Warum Zecken Läufer lieben

(von Peter)

Peter renntDa Laufen oftmals eine schweißtreibende Angelegenheit ist, gehören wir bei den kleinen Blutsaugern zum bevorzugten Beuteschema. Die kleinen parasitären Spinnentiere verfügen an den Vorderbeinen über ein sogenanntes Haller’sches Organ, mit dem sie Buttersäure und Ammoniak im Schweiß sowie Kohlendioxid riechen können. Die Mini-Vampire halten sich vornehmlich im Gestrüpp und in hohen Gräsern auf und werden von ihren „Opfern“ im Vorbeilaufen abgestreift. Dass Zecken sich von Bäumen auf uns herabfallen lassen, ist genauso ins Märchenreich zu verbannen, wie die Geschichte, dass die Tiere uns vom Boden aus anspringen können.

Gegen diese Vampire hilft kein Knoblauch!

LauftreffBei Laufeinheiten auf Wald- und Wiesenwegen kann das Abstreifen der Tiere damit verhindert werden, indem man einen Sicherheitsabstand zu Büschen, Gräsern und zum Unterholz einhält. Bei Querfeldeinläufen kann sich der Sportler mit Kompressionssocken, enganliegenden Tights, Langarm-Shirts und geschlossenen Laufschuhen schützen. Übrigens: Zecken sind auf heller Bekleidung besser zu erkennen. Das Einreiben mit Insektenschutzmitteln ist zwar kein absoluter Schutz, reduziert aber die Gefahr für rund zwei Stunden. Nach einem Crosslauf ist es ratsam, sich gründlich auf mögliche Zecken hin zu untersuchen. Auch die Kleidung sollte mit großer Sorgfalt nach ihnen abgesucht werden. Da Zecken einige Zeit benötigen um durch die feste menschliche Haut zu gelangen, besteht die Möglichkeit sie noch rechtzeitig zu entfernen. Weiche Hautfalten in durchbluteten Körperpartien wie Achselhöhlen, Kniekehlen oder die Leistengegend werden von den Plagegeistern bevorzugt.

Impfen ja oder nein?

Zecken sie sind in der Lage, schwerwiegende Erkrankungen wie Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) zu übertragen. Beim Laufen (vor allem in Süddeutschland) zwischen Juni und September ist erhöhte Vorsicht geboten. Die meisten Zeckenbisse laufen zwar unproblematisch ab, aber rund fünf Prozent aller Zecken sind entweder mit Borreliose oder FSME infiziert. Gegen FSME gibt es mittlerweile eine Schutzimpfung, nicht aber gegen die Borreliose, die bei Ausbruch nur mit Antibiotika bekämpft werden kann. Für Läufer in Risikogebieten wird eine Impfung gegen den FSME Virus empfohlen, während Experten von flächendeckenden Zeckenschutzimpfungen abraten – wegen möglicher Impfstoffunverträglichkeiten.
Wenn du nicht sicher bist, ob du die Zecke vollständig entfernt hast oder wenn Hautrötung, grippeähnliche Symptome, steifer Nacken, Abgeschlagenheit, Sehbeschwerden oder Übelkeit auftreten – solltest du auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Fazit: Ihr Zecken könnt mich mal…

(von Tabitha)

Ich lass mir von den Viechern doch nicht die Laune verderben und halte es wie Herbert Steffny, der das Thema mal wunderbar auf den Punkt gebracht hat: „Als Läufer und auch als Diplom-Biologe (Hauptfach Zoologie) möchte ich klar stellen: Ich laufe in Deutschlands Haupt-Zeckenrisikogebiet Südschwarzwald und Südbaden nun schon seit 32 Jahren zigtausende von Kilometern (ca. 2x um die Erde). Noch nie (!) hat sich bei meinen umfangreichen Waldläufen um Freiburg oder Titisee eine Zecke an mir festgesetzt!“*

RaupeWir sollten also achtsam, aber nicht furchtsam sein – und nicht hinter jedem Grashalm die große Zeckenattacke erwarten. Außerdem: wenn ich nicht immer wieder kreuz und quer durch meinen Lieblingswald laufen würde, könnte ich sicher so manch einer Zecke aus dem Weg gehen – aber kaum solch tolle Freunde finden wie diesen hier! 🙂

Hier ein hilfreicher Link, um zeckentechnisch auf dem Laufenden zu sein: https://www.zeckenwetter.de/zeckenwetter/prognose/index.php

* (Quelle: Herbert Steffny – „Das große Laufbuch“, Südwestverlag)


Tags :

Kategorien : Gesundheit


Also ich habe nach ca. jedem 5. Waldlauf zumindest eine Zecke irgendwo am Körper, meist noch nicht festgebissen so dass ich sie entfernen kann aber eben…

Und ich laufe auch im Südschwarzwald/Hochrhein.

Also was Steffny da sagt gilt vielleicht wenn man auf irgendwelchen Waldautobahnen läuft aber nicht auf den „echten“ Trails und Wanderwegen die halt oft grasbewachsen sind oder von ausladenden Büschen gesäumt.

Aber trotzdem laufe ich da am liebsten….

Wie immer ist euer Artikel klasse recherchiert, persönlich, kompetent und mit mit viel Humor gewürzt. Bin auf jeden Artikel von euch gespannt!
Viele Grüsse an euch: Tabitha, Martin und Peter

Ich bin über die Steffny-Aussage sehr verwundert. Wenn er behauptet ihn hätte im Haupt-Zeckenrisikogebiet noch keine Zecke erwischt, dann kann ich darauf verweisen als Berufspendler auf der A3 in 20 Jahren noch keinen Unfall verursacht zu haben. Für einen Dipl-Bio eine ziemlich unwissenschaftliche Aussage.
Meine letzte Zecke habe ich mir 2011 im Hunsrück eingefangen.
Vielleicht liegt’s an Steffny’s Lauftempo. Wenn die Zecke sich vom Grashalm löst ist Steffny schon einen halben Meter vorbei.

Das Wichtigste ist wirklich, sich nach jedem Lauf im Freien selbst auf Zecken abzusuchen. So kann eine eventuelle Borrelioseinfektion oft verhindert werden. Der Begriff „Zeckenbiss“ ist allerdings nicht ganz korrekt. Tatsächlich handelt es sich um einen „Zeckenstich“. Vielen Dank für den informativen Artikel und viele Grüße, Anja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

* *

Angemeldet als . Abmelden »