Im zweiten Teil unserer Miniserie „Laufen muss nicht nur Laufen sein“ beschäftigen wir uns mit einem Boom, der immer wieder unter neuem Namen bei uns aufschlägt. Ob Trimm Dich, Cross Fit oder Outdoor Gym – Training an der frischen Luft zieht immer und macht Spaß. Peter hat ein bißchen Geschichte zusammengetragen und wertvolle Tipps für das nächste Workout.

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Trimm Dich – mit Trimmy unterwegs im Wald

In den 70er Jahren entdeckte Deutschland den Trimm-Dich-Pfad für sich. Das Freiluft-Training war in aller Munde und aus Sportmuffeln wurden wahre Fitnessfreunde. Der deutsche Sportbund machte sogar TV-Werbung mit einem kleinen Männchen mit Quadratschädel und Turnhose, das seinen rechten Daumen nach oben streckte. In Wäldern und auf Wiesen zimmerten die jeweiligen Gemeinden Trimm-Dich-Pfade aus verschiedenen Materialien. Die ersten Lauftreffs wurden gegründet und das Laufen hieß noch Waldlauf oder Dauerlauf. Anfang der achtziger Jahre war der Boom vorbei und die Trimm-Dich-Pfade gerieten in Vergessenheit und gammelten vor sich hin.

Nachdem Mitte der Achtziger eine neue Fitnesswelle über Deutschland schwappte und „Vorturner“ in schrecklichen neonfarben Outfits im Fernsehen – meist schon zur Frühstückszeit – die Zuschauer mit lauter Musik und monotonen Kommandos nervten, war der Trend zum Inhouse-Training geboren. Es entstanden in der Folge unzählige Bodybuildinghallen und Fitnessstudios.

CrossFit – power dich aus und bring dich voran

Immer neue Fitnesstrends wurden geboren und mehr oder weniger gut vom sporttreibenden Kunden angenommen. Vor etwa fünf Jahren kam das Crossfit-Training zu uns. Es kombiniert Übungen aus den Bereichen Gewichtheben, Leichtathletik und Turnen. Dazu gehören zum Beispiel Körpergewichtsübungen wie Liegestütze, Sit-ups, Kniebeugen und Klimmzüge. Außerdem verwenden die Athleten Hanteln, Gymnastikringe, Klimmzugstangen und Kettlebelts. Auch dieser Trend startete Inhouse in sogenannten Crossfit-Boxen. Mittlerweile gibt es viele Anbieter die diese Sportart auch Outdoor anbieten.

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„Back to the Roots“ – nun sind wir wieder im Freien gelandet

Der Sportwissenschaftler Jean-Michelle Klaack hat neue Trimm-Dich-Geräte entworfen,  die er selbst als kleinstes Outdoor Fitness-Center der Welt bezeichnet. Diese stehen zum Beispiel an der Außenalster in Hamburg sowie an den Universitäten Essen und Duisburg und ermöglichen ein kostenloses Training. Diese Aktion findet mit der Unterstützung der Sporthochschule Köln statt.

Warum Geräte aufstellen, wenn der nahegelegene Wald alles hergibt?

Wald_4Neuster Trend und wahrscheinlich der naturverbundenste, ist das funktionelle Training im Wald. Warum nicht umgestürzte Bäume oder greifbare Äste – die natürlich ausreichend stabil sind –  als Trainingsgeräte nutzen. Hierauf haben sich immer mehr Fitnesstrainer spezialisiert, um so Abwechslung in deinen sportlichen Alltag zu bringen. Wie schon oft erwähnt, sollte ein Läufer nicht nur laufen, sondern auch seine Kraft verbessern und seine Koordinationsfähigkeiten schulen. So kann er sich vor Verletzungen schützen und zudem seine Leistung steigern. Und dies mit einem hohen Spaßfaktor. Oft trainieren Mann oder Frau, Jung und Alt gemeinsam und unterstützen sich bei ihrem Tun, was eine Gruppendynamik erzeugt, beim Training pusht und den Gemeinschaftssinn schärft.

Hier einige Übungen aus den vielfältigen Möglichkeiten:

  • Balancieren auf einem umgestürzten Baum: Nach einigen Versuchen stellst du fest, wie sich der Körper auf die Herausforderung einstellt und die Koordinationsfähigkeit aktiviert.
  • Klimmzüge an Ästen: Durch verschiedene Griffvarianten lassen sich Bizeps, Trizeps, Schultern und Rücken hervorragend trainieren. Hier können sich die Sportler gegenseitig unterstützen.
  • Baumstämme und Äste stemmen: Nach den vielen Sturmschäden gibt es viele „natürliche Hanteln“ in unseren Wäldern
  • Der Vierfüßler-Gang auf schrägstehenden Baumstämmen: Hier kannst du testen, wie weit die Evolution fortgeschritten ist. Unsere Vorfahren, die Affen, erklimmen so ein Hindernis mit Leichtigkeit. Wie stellst du dich dabei an?
  • Wechselsprünge über unterschiedlich dicke Baumstämme: Wie lange hältst du durch und ab wann brennen deine Beine?
  • Liegestütze an umgekippten Baumstämmen: Wer hält bis zum Ende durch? Anfänger dürfen natürlich die Knie ablegen, während ein „Vorturner“ den Ton angibt!
  • Slalom durch den vorhandenen Baumbestand: Wer schafft den Parcour am schnellsten und wer am elegantesten?

Diese Liste lässt sich natürlich unendlich weiterführen. Probiere doch einfach mal aus, worauf du Bock hast. Wenn dir das Laufen dabei fehlt, dann kombiniere es einfach mit Training im Wald, indem du dich vorher locker ein- und nachdem Workout noch ein wenig ausläufst.


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Kategorien : Fitness Trainingstipps


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