Wie ist ein Laufschuh aufgebaut und wann sollte er ausgetauscht werden? Und wie sieht es mit der Pflege aus? Wir geben euch einige interessante Infos rund um den Lebenszyklus eines Sportschuhs.

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Hat nicht jeder von uns seinen Lieblingsschuh? Ich habe sogar mehr als einen. Ob fürs Laufen, für die Freizeit, für Feierlichkeiten – ich habe für jeden Zweck ein Lieblingspaar. Und hin und wieder trifft es mein Herz, wenn ich ein Paar davon aussortieren muss, weil es nicht mehr ansehnlich, tragbar oder voll leistungsfähig ist. Was ich damit meine? Ich erkläre es euch!

Von außen betrachtet: Obermaterial und Außensohle

06.11.2014-20981Ein funktioneller Laufschuh besteht aus 3 Hauptbestandteilen: dem Obermaterial, der Zwischensohle (das Herzstück) und der Außensohle.

Während das Obermaterial nicht so schnell verschleißt, wenn die Passform stimmt und die richtige Socke am Fuß sitzt, sind an der Außensohle Abnutzungserscheinungen schneller sichtbar und spürbar. Hier kommen oft Carbongummimischungen zum Einsatz, die die Abriebfestigkeit erhöhen sollen. Aber auch diese Elemente laufen sich ab – dafür sorgen Schotter, Asphalt und was sonst noch unter unsere Sohlen kommt. Spätestens, wenn wir direkt auf die meist weiße Zwischensohle schauen, weil alles andere wegradiert ist, sollte der Schuh getauscht werden.

Das Herzstück des Laufschuhs: Die Zwischensohle

Bei der Zwischensohle ist es deutlich schwieriger zu erkennen, wann sie ihre besten Zeiten hinter sich hat. Dabei ist es aber die Zwischensohle mit den zusätzlichen Dämpfungselementen, die für die Performance des Laufschuhs von großer Bedeutung ist.

Stellt euch die Mittelsohle wie einen Schwamm vor. Denn nichts anderes ist sie in den meisten Fällen – ein aufgeschäumtes EVA-Material. Und wie bei einem Schwamm drücken, pressen und verformen wir beim Laufen dieses Material abhängig vom Laufuntergrund, unserer Körperstatur und unserer Laufgeschwindigkeit mehr oder weniger stark. Und was passiert mit einem Schwamm, wenn wir ihn nach dem Zusammendrücken wieder loslassen? Er begibt sich langsam aber sicher in seine Ursprungsform zurück. So verhält es sich auch beim Laufschuh. Er braucht etwa 24 Stunden dafür. Neuere Materialien versprechen eine schnellere „Regeneration“ des Schuhs.

Tipps für „gesundes“ Schuhwerk

  • Sohle_1Wer öfter als zweimal die Woche laufend unterwegs ist, der sollte einen Schuh zum Wechseln haben. Denn das Wechseln der Schuhmodelle erhöht die Lebensdauer.
  • Wenn sich das Material nicht mehr regenerieren kann, dann entstehen auf der Außenseite Riefen, die sich nicht mehr zurücksetzen. Gleichzeitig verzieht sich der Schuh und nimmt langsam aber sicher die Form einer Banane an. Auch dann sollte der Schuh getauscht werden.
  • Interessant ist auch, dass ein Schuh, der den ganzen Tag in der Freizeit oder im Job getragen wird, einer größeren Belastung ausgesetzt ist, als wenn er zwei Stunden gelaufen wird.
  • Bei den unterschiedlichen Herstellern liest man von Laufleistungen zwischen 600 bis 1200 Kilometern. Wenn ich also fünf Kilometer unterwegs bin, kann ich 120 bis 240 Trainingseinheiten mit dem Schuh absolvieren. Bei zehn Kilometern entsprechend 60 bis 120 Einheiten. So macht es also Sinn, ein Lauftagebuch zu führen oder die Laufleistung des Schuhs zu notieren.
  • _RP_ROM_06627Allerdings sollte auch das Körpergewicht, die Größe und das Laufverhalten der Läuferin bzw. des Läufers berücksichtigt werden. Ich mit meinen 80kg bei 173cm Körpergröße belaste meine Schuhe anders als Läufer mit 65kg bei 175cm oder 110kg bei 195cm. Und je besser der Schuh zu der Laufbewegung passt, desto länger hält er.
  • Wichtig ist auch die Pflege und Lagerung der Laufschuhe. Denn extrem kalte und warme Temperaturen mag der Laufschuh gar nicht, denn die Zwischensohle wird entweder deutlich härter oder weicher. Hier setzen Materialen wie Boost von adidas neue Standards.
  • Wenn es nötig ist, dann reinige ich meine Schuhe mit einer Bürste und lauwarmen Wasser. Dabei nehme ich die Einlegesohle raus und stopfe die Schuhe danach mit Papier zum Trocknen aus. Ich persönlich packe meine Laufschuhe erst in die Waschmaschine, wenn ich sie nicht mehr zum Laufen, sondern nur noch in der Freizeit trage.
  • Auch der Einlegesohle sollte gepflegt werden. Denn sie nimmt den Großteil des Fußschweißes beim Laufen auf. So kann es auch Sinn machen, diese nach einem gewissen Zeitraum – oder wenn sie sehr „riechen“ – auszutauschen. Und eine individuelle Einlegesohle kann wie ein Sportsitz im Auto den Sitz im Schuh verbessern und einen besseren Kraftschluss zwischen Fuß und Schuh bieten.

Wie sieht es bei euch aus? Führt ihr ein Laufbuch und haltet ihr nach, wie viele Kilometer eure Laufschuhe auf dem Buckel haben? Habt ihr Pflegetipps, die ihr empfehlen könnt? Dann lasst sie uns wissen!


