Ein Kilo Blei ist so schwer wie ein Kilo Federn – das habe ich als Kind weder verstanden noch geglaubt! Mittlerweile weiß ich: Ist so! Heute beschäftigt mich viel mehr die Frage: Woher kommen die Kilos und wie werde ich die überflüssigen wieder los! „Kalorien zählen“ lautet da der Tipp meiner Kollegin, und: „Mehr Kalorien verbrennen, als du zu dir nimmst“. Aber reicht das? Und ist eine Kalorie auch immer eine Kalorie, egal in welcher Form?

Kalorienzähler von Martin

Kalorien – verkannte Kraftpakete

Kalorien sind der Feind und sollen einem im wahrsten Sinne des Wortes vom Leib bleiben. So denken viele, die ich kenne. Sie machen dick, ein schlechtes Gewissen, wenn man gerade einen Haufen davon vernascht hat und außerdem stressen sie einfach, weil sie überall lauern. Lediglich die Sumoringer scheinen mit Kalorien wenig Probleme zu haben. Die stopfen freiwillig bis zu 10.000 Kalorien am Tag in sich rein, um in der ersten Sumoliga zu bleiben. Aber wahrscheinlich ist das auch Kalorienstress, nur in anderer Form. Doch zurück zur Kalorie an sich. Eigentlich ist die Kalorie ja eine Gute, denn sie liefert uns die Energie, die wir brauchen, um zu laufen, zu arbeiten, zu lachen – einfach um zu leben. Denn bei allem was wir körperlich tun, verbrennen wir Kalorien und gewinnen daraus unsere Energie. Ohne Kalorien also auch keine Power! Also: Kalorien sind Freunde!

Kalorie ist nicht gleich Kalorie

Obst und GemseUm meine Kilos loszuwerden, soll ich also Kalorien zählen und mehr verbrennen, als ich zu mir nehme. Dann mal los – zumindest schon mal gedanklich. Zunächst muss ich ja mal wissen, wie viel Kalorien ich so am Tag zu mir nehmen sollte, um genug Power zu haben, meinen Grundumsatz also. Um das zu ermitteln, gibt es „Kalorienrechner“ im Internet. Die errechnen den Grundumsatz, in dem sie verschiede individuelle Faktoren wie Alter, Geschlecht, Tagesaktivität etc. als Grundlage nehmen. Für mich stehen so ungefähr 2200 Kalorien auf dem Tagesplan. 2200 Kalorien, das sind 400g Schokolade – geht doch! Kalorien sind echte Freunde! Nee, geht eben nicht, denn das läuft hier nicht wie beim Kilo Blei und Kilo Federn. Kalorien sind nicht gleich Kalorien. Es gibt die leeren Kalorien aus z.B. Zucker und Alkohol und es gibt die, naja, die „vollen“ Kalorien, aus unverarbeiteten Lebensmitteln und Vollkornprodukten. Die leeren Kalorien sind lecker, aber falsche Freunde, denn sie sättigen nur für einen kurzen Zeitraum und machen schnell Hunger auf den nächsten Schokoriegel. Und sie liefern auch nur Energie für diesen kurzen Zeitraum. Die „vollen“ sind auch lecker und haben es aber auch voll in sich, denn sie laden den Akku länger auf. Für mich und meine Diät heißt das also ganz klar: Stumpfes Kalorien zählen und in Lebensmittel umrechnen reicht nicht, denn 400g Schokolade am Tag bringen mir nicht die Power, die ich brauche. Hier kommt es auf die Mischung an, denn ganz ohne Schoki will ich auch nicht abnehmen. 2200 Kalorien, das sind auch 1,5 Kilo Lachs oder 3 kg Pellkartoffeln. Da ich aber auch einen Eiweißschock und Kohlenhydratoverload vermeiden will, heißt der richtige Kalorienmix für mich: Lachs mit Pellkartoffeln und dazu noch gesundes Gemüse – schonend gegart. Als Nachtisch gibt es ein Stückchen Schokolade, gerne mit hohem Kakaoanteil. Lecker!

