Sie sind harmlos, aber höchst lästig: die Blasen, die beim Tragen neuer Laufschuhen, nach längeren Läufen oder aus anderen Gründen an Millionen von Läuferfüßen landen. Haben sie sich einmal dort festgezeckt, machen sie auf Sensibelchen. Jede Berührung, jeder Fremdkontakt wird umgehend mit Schmerz bestraft. Den kann man zwar aushalten, unangenehm ist er aber schon. Damit du nicht blasenbedingt aussetzen musst, findest du hier ein paar Tipps, was du gegen die lästigen Dinger ausrichten kannst, Vermeidungsstrategien und Infos, wie die Laufschuh-Industrie dich im Kampf gegen Blasen unterstützt!

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Basis-Blasen-Wissen

Kommt es zu Reibungen zwischen Socke/Schuh und der Haut, produziert der Körper zwischen der äußeren und der darunter liegenden Hautschicht Flüssigkeit, um die sich dann eine Blase bildet. Diese sind nicht nur lästig, sondern meist auch recht schmerzhaft. Viele Läufer stechen oder schneiden die Blasen dann auf, um so den Druck zu reduzieren, der hauptsächlich für den Schmerz verantwortlich ist. Wichtig ist, dass auf die offene Stelle unbedingt ein Pflaster geklebt wird, um eine Entzündung oder Infektion zu verhindern und das Ganze noch schlimmer zu machen. Häufigste Ursachen für Fußblasen sind schlecht sitzende Laufschuhe oder Socken. Aber auch schwitzende Füße, besonders lange Läufe, ungewohnte, hügelige Strecken, schlecht verarbeitete Stellen im Laufschuh oder orthopädische Besonderheiten der Füße können der Auslöser sein.

Blasenrisikofaktor: Falsche Laufschuhgröße

Auch zu knapp bemessene Laufschuhe können eine Ursache für Blasen sein. Je länger der Lauf, desto mehr senkt sich das Längsgewölbe des Fußes ab und der Fuß wird etwas länger. Deshalb ist es wichtig, dass die Laufschuhe besonders für lange Einheiten sorgfältig ausgewählt werden. Vor den Zehen sollte ca. eine Daumenbreite Platz bleiben. Aber auch zu große Schuhe können zu Blasen führen, nämlich dann, wenn der Fuß nicht genügend Halt im Schuh findet und deshalb hin und her rutscht. Manchmal hilft schon das Austauschen der Einlegesohlen oder eine spezielle Schnürung des Laufschuhs, um diese Problematik zu beheben.

Die passenden Laufsocken verhindern Blasen!

55282604_01Dass heutige Sportsocken nicht mehr aus Baumwolle bestehen, sondern aus funktionellen Kunststofffasern gefertigt werden, ist wohl mittlerweile rum – zumindest in der Sportszene. Die eigentliche Kunst der Laufsockenherstellung liegt jetzt darin, das richtige Material mit der passenden Materialstärke an den besonders belasteten  Stellen des Fußes zu platzieren. Deshalb findet man beim Betrachten einer hochwertigen Laufsocke z.B. von Falke, X-Socks, Cep usw. am Spann und im Fersen- oder Zehenbereich verschiedenfarbige Funktionsfasern in unterschiedlichen Materialstärken. Auch die Atmungsaktivität spielt eine entscheidende Rolle, denn Feuchtigkeit im Schuh erhöht die Blasengefahr enorm. Deshalb arbeiten viele Hersteller mit Belüftungskanälen in den Socken. So kann auftretende Schwitzfeuchtigkeit schneller nach außen abgegeben werden. Laufsocken müssen eng am Fuß sitzen, denn schon eine kleine Falte kann während des Laufes zur Qual werden. Für längere Wettkämpfe empfiehlt es sich, Socken zu wählen, mit denen man bereits gute Erfahrungen gemacht hat und die mindestens schon einmal gewaschen und getragen wurden.

Tipps zum Sockenkauf:

  • Im Gegensatz zu deinen Laufschuhen, solltest du deine Laufsocken immer in deiner Normalschuhgröße kaufen.
  • Wasche deine Laufsocken mit deinen Lauftextilien bei 30 oder 40 Grad – je nach Herstellerangaben
  • Stülpe die Socken nach dem Trocken nicht ineinander, sie könnten sonst schneller ausleiern und die Passform wäre dann beeinträchtigt.

… und außerdem:

Du selbst kannst das Risiko der Blasenbildung durch regelmäßiges Barfußlaufen, häufiges Eincremen deiner Füße, einem gezieltes Fußmuskeltraining und das Tapen einzelner Zehen reduzieren.

Neue Anti-Blasen-Technologien der Laufschuhhersteller

Free_Pegasus_2 - CopyGestrickte Obermaterialien: Um auf blasenfördernde Nähte im Upper weitgehend verzichten zu können, haben z.B. adidas mit seinem Primeknit oder Nike mit dem Flyknit-Obermaterial Techniken entwickelt, bei denen das Obermaterial aus einem Faden gestrickt wird. Dadurch können unangenehme Reibungspunkte, durch die Blasen entstehen könnten, weitgehend vermieden werden. Außerdem verfügen solche Modelle oft über eine sockenähnliche Passform.

Verbesserte Schnürsysteme: Durch den Einsatz von Flywire Kabeln, wie bei Nike, die mit den Schnürriemen und der Mittelsohle verbunden sind, wird ein besserer flächendeckender Halt im Mittelfußbereich erzielt. adidas verwendet hier sogenannte Kunststoff-Cages, die einen sicheren Sitz im Schuh garantieren sollen und ein guter Sitz ist schließlich das A-und-O um Blasen zu vermeiden.

IMG_1080Externe Fersenkappen: Viele Hersteller haben ihre Fersenkappen, die früher meist im Material mit verbaut waren, nach außen verlegt. Da dieses Bauteil mit für einen guten Halt des Fußes im Schuh zuständig ist, ist das Material fester und stabiler. In der alten Bauweise ergaben sich häufig Druckstellen im Bereich der Ferse, die im schlimmsten Fall zu Blasen führten. Neuerdings werden die Fersenkappen von außen an den Laufschuh angebracht, und somit ist das Problem weitestgehend behoben. Zusätzlich werden die meisten Laufschuhe mit einem gepolsterten Fersenkragen versehen, was den Komfort nochmals spürbar verbessert.

Hohe Atmungsaktivität: Die oft stylischen Obermaterialien der Laufschuhe machen nicht nur optisch einen guten Eindruck. Sie sind mittlerweile sehr atmungsaktiv und geben die Fußfeuchtigkeit schnell nach außen ab. Dadurch wird eine Feuchtigkeitsbildung im Schuh verhindert und somit einer der Hauptursachen der Blasenbildung entgegengewirkt.

Sporteinlagen: Spezielle Einlegesohlen wie zum Beispiel die Currex Run Pro, sind im Sportfachhandel erhältlich. Diese Sohlen werden für verschiedene Fußgewölbeformen angeboten und nach einem Fußabdruck auf einer Messplatte angepasst. Sie verbessern in den meisten Fällen den Tragekomfort und verleihen dem Laufschuh eine individuellere Passform.

Wir wünschen einen blasenfreien Lauf!


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Kategorien : Gesundheit


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