Vor, während und nach dem Wettkampf – Was man alles beim Wettkampf beachten sollte und wo es sich lohnt, sich vorab zu informieren, erklärt euch Frank Eickmann in seinen 10 Wettkampftipps.

Wettkampftipps - so klappt'sSonntag, 7 Uhr, der Wecker klingelt. Noch 50 Minuten, dann stehen die beiden Kollegen vor der Tür. Sie kommen, weil wir uns für einen Lauf über 30 Kilometer im benachbarten Holland angemeldet haben. Ich bin der Fahrer. Ach, denke ich, du kannst dich noch mal kurz umdrehen, bin schließlich gestern erst spät vom Konzert wiedergekommen, und ein kleines Gläschen Rotwein gab’s vorm Einschlafen auch noch. Huch, nur noch 30 Minuten, jetzt aber raus aus den Federn und die Tasche packen. Beim Packen schnell ein Müsli mit Milch, Banane und Zimt, dazu Orangensaft. Ok, ohne Kaffee geht’s nicht. Die Jungs sind pünktlich, Abfahrt.

„Habt ihr am Freitag noch den Newsletter gelesen, den der Veranstalter versendet hat? Da stand irgendwas was von becherfreier Lauf, oder so.“ „Wie, keine Getränke?“ „Nee, aber jeder muss seinen eigenen Becher mitnehmen, glaube ich.“ „Aber Verpflegungsstellen gibt’s schon, oder?“ „Keine Ahnung…“

„Hat einer mal das Wetter gecheckt?“ „Es soll teilweise starker und eisiger Ostwind sein, gefühlte 0 bis 3 Grad.“ „So kalt!? Bei uns ist es viel wärmer, dafür habe ich gar nix mit.“ „Hallo? Wir haben Februar, da nimmt man immer Mütze und Handschuhe mit.“ „Welche Schuhe habt ihr denn dabei?“ „Hab‘ mal 3 Paar mitgenommen. Normal, Trail und Goretex. Vielleicht erfährt man ja vor Ort noch was über Untergrund und Streckenprofil…“

„Der Lauf ist ausgebucht, es gibt heute keine Nachmeldemöglichkeit mehr! Haben Sie das nicht auf unserer Homepage gelesen?“ „Doch, aber ich kenne den Organisator. Er hat gesagt, für mich wäre immer ein Platz frei.“ „Ich habe aber keine Startnummern mehr. Mit wem haben Sie denn gesprochen?“ „Äh, irgendwas mit van de sowieso, habe ihn mal auf einer Messe kennengelernt…“

Kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor? Man fährt zu einer Laufveranstaltung und ist eigentlich schlecht vorbereitet. Damit meine ich nicht zu wenig Trainingseinheiten, sondern das ganze Drumherum wie Planung, Organisation und Abläufe. Im Folgenden möchte ich euch deshalb  10 Tipps geben, wie man unliebsame Überraschungen vermeiden kann und euer Wettkampf in jeder Beziehung ein Erfolg wird.

  1. Voranmeldung erspart Zeit und Stress. Es schafft Verbindlichkeit und Planungssicherheit. Wer sich erst am Wettkampftag nachmelden möchte, muss sich informieren, ob dies überhaupt möglich ist, bis wann, wo genau, und zu welchen Gebühren.
  2. RUNNERS POINT Marathonmeisterschaften 2013Die Sporttasche am Abend vorher packen. Dann vergisst man nicht so schnell etwas. Z.B. Brustwarzenpflaster, ohne die ein Lauf zur Hölle werden kann. Oder zur Sicherheit die ausgedruckte Teilnahmebestätigung.  Oder frische Unterwäsche. Oder…….
  3. Vorher checken, wie weit Parkplätze, Startnummernausgabe, Umkleide und Start auseinander liegen. Sie liegen nicht bei jeder Veranstaltung nah bei einander – sowohl örtlich wie auch zeitlich! Die Homepage des Veranstalters hilft diesbezüglich weiter.
  4. Der letzte Toilettengang. Da bin ich Zocker, hat bisher immer funktioniert: kurz vorm Start sind alle Dixis frei! Aber auf Nummer sicher zu gehen, kann auch nicht schaden. Bitte informieren, ob der Veranstalter an der Strecke weitere Dixis positioniert hat.
  5. Bei der Startaufstellung realistisch und sportlich fair einordnen. Wer zu weit vorne startet, wird mit großer Sicherheit  überpacen und später einbrechen. Da die zweite Rennhälfte eh immer die schnellere sein soll, lieber das Feld von hinten aufrollen.
  6. SONY DSCEigenverpflegung Ja oder Nein? Wer am liebsten Gels oder Riegel nutzt, nimmt diese auch am besten selber mit, es sei denn, der Veranstalter bietet an den Verpflegungsstellen einen Sondertisch mit Eigenverpflegung an. Achtung Zielverpflegung: habe schon von gar nix bis Erbsensuppe alles erlebt!
  7. Nach dem Lauf schnellstmöglich raus aus den Klamotten und rein in trockene Kleidung. Da darf es im Gegensatz zur Mikrofaser der Wettkampfbekleidung gerne wieder Baumwolle sein. Eine Dusche ist die Krönung, wenn das Wasser noch warm ist. Das kriegen leider nicht alle Veranstalter hin.
  8. Gerade wenn man sich richtig ausgepowert hat, ist ein kleiner Spaziergang vor der Heimfahrt ratsam. Muskulatur und Gelenke werden es einem danken. Ruhig gut einpacken dafür, Wärme beschleunigt die Regenerationsprozesse. Am Tag danach ein Regenerations- und/oder Wellness-Programm durchführen.
  9. Probiert mal diese Regel aus: nach einem harten Wettkampf so viele Tage kein Tempotraining, wie der Lauf in Meilen lang war. Das bedeutet z.B. nach einem Halbmarathon 14 Tage lang nur locker trainieren. Gebt dem Körper Zeit, nach einem Wettkampf ausreichend zu regenerieren.
  10. Nicht zu viele (Lauf-)Höhepunkte im Jahr planen. Auch mal einen Wettkampf als reine Formüberprüfung betrachten und lernen, es auch mit einer Startnummer um den Bauch mal locker angehen zu lassen. Die Bestzeit fällt oft dann, wenn man gar nicht damit rechnet.

Ihr habt bestimmt auf euren Wettkämpfen und Laufveranstaltungen ebenfalls viel erlebt. Schreibt uns doch, aus welchen Fehlern ihr gelernt habt und von welchen Erfahrungen ihr jetzt am meisten profitiert.


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