Einlauf mit lauwarmem Wasser durchzuführen. Auf Salze würde ich verzichten – die können Nebenwirkungen haben. Nach 2 Tagen hatte ich niedrigen Blutdruck, da hat Bewegung sehr geholfen. Schwindel oder Kopfweh (soll beim Fasten manchmal vorkommen) hatte ich nicht.

Meine Fasten-Ergebnisse

  • IMG_0324-2Mein Hausarzt war total begeistert bei der Untersuchung nach 3 Tagen des Fastens, die Blutwerte und der Zustand der Organe waren noch besser als sonst.
  • Fasten macht wirklich viele Dinge bewusster. Es bricht auch schlechte Verhaltensmuster – mir fiel es danach deutlich leichter Gewohnheiten wie zu viel Cola Light und Süßkram zu reduzieren. Außerdem bekam ich einen anderen Bezug zum eigenen Körper, fühlte mich tatsächlich wohler für einige Wochen.
  • Ich konnte länger und besser schlafen
  • Abgenommen habe ich 2 Kilo, die kamen aber recht schnell wieder
  • Die Sinne wurden geschärft, der Geschmack viel intensiver, konnte mich in der ersten Woche nach dem Fasten wieder mehr auf viele Dinge freuen
  • Meine Haut und das Zahnfleisch waren nach dem Fasten besser
  • Die Mahlzeiten fielen 3 Wochen lang gesünder und abwechslungsreicher aus
  • Keine Erkältung mehr seit dem Fasten (ist 5 Monate her)
  • Bessere Einstellung zum eigenen Körper für 2-3 Wochen
  • Stolz, weil ich es geschafft habe, Stärkung der Willenskraft
  • Werde ab jetzt einmal im Jahr eine Fastenwoche einplanen

Tipps fürs erste Mal

Wer selbst mal fasten möchte, sollte sich vorher mit dem Thema auseinandersetzen. Bei Untergewicht, Schilddrüsenerkrankungen und Nierenproblemen z.B. ist Fasten nicht geeignet. Wer sich unsicher ist, sollte vorher einen ärztlichen Check-Up machen lassen. Mir hat ein Buch von Dr. H. Lützner sehr gefallen und geholfen. Ich habe das Fasten an einem freien Wochenende begonnen und dann ganz normal im Alltag durchgezogen – habe mir aber eine Woche mit wenig Terminen ausgesucht. Du solltest auf jeden Fall guten, leckeren Tee besorgen, die Brühen selbst zubereiten noch bevor es los geht und dein Umfeld vorwarnen. Das Abführen würde ich natürlich halten. Mit einem Warm-Wasser-Einlauf ist es viel angenehmer als man denkt. Von den Salzen oder gar chemischen Abführmitteln würde ich abraten. Bei manchen reicht auch ein Sauerkrautsaft. Zur Motivation: Mir haben kleine Belohnungen wie eine Massage am dritten Tag geholfen. Wem 5-7 Tage einfach zu lang sind, der kann auch das Intermittierende Fasten versuchen. Hierbei wird Fasten mit normaler Nahrungsaufnahme in Phasen abgewechselt, z.B. nach 24 Stunden.


Kategorien : Ernährung Gesundheit


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