Gedanken eines Hobbyläufers

Laufen oder Nichtlaufen – Ist das überhaupt eine Frage?

In der letzten Woche bin ich erstmals schon in ¾ Tight und Shirt (zugegeben noch mit Funktionsoberteil darunter) bei 15° durch den Wald gelaufen. Mit Vorfreude auf den kommenden Frühlingsanfang kamen auch schon meine nagelneuen Minimalschuhe zum Einsatz. Falsch gedacht! Jetzt haben wir wieder -10° und die kurze Hose kann erst einmal wieder in die hintere Ecke meines Kleiderschranks verbannt werden. Oder lasse ich die kurze Hose in der Sporttasche und warte auf die nächsten Sonnenschein-im-Winterwarmen Tage?

Niemals! Mütze wieder auspacken, Kleiderschrank umräumen und das Laufen funktioniert wieder wie Weihnachten! Nein, nicht ganz, es ist sogar besser. Anstatt grauem Himmel lacht die Sonne in vielen Teilen von Deutschland. Die Luft ist klar und frisch und ein bisschen Schnee setzt dem Ganze noch die (Schnee-)Krone auf.

Die Tipps für das Laufen bei Kälte und Schnee konnten wir in den letzten Monaten schon oft beherzigen. Selbst in Hightech-Zeiten gilt das gute alte Zwiebelschalenprinzip. Mit einem Funktionsshirt aus Mikrofaser, einem normalen Laufshirt und einer Membranjacke friere ich auch bei klirrenden Minusgeraden nicht. Statt der Minimalschuhe greife ich wieder auf meine Winterlaufschuhe mit Gore-Tex Membran zurück.

Bei diesem unberechenbaren Wetter habe ich mittlerweile beide Laufoutfits in der Sporttasche und kann so spontan entscheiden, welches Outfit angemessen ist. Da ich bereits mit den Arbeitskollegen verabredet bin, gibt es ohnehin keine Ausreden. Im Übrigen ein guter Tipp, wenn man sich manchmal nicht ganz motivieren kann: Verabredungen schaffen Verbindlichkeiten und das gemeinsame Laufen motiviert.

Die Expertensicht von Peter Jamsek

Was passiert mit meinem Körper?

Wer den ganzen Tag im warmen Büro hockt, der riskiert schnell eine Erkältung. Der Körper benötigt die Temperaturschwankungen, um seine Abwehrkräfte anzukurbeln! Somit schützen diese deinen Körper vor einer Erkältung, aber auch vor gefährlichen Viren und Bakterien. Die kurzen Tage und der damit verbundene Mangel an Licht bewirken, dass die Produktion des Glückshormons Serotonin auf Sparflamme läuft. Wer regelmäßig joggt, sorgt für eine erhöhte Serotoninproduktion.  Du bist einfach relaxter und fühlst dich rundum wohler. Damit schützt du dich vor depressiver Stimmung und erhöhst deine Leistungsbereitschaft.

Werfen die sich verändernden Witterungsverhältnisse meinen Trainingsplan durcheinander und sind meine Ziele gefährdet?

Das ist davon abhängig, wie lange die Kälte noch anhält. In den Wintermonaten legt man das Fundament für die kommende Laufsaison. In der kalten Jahreszeit sollte man vorwiegend kurze und lange Grundlagenausdauerläufe machen. Da wir uns momentan in der Übergangsphase befinden, kannst du ohne weiteres für die absehbaren Tage mit Eis, Schnee und Minustemperaturen auf schnelle Einheiten – wie Bahntraining und Intervalle – verzichten. Sonst besteht die Gefahr, dass du durch zu tiefes Einatmen der kalten Luft auf Dauer deine Lunge schädigst. Auch wenn viele Läufer bereits voller Vorfreude für die kommenden Frühjahrswettkämpfe mit diversen Trainingsplänen trainieren, ist es ratsam, bei diesen Wetterkapriolen mit dem Plan auszusetzen und das Lauftraining der Witterung anzupassen. Sobald die Straßen und Wege wieder frei sind und die Grade ins Plus wandern, steigst du wieder in deinen Trainingsplan ein. Deine Zielzeiten musst du – wenn überhaupt – erst dann korrigieren, wenn du deinem Plan länger als zwei Wochen nicht folgen kannst.

Tipp: Wenn es extrem kalt ist (unter -5 Grad)solltest du versuchen, durch die Nase Luft zu holen, denn dabei wird die Luft schon etwas vorgewärmt.


Kategorien : Equipment Gesundheit


Schön und motivierend geschrieben :). Dennoch hoffe ich bald auf wärmere Temperaturen, denn Tempoläufe wollen auch mal wieder „geübt“ werden 😉

Damit habe ich nichts mehr am Hut, mit 76 geht es nur noch ums „wohlfühlen“: Regelmässiges Training ist aber Voraussetzung für die Fitness, da spielt das Wetter keine Rolle.
Franz

Es gibt kein schlechtes Wetter, gerade mit den modernen Jacken und Schuhen hat man nun wirklich keine Ausrede mehr, wenn es nicht gerade Minus 10 grad draussen hat!

Sehe ich genauso. -17 Grad und +35 Grad waren meine Tiefst-und/Höchstwerte, weil das Wetter noch nicht mehr hergegeben hat. Immer schön Zwiebellook und im Winter auch mal Motorradkleidung drunter, weil ich son Frösteköttel bin ;).

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