Kategorien : Equipment Schuhe Trainingstipps


Hallo Martin,

vielen Dank für Deinen Artikel. Ich selbst bin ein großer und schwerer Läufer (1,90 m und 95 kg). Mein Wochenpensum ist 3 mal 10 bis 12 km – also zwischen 30 bis 40 km/Woche.

In einem Jahr benutze ich 3 Paar Laufschuhe, die ich „durchwechsle“ (plus 1 Paar Winterschuhe). Ich laufe mit Puls/GPS-Uhr und weiß so ziemlich genau, welche km-Leistung ich gelaufen bin. Meine Laufschuhe halten ca. 500 km pro Paar.

Ich merke deren Verschleiß an Schmerzen in den Füßen und muss spätestens dann in neue Laufschuhe investieren. Aber grundsätzlich beschaffe ich jedes Jahr einen neuen „Satz“ Schuhe.

Viele Grüße
Bernd

Hallo Bernd!

Bei mir ist ähnlich, wenn die Schuhe verschlissen sind. Da macht es sich auch in den Füßen und den Gelenken bemerkbar. Da ist ein neues Paar Laufschuhe direkt eine Wohltat.

Laufende Grüße,
Martin

Super Artikel…. Ich hatte selber mal das Problem das meine Schuhe derart durchgelatscht waren und ich mich immer gewundert habe warum ich schmerzen in den Knöcheln habe beim Laufen.

Und neuen Schuh gekauft und alles war wieder super 🙂 Der Artikel hätte mir dort sehr geholfen.

Hi!

Aktuell habe ich den gleichen Fall bei meinem Lieblingsschuh – der ist komplett auf, aber ich möchte mich noch nicht von ihm trennen. Ich denke allerdings, dass er den Mai nicht überleben wird.

Laufende Grüße,
Martin

machs lieber zu früh als zu spät, wenn man dann erst einmal Probleme mit den Füßen hat geht das auch nicht so schnell wieder weg…. Auf jeden Fall meiner Erfahrung nach……

Ich laufe mit 2 paar Schuhe ca. 1500 km pro Jahr. Den Glyzerin alles Trainingsschuh ca 900 km und dem Energy Boost ca 600 für Wettbewerbe und längere Strecken. Ich wiege 98 kg zur Zeit und 1.85 groß. Im März habe ich mir mal 4 paar gekauft. Zusätzlich dieses mal den Ultra Boost und wie vor 2jahren den Pure Flow. Ich hoffe und merke das es meinen Gelenken besser geht. Ich will aber noch etwas abnehmen ist aber schwierig. Ich bin 57 Jahre und laufe jetzt im 3ten Jahr aktiv als Hobbyläufer.

Hallo Horst Lothar!

Da hast du ja eine feine Mischung, die dir und deinem Körper eine tolle Abwechslung bietet. So bietest du ihm neue Anreize – besonders mit dem flachen und flexiblen Pure Flow und dem Ultra Boost, die doch unterschiedlich zum Glycerin und Energy Boost sind. So schießt sich dein Körper nicht auf ein Modell ein. Beim Abnehmen geht es mir nicht anders, aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen (5€ ins Phrasenschwein)! Ich habe für mich festgestellt, dass eine Variation in den Trainingseinheiten (Intervalltraining, Fahrtspiele im Wechsel mit ruhigen Läufen) und Alternativen wie Schwimmen, Rad fahren und Functional Training sich sehr gut ergänzen. Wahrscheinlich sollte ich auch mehr auf meine Ernährung achten, aber dafür esse ich zu gerne.

Laufende Grüße,
Martin

Ich laufe mit drei Paar Schuhen Outdoor (Brooks Ghost 7, Brooks Pureflow 3 und Asics Gel Nimbus), allerdings nur Strecken zwischen 5-10 KM, mehr macht mein Knie nicht mehr mit. Auf dem Laufband kommt noch das eine oder andere leichte Modell dazu. Ich habe den Eindruck, dass bei mir (188 cm, 87 kg, fast 13 kg weg seit vergangenem Sommer) die Schuhe doch schon nach ca. 500-600 KM von der Sohle her nachlassen, liegt wohl ein wenig an meinem Laufstil als Ex-Radrennfahrer. Aber was sind schon zwei Paar neue Laufschuhe pro Jahr im Vergleich zu den Kosten, die im Zusammenhang mit Radrennen verursacht wurden – die sind es in jedem Fall wert.

Gerade heute über das Thema nachgedacht, als ich (50, 180cm, 67kg) mir meine Schuhe nach dem Laufen so anschaute (im März gekauft, laufe locker 200km im Monat). Es sind Saucony Triumph 11, habe die gleichen noch mal (ungetragen) im Schrank und dachte es macht nicht viel Sinn zu wechseln, wenn es die gleichen sind. Habe Schuhgrösse 43 bei Laufschuhen, da ist es nicht einfach als Frau passende (schmale) zu finden. Jemand einen Tipp?

Hallo Tina!

Du sammelst ja ordentlich Kilometer. Der Saucony Triumph 11 ist ja ein recht hochwertig gedämpfter Laufschuhe. Wenn dein neuer Schuh in eine ähnliche Richtung gehen sollte, dann könntest du mal den adidas Ultra Boost oder Energy Boost anprobieren. Auch ein Nike Vomero käme in Frage. Etwas weniger Dämpfung bieten Schuhe wie der Brooks Ghost oder Asics Cumulus. Aufgrund seines schmalen Fußes solltest du auf jeden Fall die Modelle anprobieren und ihre Passform checken. So bist du sicher, dass der Schuh passt. Viel Spaß weiterhin beim Laufen.

Mit sportlichen Grüßen,

Martin

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