Und Action! – Kalorien verbrennen

So, jetzt habe ich meinen Tagesdedarf an Kalorien ermittelt. Bestenfalls nehme ich den natürlich nicht mit der einen Lachs-Pellkartoffel-Schoki-Mahlzeit auf, sondern verteile die Kalorienzufuhr auf fünf Mahlzeiten am Tag, damit der Körper nicht so belastet ist. Manche sind auch der Meinung, dass drei Mahlzeiten optimal sind, aber für mich persönlich passen fünf Mahlzeiten perfekt! Um da kalorientechnisch den Überblick zu behalten, muss ich jetzt natürlich die Kalorien der einzelnen Mahlzeiten zusammenrechnen. Da ich die Kalorienanzahl von Lebensmittel natürlich nicht so auswendig drauf habe, kann ich auch hier wieder das Internet nutzen. Es gibt eine Vielzahl an Apps, die einem helfen, die Kalorien zu berechnen und den Überblick zu behalten. Welche hier die richtige ist, muss man einfach ausprobieren. „Um abzunehmen, musst du mehr Kalorien verbrennen, als du aufnimmst“ – jetzt heißt es also aktiv werden und Kalorien verbrennen. Für mich im Alltag nicht immer leicht, denn die meiste Zeit des Tages sitze ich auf dem Bürostuhl oder meinem Sitzball. Da werde ich schnell träge. Da macht es Sinn, ganz bewusst eine Pause zu nehmen und anstatt eine Mail an eine Kollegin zu schreiben einfach in ihr Büro zu gehen und mit ihr zu quatschen. Eine Mittagspause ist fast schon Pflicht, denn dann kann ich mein Essen in Ruhe genießen und nachher beim Spaziergang an der frischen Luft bekomme einen Frischluft-Energiekick für den Nachmittag. Schwierig ist es hier nur mit der Kalorienzählerei, denn woher soll ich wissen, was ich so auf dem Weg zur Kollegin verbrenne? Oder bei meiner Feierabend-Laufrunde? Klar, auch dafür gibt es Umrechnungstabellen im Netz, die mir sagen, was ich so ca. auf 10 Kilometer bei mittlerem Tempo an Kalorien verbrenne. Einfacher ist es aber mit Sportuhren oder Activity Trackern. Sie zeichnen die Bewegungen in meinem Alltag mittels Sensoren auf und geben mir so ein Feedback, wie viel ich mich bewege, wie ruhig mein Schlaf ist und zählen für mich die Kalorien. Perfekt!

Mein Fazit: Kalorien zählen kann sinnvoll sein – stresst aber!

Ich bin Genießer und Kalorien sind für mich auch Genuss, wenn sie in Form von leckeren Mahlzeiten daherkommen. Sie zu zählen verdirbt mir also so ein bisschen den Spaß am Essen. Zu viele Kilos auf der Waage allerdings auch! Deswegen ist das Zählen und dann wieder das Subtrahieren von Kalorien schon sinnvoll, denn es hilft wirklich, das Gewicht zu kontrollieren. Wenn man bei der Zählerei im Blick hat, dass man überwiegend „volle“ Kalorien zu sich nimmt und sich auch ab und zu mal die leckeren leeren gönnt, dann ist das Essen an sich auch weiterhin Genuss. 100%ig ist die Kalorienzählerei zur Gewichtskontrolle aber nicht, denn nicht alle Kalorien, die ich aufnehme, wandele ich auch in Energie um. Ein Teil wird ungenutzt wieder ausgeschieden – kein appetitliches Thema, deswegen habe ich es bis zum Schluss verschwiegen. Das heißt die Energiebilanz wird hierdurch etwas verfälscht. Aber um einen grundsätzlichen Überblick zu behalten, sich einigermaßen gesund zu ernähren und die Waage gnädig zu stimmen, ist Kalorienzählen aber O.K. und praktikabel. Was meint ihr? Sind Kalorien für euch eher Freund oder Feind? Zählt ihr auch?


Kategorien : Ernährung


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