„Natural Running“ – ein Ding der Unmöglichkeit?

BarbieWir laufen nicht nackt und barfüßig im Wald herum, ohne auf Wege, Zeit und Ort zu achten – wir sind keine „Natural Runner“. Wir können gar nicht natürlich laufen. Nicht in unserer „Plastik-Welt“ voller Chemie und Technologie im Wohnraum, am Arbeitsplatz und im Essen. Wir kaufen Läufermüsli mit künstlichen Aromen, 3-fach erhitzt und denken, wir essen gesundes Erdbeermüsli. Wir laufen auf Teer und reden über „Natural Running“ bei Schuhen. Aber wir wollen in unserer selbst geschaffenen künstlichen Welt ein bisschen Natürlichkeit zurück. Deshalb gibt es immer mehr Bio-Produkte, recycelte Materialien in Laufklamotten, flexible Schuhe und ausgefallene Trail-Events. Laufen in der Natur bedeutet Abenteuer, Freiheit und Abgeschiedenheit. Dinge, die in unserer hektischen, reizüberfluteten Zeit wichtig sind, um abzuschalten. Was bedeutet dieses (leider) „ausgelutschte“ Wort „Natural Running“ – und wie können wir es sinnvoll umsetzen?

Was bedeutet „Natural Running“ für uns?

Es gibt viele Definitionen für „Natural Running“.  Für uns bedeutet es mehr als nur ein Laufschuh mit geringer Sprengung. Es ist aber auch kein 24-Stunden Dauerzustand. Es ist mehr eine Rückbesinnung auf die Natürlichkeit – in allen Lebensbereichen des aktiven Läufers. Dies kann eine 60-minütige fußmuskelaktivierende Trainingseinheit sein oder der Barfuß-Spaziergang im Sand. „Natural Running“ ist für uns auch die Auswahl der Laufstrecke – mal weg von den festen, breiten Wegen. Genau wie die Wahl von Lebensmitteln statt Nahrungsmitteln kann natürlich auch die Laufbekleidung und Schuhwahl dem „Natural Running“ entgegenkommen. Wie – das erfahrt ihr weiter unten…

Wenn es läuft, dann lass es laufen

Natural Running 2Beim Barfußlaufen kompensiert der Läufer die fehlende Dämpfung unter den Füßen durch eine Plantar-Beugung des Fußes beim Aufsatz, woraus sich eine weichere Landung durch die natürlichen Stoßdämpfer (Fußgewölbe) ergibt. Da die meisten Laufschuhe eine Sprengung aufweisen – diese beschreibt das Gefälle zwischen Ferse und Vorfuß – erfolgt der erste Bodenkontakt meist über die Ferse. Barfußläufer dagegen landen im Gegensatz zu den meisten beschuhten Läufern auf dem Mittelfuß. Somit erhöht sich die Belastung auf die unterstützende Struktur des weichen Bindegewebes des Fußes. Dadurch werden Gewebe, Fußmuskulatur und Wadenmuskulatur gestärkt. Das Verletzungsrisiko wird reduziert.

Schuster bleib bei deinem „natürlichen“ Leisten

Laufschuhe, die flach gebaut sind und eine niedrige Sprengung aufweisen, bieten uns die Möglichkeit, auch ohne Strand oder Wiese dem Barfußlaufen etwas näher zu kommen. Beim „Natural Running“ gibt es unterschiedliche Einstiegswege. Für alle, die es langsam angehen wollen und Sehnen, Bänder und Gelenke Stück für Stück an die „natürliche“ Belastung heranführen möchten, gibt es Schuhe wie den Saucony Kinvara, Nike Free oder Brooks Pure Flow.

Brooks Pure FlowSaucony KinvaraNike Free

Wer direkt voll einsteigen möchte, der findet mit dem Brooks Pure Drift, New Balance Minimus oder den FiveFingers die flachsten Modelle.

Five Fingers

Brooks Pure DriftNew Balance MinimusAber auch bei den Textilien hört „Natural Running“ (und „Thinking“) nicht auf. Asics und New Balance verwenden in einigen Textilien die Öko-Funktionsfaser Cocona. Diese, mit Aktivkohleteilchen aus der Kokosnussschale angereicherte Faser hat eine geruchsneutralisierende Wirkung und bietet einen eingebauten UV-Schutz 50+. adidas better place, Nike Better World oder Brooks BioMoGo System helfen dabei, dass wir auch in Zukunft durch die Natur laufen können.

Check dich selbst: Bist du ein „natürlicher Läufer“?

Ein (nicht) ganz ernst gemeinter Fragenkatalog:

  1. Bist du mindestens 1x pro Woche für 1 Stunde barfuß im Garten?
  2. Trägst du in der Freizeit Nike Free, New Balance Minimus, Fivefingers o.ä.?
  3. Kannst du noch ohne Handy und Musik laufen und den Sound der Natur genießen?
  4. Riechst du beim Laufen regelmäßig Laub, Pferdeäpfel, Kamille oder andere Wildkräuter?
  5. Triffst du mindestens 3 „wilde“ Tiere auf deiner Laufstrecke? (Hunde zählen nicht 😀 )
  6. Rennst du auch mal durch Bachläufe und hast keine Angst vor nassen Füßen?
  7. Nimmst du die Stufen anstatt den Fahrstuhl?
  8. Genießt du auch Mistwetter beim Laufen?
  9. Verlässt du gerne befestigte Wege und läufst auf kleinen Wald-Pfaden oder durch Wildblumenwiesen?
  10. Räumst du vorm Wettkampf mit Ingwer deinen Magen auf – und verzichtest auf Tabletten?

Auswertung: (Wieviele Fragen hast du mit „JA“ beantwortet?)Natural Running 1

0-2 : Du bist so „Natural Running“ wie Barbie und Ken im Beach-House-Van

3-5 : Barfuß bist du nur im Tropical Island.

6-8 : Die Natur genießt du – aber nur, wenn das Wetter mitspielt.

9-10 : Du bist mit allen Sinnen „Natural Runner“.


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Kategorien : Equipment Fitness


echt cooles Bild 🙂 sind das Allufolienstulpen?

Genau – sie kühlen aber kratzen sehr und von Kompression keine Spur 🙂

Müsste Frage 7 nicht andersherum gestellt werden? Weiß nicht was Fahrstuhl fahren mit Running zu tun hat 😉

Hallo Andre,

da hast du natürlich Recht! Treppen sind immer besser als der Fahrstuhl 😉
Wir haben die Frage noch einmal überarbeitet und danken dir für dein Feedback!

Deine RUNNERS POINT Experten

Wieso wird hier suggeriert, das man aus Fersenläufern Mittelfuß, bzw., Vorfußläufer werden kann.(Barfußlaufen ist auch Vorfußlaufen).
Den kompletten Fragenkatalog kann man nicht ernst nehmen, trotzdem, schöner Werbegag)

Hallo Peter.
Deine Frage ist für uns nicht ganz nachvollziehbar – wo wird, wie du schreibst „suggeriert, das man aus Fersenläufern Mittefuß, bzw., Vorfußläufer werden kann“? Dass der Fragenkatalog nicht ganz ernst gemeint war stand übrigens oben drüber… Vielleicht liest du unseren Text einfach noch einmal 🙂 Ein schönes Wochenende und fröhliches Laufen wünscht dir das PEX-Team.

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