Verletzungen oder Kreislaufprobleme können jeden Läufer ereilen. Aber auch ein Notfall auf der Laufstrecke ist kein „Beinbruch“, wenn man weiß, was zu tun ist! Wenn ihr es nicht wisst, erfahrt ihr es hier von Martin!

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von Martin

Hoffentlich ist euch oder euren Laufkumpanen auf den Laufrunden noch nie etwas passiert. Aber, Hand auf’s Herz: Wisst ihr, was im Falle eines Laufunfalles zu tun ist? Unser Laufexperte Martin weiß es und gibt hier wichtige Tipps für den Notfall auf der Laufstrecke!

Doch bevor wir starten, schon mal ein wichtiger Tipp vorneweg:

Wenn ihr längere Läufe plant, egal ob auf bekannten oder unbekannten Wegen, nehmt ein Handy und ein Erste-Hilfe-Set mit Wärmefolie im Laufrucksack mit. So könnt ihr im Ernstfall euch selbst und anderen helfen.

Die Rettungskette – so könnt ihr anderen helfen!

Stellt euch vor, ihr seid mit eurer Laufgruppe im Gelände unterwegs und einer von euch stolpert so unglücklich, dass er starke Schmerzen hat und auf keinen Fall mehr weiterlaufen kann. In diesem Moment greift die Rettungskette, denn sie beschreibt die optimale Versorgung eines Verletzten vom Moment des Unfalls bis zur professionellen Behandlung durch Rettungssanitäter/Krankenhaus. In der Regel greifen die 4 Glieder der Kette ineinander.
Grundsätzlich gilt es jetzt, erst mal Ruhe zu bewahren. Bei einer größeren Laufgruppe solltet ihr die Läufer, die eher hektisch und nervös reagieren, mit einem ortskundigen Läufer weiter oder zurück zum Ausgangspunkt schicken. Denn je ruhiger die Atmosphäre am Unfallort ist, desto schneller könnt ihr erkennen, was geschehen ist, welche Gefahr besteht und wie in der gegebenen Situation gehandelt werden muss.
1. Glied der Rettungskette: Absichern des Verletzen und des Helferteams1.Hilfe_2
Einer von euch übernimmt die Verantwortung und sorgt dafür, dass der Verletzte/die Verletzte und auch der Rest der Gruppe abgesichert ist und so schnell wie möglich ein Notruf abgesetzt wird.

2. Glied der Rettungskette: Der Notruf!
Der Notruf sollte die Antworten auf diese Fragen beeinhalten:

  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wie viele Verletzte gibt es?
  • Welche Art von Verletzungen liegt vor?
  • Wie kann der Rettungsdienst die Unfallstelle erreichen? – Hier macht es Sinn, wenn möglich eine Person zur Einweisung des Rettungsdienstes abzustellen.

3. Glied der Rettungskette: Erste-Hilfe-Maßnahmen

Nachdem der Rettungsdienst alarmiert ist, solltet ihr Erste Hilfe-Maßnahmen treffen, um die Vitalfunktionen der verletzten Person zu erhalten oder zu stabilisieren.

  • Stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit1.Hilfe_4 copy
  • Herz-Lungen-Wiederbelebung
  • Druckverband
  • Schocklage

Sind die Vitalfunktionen der verletzten Person nicht akut gefährdet, könnt ihr die nächsten Schritte einleiten bis der Rettungsdienst eintrifft:

  • Wärme erhalten
  • Wunden verbinden
  • Brüche ruhig lagern
  • Bei Schock: Beine hochlagern
  • Mit der verletzten Person reden

 4. Glied der Rettungskette: Der Rettungsdienst
Sobald der Rettungsdienst vor Ort ist, übernimmt er den oder die Verletzten und bringt sie gegebenenfalls in ein Krankenhaus.

 

Die PECH-Regel – das solltet ihr tun, wenn ihr euch verletzt habt

Die PECH-Regel ist vielen Sportlern ein Begriff und hat mit Pech nur insofern zu tun, als dass ihr sie dann braucht, wenn ihr das Pech hattet, euch zu verletzen. Denn die PECH-Regel sagt euch, wie ihr vorgehen solltet, wenn ihr euch eine Muskel- oder Gelenksverletzung zugezogen habt.

P wie Pause
Ihr solltet euer Lauftraining sofort beenden und die betroffene Stelle ruhig stellen. Dann sollte schnellst möglich eine Untersuchung erfolgen.

E wie Eis
Bei Verletzungen der Weichteile solltet ihr die Stelle kühlen, denn das kann die Schmerzen lindern. Durch die Kälteanwendung verengen sich die Blutgefäße und somit wird der Schwellung entgegen gewirkt. Ihr solltet die Eispackung aber nie direkt auf der Haut anwenden, , sondern ein Tuch oder ähnliches unterlegen. Wenn ihr eine offene Wunde habt, ist eine Kühlpackung nicht empfehlenswert.
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C wie Compression
Wenn möglich, legt an der betroffenen Stelle einen Druckverband an. Damit verlangsamt ihr die Ausweitung von Blutungen und Schwellungen.

H wie Hochlagern
Lagert das betroffene Körperteil umgehend hoch. Mit dieser Maßnahme könnt ihr eine mögliche Folgebehandlung und den Heilungsverlauf begünstigen. Durch die Hochlagerung wird die Blutzufuhr verringert. Flüssigkeit, die aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe ausgetreten ist, wird so leichter abtransportiert und das kann dazu führen, dass sich Schwellung und die damit verbundenen Schmerzen vermindern.

Die Maßnahmen der PECH-Regel könnt ihr selbst durchführen. Wenn jemand anderes euch dabei hilft, umso besser! Aber denkt dran: Hierbei handelt es sich um eine vorläufige Erstversorgung einer offensichtlich nur leichten Verletzung. Ihr solltet euch schnellstmöglich in ärztliche/sportmedizinische Behandlung begeben.

Wir wünschen euch weiterhin ein verletzungsfreies Laufen!

 

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Kategorien : Gesundheit Rund um Sport, Fitness und Lifestyle Trainingstipps


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